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Keine Genehmigung für Umbauten

Behörden schließen "Steam Works"-Sauna

Das Berliner Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg erteilte der traditionsreichen Gay-Sauna nach der tödlichen Brandkatastrophe eine Nutzungsuntersagung.


Trauriges Ende einer Berliner Institution: Werbefoto des "Apollo Splash Club" aus dem Jahr 2012 (Bild: Apollo Splash Club)

Drei Männer starben am vergangenen Sonntag bei einem Brand in der Berliner "Steam Works"-Sauna (queer.de berichtete) – nun hat das zuständige Bezirksamt das traditionsreiche schwule Schwitzbad offiziell geschlossen. Unter den früheren Namen "Apollo Sauna" und "Apollo Splash Club" war der Club in der Kurfürstenstraße in der Nähe des Bahnhofs Zoo seit fast vier Jahrzehnten eine Berliner Institution.

"Am Donnerstag waren Mitarbeiter der Bauaufsicht zusammen mit Polizei und Feuerwehr noch einmal vor Ort", erklärte der Baustadtrat von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann (Grüne), gegenüber der "Berliner Zeitung". Den anwesenden Betreibern sei dabei eine Nutzungsuntersagung erteilt worden.

Keine Kontrollen der Behörden seit 1981


Blumen und Regenbogenfähnchen gedenken an der Eingangstür des Saunaclubs der Opfer der Brandkatastrophe

Bereits zuvor hatte das Bezirksamt öffentlich die Vermutung geäußert, dass die Sauna zwischenzeitlich illegal betrieben worden sein könnte (queer.de berichtete). So seien seit der Betriebserlaubnis im Jahr 1981 keine Genehmigungen für Umbauarbeiten beantragt worden. In einem Szenemagazin erklärten die Betreiber jedoch im vergangenen Jahr, das Untergeschoss komplett entkernt und neu aufgebaut zu haben.

Anders als Kitas oder Schulen würden Saunabetriebe nicht regelmäßig kontrolliert, meinte der Stadtrat gegenüber der "Berliner Zeitung": "Da handeln wir nur, wenn wir einen Hinweis bekommen. Alles andere wäre auch nicht zu schaffen." Die Behörden wollen nun untersuchen, ob die vor 36 Jahren abgenommene Baugenehmigung überhaupt noch gelte. Andernfalls müssten die Betreiber eine Nutzungsänderung beantragen, die dann genau geprüft werden müsse.

Der Brand war am vergangenen Sonntagabend aus noch ungeklärter Ursache im Kellerbereich der Sauna ausgebrochen. Die drei Toten wurden in einem Labyrinth mit rund 60 Kabinen aufgefunden. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Männer an einer Rauchvergiftung gestorben sind. Ein Gast musste mit einer schweren Rauchvergiftung in ein Krankenhaus gebracht werden. Die übrigen rund 30 Besucher des früheren "Apollo Splash Club" hatten sich rechtzeitig ins Freie retten können. (cw)

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    Ergebnis der Umfrage vom 13.02.2017 bis 20.02.2017


#1 PeerAnonym
  • 11.02.2017, 15:02h
  • Richtig so.

    Wenn da ohne Genehmigung umgebaut wurde und dadurch 3 Menschen ihr Leben verloren haben, sollten die Betreiber nie mehr eine Konzession für sowas bekommen.

    Allerdings liegt neben der Schuld der Betreiber auch ganz eindeutig Behördenversagen vor: wenn es dort seit 1981 keine Kontrolle mehr gegeben hat, müssen bei den zuständigen Stellen (Gewerbeaufsicht, Ordnungsamt, Bauamt, etc.) auch einige Köpfe rollen. Aber die Behörden steheln sich bei sowas immer aus der Verantwortung.
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#2 Laurent
  • 11.02.2017, 17:26h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Es ist in der Tat so, dass in der Republik schon seit längerer Zeit nicht Weniges aus den unterschiedlichsten Gründen wird schleifen lassen.
    Auch ich nehme diese Entwicklung mit einer gewissen Sorge wahr.
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#3 Sandor MilesAnonym
  • 11.02.2017, 17:27h
  • Antwort auf #1 von Peer
  • Was heißt aus der Verantwortung stehlen? Es gibt keine Verpflichtung der Behörde alles und ständig nachzukontrollieren. Der Betreiber wäre verpflichtet gewesen sich den Umbau genehmigen zu lassen. Alle wollen den "schlanken" Staat, der soll aber alles und jeder Zeit kontrollieren. So funktioniert es nun auch nicht. Es gibt einen Verantwortlichen und das ist der Beteieber und Bauherr.

