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"B.Z."-Interview

Für Jens Spahn müssen Ausländer wohl homophob sein

Der schwule CDU-Bundestagsabgeordnete missbraucht den Messerangriff auf den "Iron"-Türsteher in Köln, um Ressentiments gegen Migranten zu schüren.


Jens Spahn ist seit 2002 Mitglied des Deutschen Bundestags und seit Dezember 2014 Mitglied des CDU-Präsidiums (Bild: Jörg Klaus)

Der Vorfall erschütterte nicht nur Köln: Am 28. Januar gegen 4.30 Uhr stach ein aus dem Irak stammender Kölner mit einem Messer auf den Türsteher der Szenebar "Iron" ein, weil er nicht hineingelassen worden war. Das 34-jährige Opfer, das ebenfalls einen Migrationshintergrund hat, erlitt dabei schwere Verletzungen (queer.de berichtete).

Obwohl es keine Hinweise auf einen homophoben Hintergrund gibt und ein Mitarbeiter noch in der selben Nacht erklärte, der Vorfall hätte sich in "jeder anderen Bar (egal ob Homo oder nicht)" ereignen könnte, machte der Bundestagsabgeordnete Jens Spahn in einem Interview mit dem Berliner Boulevardblatt "B.Z." aus dem Vorfall einen schwulenfeindlichen Angriff: "Der Türsteher eines schwulen Clubs wurde niedergestochen. Der Täter stammte aus dem Irak. Aber nicht die Abstammung ist das eigentliche Thema – weil ich ja immer diese Rassismus-Vorwürfe höre -, sondern die in diesem Land erlernte Kultur, die offensichtlich mit Schwulen ein Problem hat."

Mit "Leitkultur" gegen die Homophobie der Fremden

In dem am Samstagabend veröffentlichten Interview unter der Überschrift "Wem unsere Art zu leben nicht gefällt, der kann ja wieder gehen" forderte der homosexuelle Politiker mit markigen Sprüchen Migranten dazu auf, die deutsche "Leitkultur" zu akzeptieren, und stellte sie dabei unter einen Generalverdacht der Homophobie: "Natürlich leben wir Vielfalt in unserem Land. Aber es gibt Bruchstellen zwischen unseren Werten und denen anderer Kulturen", sagte Spahn. Bei der Akzeptanz von Homosexualität dürfe man keine Abstriche machen: "Die Probleme, die ich in der Szene erlebe, entstehen vor allem, weil Menschen aus Ländern kommen, wo man mit Schwulen nicht zimperlich umgeht."

Er bekomme dies selbst immer wieder zu spüren, meinte das 36-jährige Mitglied des CDU-Präsidiums: "Ja, im Alltag prallen Kulturen aufeinander. In der U-Bahn, beim Ausgehen in meiner Heimat im Münsterland oder beim Einkaufen mit meinem Freund in Berlin, wo wir uns kürzlich in der Schlange stehend als schwules Paar unflätig beschimpfen lassen mussten. Und der Akzent war jedenfalls nicht schwäbisch." Auch im Rheinland sei es nicht besser: "Letztes Wochenende war ich mit Freunden in Köln unterwegs, da wirste auf der Straße schon auch frech angemacht."

In dem "B.Z."-Interview behauptete Spahn zudem, dass homophobe Gewalt, die von Menschen mit Migrationshintergrund verübt wird, tabuisiert werde: "Mich nervt einfach, dass wir dieses Problem gar nicht besprechen – aus Angst, man könnte sich irgendwie verheddern in seinem Multikulti-Wohlfühldasein." Gleichzeitig ging der Bundestagsabgeordnete auf Distanz zur Alternative für Deutschland: "Die Spalter von der AfD blasen Probleme künstlich auf, um damit Ressentiments zu schüren."

Auf die Nachfrage, inwiefern sich Spahns Tiraden von der Strategie der AfD unterscheiden, hat "B.Z."-Redakteurin Ulrike Ruppel leider verzichtet. (mize)



#1 SanottheProfil
  • 12.02.2017, 13:22hRhüffel-Ostend
  • Es erschüttert mich immer wieder, wie kleingeistig manche Mitglieder "unserer" "Community" sind. Eigentlich müssten sie am besten wissen, wie es ist, pauschal ausgegrenzt zu werden. Aber es fühlt sich halt so gut an, noch weiter nach unten zu treten.

