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Britische Staatskirche

Anglikanische Synode lehnt überraschend "homophoben" Bericht ab

Ist die gleichgeschlechtliche Ehe unchristlich oder nicht? Die Bischöfe wollten am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben festhalten, bei der Synode fand ihre Position aber keine Mehrheit.


Protestaktion mit Peter Tatchell (re.) während der Synode (Bild: Twitter / @PeterTatchell)

Die britische Staatskirche hat bei ihrer Synode am Mittwoch in London überraschend einen Bericht der Bischöfe (PDF) abgelehnt, in dem die Beibehaltung des innerkirchlichen Verbots der Eheschließung für Schwule und Lesben gefordert wurde. Nur 93 Geistliche der "Church of England" befürworteten den homofeindlichen Bericht, 100 lehnten ihn ab. Demgegenüber stimmten die Laien mit 106 zu 83 Stimmen für den Bericht. Wegen der Ablehnung der Geistlichen gilt er aber als nicht angenommen.

LGBTI-Aktivsten begrüßten das Ergebnis: "Diese Ablehnung des bischöflichen Berichts ist ein Sieg für die Liebe und die Gleichberechtigung", erklärte Peter Tatchell, der bekannteste Menschenrechtsaktivist für LGBTI-Rechte auf den britischen Inseln. Der 65-Jährige hatte mit anderen Aktivisten vor der Synode gegen den Bericht protestiert. "Das ist die größte Niederlage für die anglikanische Führung seit Jahrzehnten. Die Synode wollte nicht die Anti-LGBT-Resolution absegnen und Diskriminierung festschreiben."

Redner: Bericht ist homophob

Während der Debatte hatten viele Teilnehmer der Synode scharfe Kritik geübt. Immer wieder erklärten Redner, der Bericht würde die Kirche als "grausam" und "homophob" erscheinen lassen.

Kirchenchef Justin Welby, der Erzbischof von Canterburry, warb dagegen für den von ihm mitverfassten Bericht, da er auch homofreundliche Passagen enthalte und nicht "das Ende der Geschichte" darstelle. In dem Bericht wird etwa eine innerkirchliche "Unterstützungs- und Willkommenskultur für lesbische und schwule Menschen" gefordert. Daher erntete der Bericht vereinzelt auch Kritik von konservativen Kirchenmitgliedern, die keinerlei Konzessionen gegenüber sexuellen Minderheiten zulassen wollen.

Der Streit um die Gleichbehandlung von Homosexuellen schwelt bereits seit Jahren in der anglikanischen Kirche, die weltweit rund 80 Mitglieder hat, davon über 30 Millionen in der "Church of England". Obwohl die Ehe für Schwule und Lesben in Großbritannien bereits 2014 geöffnet wurde, weigerte sich die Staatskirche, gleichgeschlechtliche Paare zu vermählen.

Die weltweite anglikanische Auseinandersetzung hatte sich 2003 entzündet, als der offen schwule und nicht-zölibatär lebende Theologe Gene Robinson zum anglikanischen Bischof von New Hampshire gewählt wurde (queer.de berichtete). Daraufhin drohten insbesondere afrikanische Bischöfe mit der Abspaltung, es gab aber auch Proteste unter Anglikanern aus westlichen Ländern.

Wegen der homofreundlichen Haltung der Amerikaner beschloss eine Mehrheit der 38 Kirchenprovinzen vor einem Jahr Sanktionen gegen die US-Kirche (queer.de berichtete). In Nordamerika setzten die Anglikaner aber ihre Liberalisierung fort: Mitte vergangenen Jahres stimmte die kanadische Kirche für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht (queer.de berichtete). (dk)



#1 Magnus 84Anonym
  • 16.02.2017, 16:24h
  • "Ist die gleichgeschlechtliche Ehe unchristlich oder nicht?"

    Wenn Liebe nicht zu deren Ideologie passt, sagt das mehr über ihre Ideologie aus als über liebende Menschen...
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#2 AlbrechtAnonym
  • 16.02.2017, 16:30h
  • Diese ganzen Religioten sind alle dasselbe menschenverachtende, skrupellose Pack.

    JEDE Religion basiert im Kern auf Unterdrückung, Bevormundung und Hass. Nur so kann das System Religion funktionieren.