    Nur mal angenommen, der Staat hätte eine Verpflichtung regelmäßig zu kontrollieren, dann könnte die Kontrolle kurz vor dem Umbau erfolgt sein und erst wieder in X-Jahren fällig werden. Soll das dann auch den Kontrolleuren vorgehalten werden? Hier sehe ich mal zur Abwechslung kein Behördenversagen.
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#4 AnonymAnonym
  • 11.02.2017, 17:31h
  • und wie geht es jetzt weiter? wer ist nun schuld an der Katastrophe.Natürlich Niemand! Ich hoffe die Betreiber bekommen ihre gerechte Strafe,eine Sauna illegal zu betreiben ist schon ein harter Brocken,die werden es mit der Staatsanwaltschaft auch noch zu tun bekommen.Der Puff bleibt geschlossen,das wäre dann schon die 3.Sauna in Berlin,die innerhalb von kurzer Zeit dicht gemacht hat.
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#5 Patroklos
#6 Homonklin44Profil
  • 11.02.2017, 19:47hTauroa Point
  • In dem Fall könnte immerhin die nicht gemeldete Umbau-Maßnahme und der unglückliche Brand auch unabhängig von einander zusammen vorgekommen sein. Die ganz genaue Ursache der Brandentwicklung steht nicht da, das wird vermutlich noch ausgewertet, und der Schluss zunächst die Reaktion auf die fehlenden Genehmigungen = für Gastbetrieb ungesichertes Gebäude.

    Wenn da jetzt eine Überprüfungswelle nach folgt, möchte man hoffen, dass nicht nur Saunen für Schwule dicht machen müssen.

    Man will nichts Böswilliges wähnen...
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#7 LeckerSchmeckerAnonym
  • 11.02.2017, 20:18h
  • Völlig richtig das an diesem Platz nie wieder eine Sauna eröffnet wird. Der Gedanke das die Homos später dort rumpoppen wo vor einiger Zeit noch andere Schwule qualvoll erstickten wäre unerträglich für mich!
    Die Betreiber werden nicht nur finanziell ihr Leben lang mit den Folgen durch ihren verzapften Murksbau und der Tragödie zu kämpfen haben sondern auch psychisch.
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#8 relaxedAnonym
  • 11.02.2017, 23:03h
  • Zunächst mal ist das einfach ein Unfall, wenn auch mit Todesfolge. Von solchen Unfällen kommen im Strassenverkehr jedes Jahr zahlreiche vor, u.a. mit einigen Tausend toten Menschen pro Jahr.
    Darüberhinaus sind vielleicht Fehler gemacht worden, von den Betreibern, vielleicht fahrlässige oder grob fahrlässige Fehler. Das ist zwar unglücklich, aber es kommt vor, wenn Menschen handeln, und ist zuerst mal einfach bedauerlich.

    Was "die Behörden" betrifft, ich will nicht, dass die dauernd alles kontrollieren bis zum Erbrechen, zum Preis von Freiheit, Kreativität, Spass und Kosten. Es reicht, dass jedes Jahr der Schornsteinfeger in meine Wohnung kommt. Ich möchte nicht auch noch einen Kontrolleur für die Wasserleitungen, obwohl hier und da wer an Bakterien aus einer Wasserleitung gestorben ist und ich möchte keine Darkroompolizei, weil man sich im Darkroom eine potentiell tödliche infektion holen kann. Man kann auch selber abchecken, welchen Gefahren man sich aussetzt, oder eben nicht.
    Leute, wie wäre es mit Eigenverantwortlichkeit?
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#9 BobAachenProfil
#10 schwarzerkater
  • 12.02.2017, 07:58h
  • "Keine Kontrollen der Behörden seit 1981" - mal wieder typisch berlin, im märkischen sand versickern abermillionen an steuergeldern und die berliner stadtpolitik schaut zu und keiner fühlt sich dafür verantwortlich. das wegsehen und die untätigkeit haben in der innenpolitik berlins einfach schon methode.
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