    Eine Schande.
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#2 GeorgGProfil
  • 12.02.2017, 13:48hBerlin
  • Ganz sicher sind für Jens Spahn nicht alle Ausländer, die sich in Deutschland aufhalten, homophob. Diesbezüglich gibt es für schwule Männer so gut wie keine Probleme mit Asiaten, mit Afrikanern oder mit Lateinamerikanern. Probleme gibt es jedoch mit moslemischen homophoben Jugendlichen, die aggressiv auf schwule Männer reagieren. Erst kürzlich wurde ich von arabischen Jugendlichen beschimpft und das nur aufgrund der Tatsache, dass ich mit meinem Lebenspartner an der U-Bahn Berlin-Nollendorfplatz auf die Bahn wartete.
    Solche Vorfällen dürfen von schwulen Medien nicht totgeschwiegen werden.
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#3 OrthogonalfrontAnonym
  • 12.02.2017, 14:07h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • Tut mir leid für euch. Das habe ich auch schon etliche Male erlebt. Ist quasi Alltag der Großstadt und niemand tut was dagegen. Auch die Community ist tuef gespalteb, da für bestimmte Leute in der Community sowas gar nicht passieren DARF (weil dann der Multi-Kulti-Fantasmus zusammenbricht) und jeder der einfach von seinen Erfahrungen berichtet wird gnadenlos niedergemacht und ausgegrenzt. So als wäre man verplichtet diesem Multi-Kulti-Fantasmus Tribut zu zollen und sich als Opferlamm darzubieten. Kommt gar nicht in Frage! Mein Widerstand gilt ALLEN LGBTTIQ-Hassern, mir gleich ob diese ebenfalls einer Minderheit angehören. Einer Minderheit anzugehören ist allein genommen kein Qualitätsmerkmal. Kinderschänder sind auch eine Minderheit und trotzdem hasst die jeder ZU RECHT!!! Und nein, das ist KEINE Gleichsetzung von Migranten mit Kinderschändern. Ihr braucht also gar nicht zu versuchen mir das unterzuschieben. Es ist lediglich eine Methode um meine Aussage zu bestärken, dass einfach zu einer Minderheit zu gehören kein Qualitätsmerkmal ist!
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#4 TheDad
  • 12.02.2017, 14:36h
  • ""Aber nicht die Abstammung ist das eigentliche Thema weil ich ja immer diese Rassismus-Vorwürfe höre -, sondern die in diesem Land erlernte Kultur, die offensichtlich mit Schwulen ein Problem hat." ""..

    Inzwischen ist das die übliche Sprache dieses Herrn Spahn..
    Der sich offenbar trotz anders lautender Bekundungen in einem Interview in Berlin bei der Bundespräsidentenwahl schon im Wahlkampf-Modus befindet..

    Man weiß nicht wie lange dieser Täter schon hier lebt, man weiß nicht einmal wie integriert er ist, aber man behauptet einfach mal wider besseren Wissens, die Sozialisation dieses Menschen sei durch die "dort erlernte Kultur" gescheitert..
    Was dann die Möglichkeit daß sich Kultur auch ändert einfach mal so ausschließt, ebenso wie die Möglichkeit das ein Mensch sich abhängig davon wie lange er sich in einer Kultur oder einem Staat aufhält, auch verändern kann..

    Wäre nun blöd wenn sich herausstellte, daß der Täter diese Kultur gar nicht dort "gelernt" hat, sondern hier..

    Doch dann erfolgt die zweite Stufe der Diffamierung, und man behauptet dann einfach mal "Parallelgesellschaften"..

    Doch jeder hier Lebende befindet sich einerseits in "Parallelgesellschaften" wenn er beispielsweise Mitglied einer "Religion" oder eines Tischtennis-Vereines ist, und hat gleichzeitig Anknüpfungs-Punkte an andere Teile der Gesellschaft, etwa über die Kindergärten und Schulen, oder die Berufsausbildung..
    Die dort auftretenden Einflüße auf diese Menschen werden mit der Begrifflichkeit "Parallelgesellschaften" einfach mal so negiert..

    Herr Spahn negiert dann damit übrigens auch sein eigenes Aufwachsen in der Parallelgesellschaft der "Katholiken",, die er gleichzeitig zu einer "wertvollen Idee" erklärt, die ihm völlig andere Einflüße einbrachten, als etwa einem Kind in einer Atheistisch geprägten Familie (jepp, die soll es geben!), oder einem Kind in einer "evangelischen" Familie, daß dann auch noch in relativ "ausländerfreien" Umgebung dörflich sozialisiert, und dann über das durchaus bundesweit zu beobachtende Phänomen der beinahe von Schüler*innen mit "Migrationshintergrund" sehr wenig "belasteten" Gymnasien aufgewachsen ist..

