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Trauer in Berlin

Chef des Bruno Gmünder Verlags gestorben

Frank Zahn, Geschäftsführer und alleiniger Inhaber des schwulen Medienunternehmens, wurde 49 Jahre alt.


Der Rechtsanwalt Frank Zahn hatte den Bruno Gmünder Verlag im Herbst 2014 aus der Insolvenz gerettet

Schock in der queeren Medienwelt: Frank Zahn, der Geschäftsführer und alleinige Gesellschafter der Berliner Bruno Gmünder GmbH, ist am Mittwoch überraschend verstorben. Der Rechtsanwalt wurde 49 Jahre alt.

Der Verlag nehme "in großer Trauer, aber auch tiefer Dankbarkeit" Abschied, heißt es in einer am späten Abend verbreiteten Stellungnahme von Co-Geschäftsführer Michael Taubenheim. "Wir verlieren einen Freund, Kollegen und Chef, der sich weit über das Unternehmerische hinaus für die Interessen von LGBTI und die Vielfalt ihrer kulturellen und medialen Formate und Inhalte stark gemacht hat." Über die Todesursache machte Taubenheim keine Angaben.

Frank Zahn hatte im Herbst 2014 zusammen mit dem Namensgeber Bruno Gmünder die heutige Bruno Gmünder GmbH gegründet, nachdem der 1978 ins Leben gerufene Ursprungsverlag Insolvenz angemeldet hatte (queer.de berichtete). Für Gmünder, der seine Anteile 2011 an Tino Henn, Nik Reis und Michael Taubenheim verkauft hatte, war es jedoch nur ein kurzes Comeback. Nach einem Streit zwischen den beiden Gesellschaftern blieb Zahn im Dezember 2015 als alleiniger Inhaber übrig (queer.de berichtete).

Neuaufstellung des Verlags im digitalen Zeitalter

In den vergangenen beiden Jahren arbeitete Frank Zahn vor allem daran, das teils verkrustete Unternehmen im Zeitalter des digitalen Wandels zukunftsfähig zu machen. Zuletzt entschied er, das chronisch defizitäre Magazin "Männer" nicht mehr monatlich, sondern nur noch vierteljährlich erscheinen zu lassen. Chefredakteur Kriss Rudolph verließ den Verlag daraufhin im Streit (queer.de berichtete)

Nach Angaben von Geschäftsführer Michael Taubenheim ist die Existenz des Bruno Gmünder Verlags durch den plötzlichen Tod des Inhabers nicht gefährdet: "Wir werden das Unternehmen in seinem Sinne weiterführen und hoffen, dass Community, Partner und Kunden ihn so in Erinnerung behalten, wie wir ihn erlebt haben: als leidenschaftlichen Kämpfer für die Sache, als weitsichtigen Unternehmer und Kreativen und als immer offenen und neugierigen, liebenswerten Menschen."

Nollendorfblogger Johannes Kram reagierte mit einem Facebook-Post auf die Todes-Nachricht: "Unendlich traurig. Ein toller Mensch. Und er hat mehr für die Community getan, als ihr bewusst ist." (mize)



#1 Patroklos
#2 EHkaAnonym
  • 09.02.2017, 09:23h
  • 49 ist noch viel zu jung. Die Community hat wieder eine wichtigen Menschen verloren :-(

    Man sollte auch immer bewusst sein, dass es wie im Sauna-Unfall auch plötzlich gehen kann. Auch junge Leute sollten über ein Testament, eine Todo-Liste mit Dingen die man vor dem Tod erleben möchte und einer Patientenverfügung nachdenken
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#3 wiking77
#4 SvenWeddAnonym
#5 antos
  • 09.02.2017, 20:35h
  • Antwort auf #2 von EHka
  • "Auch junge Leute sollten über ein Testament, eine Todo-Liste mit Dingen die man vor dem Tod erleben möchte und einer Patientenverfügung nachdenken."

    Gerade in der traurigen Organisationspflicht kann ich - für uns alle hier mal als Lebensratschlag - sagen: es sind vier Dinge, die man vorausschauend zugunsten der Angehörigen regeln sollte:

    - eine Patientenverfügung erstellen
    - eine Generalvollmacht austellen
    - ein notarielles Testament aufsetzen
    - alle wichtigen Dokumente [Geburtsurkunde, Heirats- bzw. Verpartnerungsurkunde, Versicherungspolicen etc.] in einem Ordner zusammenfassen

    Für uns zur Lehre. Danke, Papa.
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#6 Homonklin44Profil
  • 09.02.2017, 20:52hTauroa Point
  • Mein Beileid.

    Das in dem Alter, da kriegt man mit einigen Jahren Nähe dazu ein unheimliches Gefühl in der Magengrube.

    Bruno Gmünder Verlag , Fotobooks und Bücher waren mal mein einziger Kontakt zur Gay-Kultur in jungen Jahren. Die Fotobooks auch für Zeichenübungen. Ohne dies wäre ich wohl erst mit 35 rum in Kontakt mit schwuler Kultur gekommen.

    Ein kleines Dankeschön darf man sagen.

    Möge er auf dem Wind gehen.
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