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Polizeibericht

Weil er für schwul gehalten wurde: 18-Jähriger im Allgäu verprügelt

Unbekannte lauerten dem Opfer, das einen Nasenring trug, vor einem Lokal in Leutkirch auf, beschimpften es und traten mehrfach zu.


Das Polizeipräsidium Konstanz veröffentlichte am Montag eine Täterbeschreibung (Bild: Polizeipräsidium Trier)

Das Tragen eines Nasenrings war wohl der Grund, warum ein 18-Jähriger am Samstagmorgen gegen drei Uhr in einem Lokal in Leutkirch im Allgäu von einem Mann angesprochen wurde. Nach der negativen Antwort auf die Frage, ob er schwul sei, wurde der 18-Jährige ins Gesicht geschlagen und von dem Täter und einem Kumpel herumgeschubst und beleidigt.

Als der 18-Jährige das Lokal im Ortsteil Ellerazhofen verließ, lauerten ihm die beiden Männer laut Polizeibericht auf, sprangen ihn von hinten an, brachten ihn zu Boden, beschimpften ihn mit Kraftausdrücken und traten solange auf ihn ein, bis Freunde des Opfers dazukamen. Die Täter flüchteten schließlich mit einem silbernen Kombi über eine gefrorene Wiese in Richtung Herrot.

Einer der Täter wird von der Polizei wie folgt beschrieben: 25 Jahre alt, etwa 170 Zentimeter groß, südosteuropäisches Aussehen mit Bart. Bekleidung: Mantel, dunkle Caps und schwarzer Pulli. Hinweise werden ans Polizeirevier Leutkirch unter Tel. (07561) 84880 erbeten. (cw/pm)



#1 SanottheEhemaliges Profil
  • 14.02.2017, 09:23h
  • Nasenring = anders.
    Anders = schwul.
    Anders/schwul = eins auf die Mütze.

    Diese simplen Mechanismen entwickeln sich durch Erziehung und Bildung. Bevor Kleinkindern beigebracht wird, dass es signifikante Unterschiede zwischen Menschen gebe, und dass bestimmte Menschen nur auf eine bestimmte Weise sein dürfen, während andere Menschen, weil sie nicht so sind, abzulehnen sind, gehen sie nämlich zunächst mal vorbehaltslos auf Andere zu.

    Es muss also SEHR früh bei Erziehung und Bildung angesetzt werden.

    Ich denke mal, den sogenannt "besorgten" Eltern ist dies mehr oder weniger bewusst - sodass sie sich - nach IHRER Logik - zu Recht dagegen wehren. Denn: wo kämen wir denn hin, wenn Menschen wirklich laut Grundgesetz erzogen würden ("Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich." - Art. 3 Abs. 1)? Womöglich dazu, dass gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit gar nicht erst entsteht?

    Das können so manche nicht wollen. Kommt ihnen dadurch doch eine ihrer wesentlichsten Lebensgrundlagen - Hass auf das Andere und dadurch Aufwertung der eigenen Person - abhanden.
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#2 Gpeterjoachim
  • 14.02.2017, 10:04h
  • Es ist immer wieder erschreckend welcher Hass und Gewalt sich entwickelt.
    Ich kann nicht einschätzen ob solche Aktivitäten insgesamt zunehmen - das wäre sicherlich eine Untersuchung wert.
    In diesem Fall ist ja nicht gemeldet, dass der angegriffene tatsächlich schwul ist - was natürlich im Ergebnis unerheblich ist.
    Ich könnte mir vorstellen, dass grundsätzlich bei körperlichen Angriffen - egal mit welchem Hintergrund - eine Belohnung für die Ergreifung des/der Täter hilfreich sein kann.
    In der Regel sind solche primitiven Täter bereit für Geld auch den "Kumpel" zu verraten, besonders dann wenn ihm Strafmilderung zugesagt wird.
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#3 Patroklos
  • 14.02.2017, 10:07h
  • Hoffentlich haben sich die Freunde des 18-jährigen auch das Nummernschild des Fluchtautos notiert, damit die beiden Idioten bald geschnappt werden!
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#4 FahnderAnonym
#5 audi5000Profil
  • 14.02.2017, 11:30hlindau
  • zu #4: oh doch da gibt´s genug davon. ich arbeite in der nähe, da gibt´s auch viele russen, rumänen, polen, ungarn, da ist alles vertreten! nicht das die jetzt alle homophob sind. ich mein nur da ist zwischen stadt und provinz fast kein unterschied mehr!
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#6 seb1983
#7 Homonklin44Profil
  • 14.02.2017, 20:42hTauroa Point
  • Antwort auf #4 von Fahnder
  • Aber der Anteil von Einheimischen, die man mit solchen verwechseln könnte, ist etwas höher als im Norden.
    also sofern kein Sprachidiom erkannt wurde, schwer zu sagen, ob das wirklich Südosteuropäer waren.

    auf den Dörfern kommt der gelebte Rückstand zum Tragen. Es dauert viel länger, bis Mode- oder Accessoire-Trends dort an kommen, und die meisten Leute kapieren, dass sowas nicht nur Schwule tragen. Liegt an den verzerrt eingelernten Klischee-Vorstellungen.

    Vor 15 Jahren wurden auch Goa-Fans und Raver in Röcken grundsätzlich für sexuell nicht astrein erklärt, egal, ob sie's nun waren oder nicht. Noch früher waren alle in Gothic-Look als heimlich Perverse und Satanisten verschrien. Auf dem Lande lernt man langsam oder gar nicht.
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#8 EHkaAnonym
  • 14.02.2017, 22:36h
  • Da sieht man das Homophobie auch Heterosexuelle trifft.
    Deshalb ist es auch für Heterohosexuelle wichtig Homophobie zu bekämpfen!
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#9 PeerAnonym
  • 15.02.2017, 10:31h
  • Tja, nach einer Zeit zunehmender Offenheit, Freiheit und Toleranz wird das gesellschaftliche Klima jetzt wieder rauer.

    Und die Politik (allen voran unsere schwarz-rote Bundesregierung) sieht weiterhin tatenlos zu.
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#10 AlexAnonym