    Begleitend dazu die Meldung, das ausgerechnet das am dünnsten besiedelte Bundesland Mecklenburg-Vorpommern den Spitzenreiter in der Abschiebe-Praxis der Bundesländer spielt, wo man doch annehmen könnte, die brauchen eigentlich jeden Menschen von außen, um endlich mal genügend Entwicklungs-Helfer im Land zu haben..

    Herr Spahn versteht auch wie viele seiner Partei-Freund*innen immer noch nicht, daß es so etwas wie eine "deutsche Leitkultur" aufgrund der Tatsache daß es zwischenzeitlich knapp 20 % der Bevölkerung mit "Migrationshintergrund" gibt, gar nicht geben kann..
    Diese Formulierung einer "deutschen Leitkultur" bleibt damit auch weiterhin rassistisch konnotiert, und bleibt damit auch weit hinter den Möglichkeiten zurück, die eine Leitkultur spielen könnte, wenn man denn endlich mal eine formulieren würde, die dann auch zur Kenntnis nimmt, das Politik zunächst die Gleichstellung und Gleichberechtigung schaffen muß, wenn sie sie nachfolgend in dieser "Leitkultur" von Zuwanderern/Asylbewerbern/Flüchtlingen einfordern will !

    "" "Wem unsere Art zu leben nicht gefällt, der kann ja wieder gehen" forderte der homosexuelle Politiker mit markigen Sprüchen Migranten dazu auf, die deutsche "Leitkultur" zu akzeptieren,""..

    Ganz toll..
    Blöderweise kann man aber hier geborene "Bio-Deutsche", die mit Homophobe und transphobie hausieren gehen, dann immer noch nicht "loswerden", und die Statistiken lassen immer noch den Schluß zu daß die meisten Täter*innen homophober und transphober Hass-Kriminalität aus dieser Gruppe der Einheimischen stammt..

    Und so ist es immer noch zielführender Homo-und Transphobie IN DER GESELLSCHAFT INSGESAMT zu bekämpfen, als zu versuchen einen Prozentsatz der Täter*innen zum Verlassen des Landes aufzufordern..

    ""Bei der Akzeptanz von Homosexualität dürfe man keine Abstriche machen:""..

    Hübscher Ansatz Herr Spahn, der dann schon einmal völlig außer Acht läßt, das sich die Gleichstellung und Gleichberechtigung nicht auf "Homosexualität" reduzieren läßt !
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#5 TheDad
  • 12.02.2017, 14:41h
  • Antwort auf #2 von GeorgG
  • ""Diesbezüglich gibt es für schwule Männer so gut wie keine Probleme mit Asiaten, mit Afrikanern oder mit Lateinamerikanern.""..

    Ein an Dummheit kaum überbietbares Statement, was völlig außer Acht läßt, das es auch asiatische, afrikanische und südamerikanische "Muslime" gibt, und sich damit zu einer "islamophoben" Äußerung gegen Menschen aus nicht näher genannten Ländern verdichtet !

    Dutzende Ethnien zu "arabischen Jugendlichen" zu verengen machen das auch nicht besser..
    Im Gegenteil..
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#6 TheDad
  • 12.02.2017, 15:25h
  • Antwort auf #3 von Orthogonalfront
  • ""Und nein, das ist KEINE Gleichsetzung von Migranten mit Kinderschändern. Ihr braucht also gar nicht zu versuchen mir das unterzuschieben. Es ist lediglich eine Methode um meine Aussage zu bestärken, dass einfach zu einer Minderheit zu gehören kein Qualitätsmerkmal ist!""..

    Und dazu fällt Dir natürlich gerade keine bessere Methodik ein, als ausgerechnet eine Analogie zu "Kinderschändern", die Du trotz vorliegender Zahlen über die Vergewaltigung von Kindern in ihren Familien, immer noch für eine "Minderheit" hältst ?

    Neulich wurde in einem aktuellem Hintergrundbericht dazu die These aufgestellt, das man davon ausgehen kann inzwischen mit 30 Millionen Opfern zu tun zu haben, denn die "reichern" sich ja über die Generationen an..
    Hier noch von einer "Minderheit" sprechen zu wollen, halte ich an dieser Stelle für mindestens verharmlosend..

    Denn 30 Millionen Opfer über die Generationsgrenzen hinweg bedeuten dann auch ungefähr die gleiche Anzahl an Täter*innen über die Generationen hinweg..
    Von dem was man gemeinhin unter "Minderheit" versteht, kann man da kaum noch ausgehen..

    ""Einer Minderheit anzugehören ist allein genommen kein Qualitätsmerkmal.""..

    Und offensichtlich immer noch kein Merkmal der Schutzwürdigkeit..