    Wenn die Kreide fressen, dann nur aus PR-Gründen und um Macht und Einkommen nicht zu gefährden.
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#3 ursus
  • 16.02.2017, 16:42h
  • "Immer wieder erklärten Redner, der Bericht würde die Kirche als "grausam" und "homophob" erscheinen lassen."

    wäre sie es nicht, würde sie auch nicht so erscheinen. selbst diese "kritik" ist nur verharmlosendes geschwurbel.
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#4 AlbrechtAnonym
  • 16.02.2017, 16:55h
  • Antwort auf #3 von ursus
  • Ja, man braucht die Kirche nicht als "grausam", "homophob", "menschenverachtend", etc. erscheinen zu lassen. Denn sie IST es nun mal...

    Da braucht man nur die Fakten für sich sprechen zu lassen...
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#5 Paulus47Anonym
  • 16.02.2017, 17:04h
  • Es ist erfreulich, dass in der anglikanischen Kirche in den Vereinigten Staaten und in der anglikanischen Kirche in Kanada offen homosexuelle Geistliche und Bischöfe erlaubt sind und dort bereits Trauungszeremonien in Nordamerika erlaubt wurden.

    Auf der Britischen Insel hingegen sind zwar offen homosexuelle Geistliche, die am Standesamt heiraten, auch in der Church in England und der Church in Wales erlaubt, aber sie sollen bisher sexuell enthaltsam ihre Beziehung leben. Auch wurden bisher auf den Britischen Inselnd keine Trauungszeremonien in der Church in England und in der Church in Wales erlaubt. Aber die Debatte läuft dort derzeit intentsiv, wie dieser Bericht gut dokumentiert.

    Dafür wurde aber nunmehr auch auf der Britischen Insel das Thema Frauenordination erfolgreich zu einem Ende gebracht: letztes Jahr wurde mit Libby Lane die erste Frau zur anglikanischen Bischöfin geweiht und im Januar 2017 wurde nunmehr mit Joanna Penberthy die erste Frau zur Bischöfin in der Church in Wales geweiht.

    Die Debatte wird dort in England/Wales noch ein wenig weiter gehen, aber ich denke, dass die anglikanischen Kirchen auf den Britischen Inseln sich den anglikanischen Kirchen Nordamerikas anschließen werden, und dann auch Trauungen ermöglichen werden.
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#6 Heinrich der AchteAnonym
  • 16.02.2017, 19:21h
  • Liebe anglikanische Kirche,
    sind Scheidung und Wiederheirat unchristlich oder nicht? Warum habt ihr euch eigentlich vom Vatikan abgespalten?
    Alzheimer? Demenz?
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#7 JadugharProfil
  • 16.02.2017, 19:23hHamburg
  • Christlich wäre es, wenn man die Goldene Regel befolgen würde und nicht die mörderischen Mosaische Gesetze! Die Goldene Regel, die auch christlich ist, besagt, daß man andere Menschen so behandeln muß, wie man selbst behandelt werden möchte bzw. in der negativen Formulierung, daß man dem Anderen nicht etwas antut, was man selbst nicht will, daß es einem selbst angetan wird. Damit wäre dem homophoben K(r)ampf ein Ende gesetzt und wer Frieden stiftet, soll ja in den Himmel kommen! Aber wie es nun so ist, handeln die christlichen Kirchen, was Liebe betrifft, sehr unchristlich! Sie mischen sich sogar in die privaten Angelegenheiten von Nichtchristen und Atheisten ein!
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#8 Patroklos
  • 16.02.2017, 19:36h
  • Es ist zwar gut, daß die Geistlichen diesen Bericht ablehnten, aber daß die Laien ihm zustimmen ist eine Unverschämtheit sondersgleichen!
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#9 Homonklin44Profil
  • 17.02.2017, 04:23hTauroa Point
  • Das liest sich zwar lustig, kann aber nicht ganz stimmen :

    ""Der Streit um die Gleichbehandlung von Homosexuellen schwelt bereits seit Jahren in der anglikanischen Kirche, die weltweit rund 80 Mitglieder hat, davon über 30 Millionen in der "Church of England". ""

    Wenn die weltweit nur 80 Mitglieder haben, können davon eher nur dann 30 Millionen in der "Church of England" mit bei sein, wenn die 80 Mitglieder überproportional an multipler Persönlichkeitsstörung leiden! ;o)

    Was wiederum für Tiefgläubige nicht so schwer sein dürfte ... aber da fehlt wahrscheinlich ein Wort im Satz.

    Ansonsten natürlich glücklich ausgegangen. Die Wirklichkeit scheint auch in solchen Kirchen nicht dauerhaft rausbarrikadiert werden zu können.

    Mal gespannt, wie viele Hundert Jahre die RKK-Knilche sich noch aus der Wirklichkeit heraus barrikadieren...
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#10 Patroklos