    Nun kann man berechtigterweise eine Gruppe von "Kinderschändern" von dieser Schutzwürdigkeit ausnehmen..
    Was die Analogie dann immer noch nicht besser macht..

    Zumal sie auch immer noch nicht erklärt, was genau "Kinderschänder" mit einem ""Multi-Kulti-Fantasmus"" zu tun hätten ?

    Und am Ende reiht sich dann diese Analogie in genau den Duktus ein, dem Du hier zur Geltung verhelfen willst..
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#7 stromboliProfil
  • 12.02.2017, 16:05hberlin
  • Antwort auf #3 von Orthogonalfront
  • frontmädel, wir du und georgG müssen in verschiedenen welten leben..
    Ich lebe nähe nollendorfplatz im kiz unter muselmännern, und hab die von euch herbeigeschriebenen erlebnisse als alltägliches geschehen so noch nie gehabt!
    Ich weiß, dass an hotspots des vergnügungsviertels immer konfliktsituationen entstehen, die aber meist auch dem alk-drogenkonsum zuzuordnen sind.
    Und abfällige bemerkungen sind erbärmlich aber auch nicht nur durch "nordafrikanische" zu hören..
    Geh du mal zur rush hour in X-beliebige viertel mit vergnügungsenthemmten heten und schwuppen.

    Ich frag mich nun, was gerade bei euch beiden die ständigen erlebnisse hervorrufen.
    Oder ist die ständige häufung ein propagandistisches unterfangen, dass eine besondere situation herbeischreiben soll.

    Du hast mir schon zu oft hier behauptet ständig irgendwelcher angriffe ausgesetzt zu sein...
    Immer dann, wenn es der propagandamaschine nützlich schien!
    Wenn also nichts aktuelles zur trittbrett-mitfahrgelegenheit verleitet, muss man dem deppen spahn doch dankbar sein, dass er dieses problem aus seinem aktenköfferchen hervorzaubert.

    Der stenz geht mit seinen bodyguards in die alltägliche realiät seiner elitengesellschaft.. nicht in die sozialen brennpunkte der gesellschaft!
    Entsprechend enthoben auch sein blick auf szene und realität..
    eben alles nacherzählungen.
    Erzählungen von dritten über von vierten gehörtes .
    Das wird den wirklichen ereignissen von übergriffen, so nicht gerecht!
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#8 OrthogonalfrontAnonym
  • 12.02.2017, 16:08h
  • Antwort auf #6 von TheDad
  • Danke, dass du den Beweis lieferst, gegen einen Strohmann zu argumentieren. Ich habe nicht ohne Grund geschrieben "Und nein, das ist KEINE Gleichsetzung von Migranten mit Kinderschändern. Ihr braucht also gar nicht zu versuchen mir das unterzuschieben. Es ist lediglich eine Methode um meine Aussage zu bestärken, dass einfach zu einer Minderheit zu gehören kein Qualitätsmerkmal ist!"

    So argumentierst du eben grundsätzlich. Du pickst ein paar Punkte zum Angreifen heraus, dichtest Tonnen an Unterstellungen dazu und argumentierst dann gegen die. Ich hoffe das erkennt nun jeder.
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#9 TamakAnonym
  • 12.02.2017, 16:08h
  • Antwort auf #6 von TheDad
  • Du lebst wirklich in einer völligen Traumwelt. Ich greife mal wahllos einen Satz heraus.

    "man behauptet einfach mal wider besseren Wissens, die Sozialisation dieses Menschen sei durch die "dort erlernte Kultur" gescheitert..Was dann die Möglichkeit daß sich Kultur auch ändert einfach mal so ausschließt"

    Allein diese "Schlussfolgerung" ist schon so von solcher Unlogik durchtränkt, dass man da eigentlich auch schon aufhören kann zu lesen. Jedem halbswegs klar denkenden Menschen sollte sofort der Satz einfallen: Inwiefern schließen in einer bestimmten Kultur erlernte Verhaltensweisen aus, dass sich diese Kultur ändert? Antwort: Gar nicht!
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#10 faktenAnonym
  • 12.02.2017, 16:22h
  • spahn hat natürlich seine ganz eigene agenda, aber der messerstecher kam aus dem irak und die herkunft wurde nicht thematisiert. insofern nennt spahn nur fakten. das selektive verschweigen in solchen fällen zu beenden, hilft im endeffekt der mehrheit der nicht-straffälligen ausländer. wenn solche fakten jedoch aus falscher sogenannter political correctness verschwiegen werden, feuert das nur deutsche faschistische kräfte und dumpfe lügenpresse-krakeeler an.
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