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Wahlkreis Köln II

Sven Lehmann auch Direktkandidat der Grünen

Im ehemaligen Wahlkreis von Volker Beck bewirbt sich nun der schwule Landesvorsitzende um ein Direktmandat.


Wechselt voraussichtlich nach Berlin: Sven Lehmann ist seit 2010 Ko-Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen in Nordrhein-Westfalen (Bild: Bündnis 90/Die Grünen NRW)

Nachdem ihm seine Partei im Dezember einen sicheren Listenplatz für die Bundestagswahl verweigerte, tritt Volker Beck in Köln auch nicht mehr als Direktkandidat der Grünen an. Für den Wahlkreis 94 – Köln II, der die Stadtbezirke Lindenthal und Rodenkirchen sowie die Stadtteile Altstadt/Süd und Neustadt/Süd umfasst, wurde diesmal Sven Lehmann aufgestellt.

Der schwule Landesvorsitzende der Grünen NRW dürfte über den sicheren Listenplatz vier mit großer Wahrscheinlichkeit im Herbst in den neuen Bundestag einziehen. Auf dem Parteitag Anfang Dezember hatte der 37-Jährige im Falle einer Regierungsbeteiligung der Grünen die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare versprochen. Lehmann ist Lebenspartner des langjährigen Landtagsabgeordneten Arndt Klocke.

Bei der Bundestagswahl 2013 erzielte Volker Beck im Wahkreis Köln II mit 14,5 Prozent der Erststimmen nur den dritten Platz. Die SPD-Politikerin Elfi Scho-Antwerpes erhielt 32,8 Prozent. Den Wahlkreis gewann mit 40,0 Prozent Heribert Hirte für die CDU. (cw)



#1 SebiAnonym
  • 17.02.2017, 09:34h
  • Ob irgendwelche aufgestellten Kandidaten schwul, lesbisch, hetero oder was auch immer sind, ist letztlich egal (und wird allzuoft nur als Feigenblatt verwendet). In jeder Partei (selbst den Rechten) gibt es auch LGBTI.

    Das einzige was zählt ist die reale Politik.

    Und mal ganz abgesehen vom Verhalten einiger grüner Landesverbände (allen voran in Baden-Württemberg) weigern sich ja auch die Bundesgrünen definitive Zusagen zu machen.

    Wir hören nur, dass sie sich für unsere Gleichstellung einsetzen wollen, aber nicht, dass sie das zur unverhandelbaren Bedingung für eine Koalition machen.

    Von solchen Wischi-Waschi-Aussagen haben wir genug. Die Zeit des Hinhaltens und Taktierens ist endgültig vorbei. Heutzutage wollen die Wähler definitive Zusagen, für was eine Partei steht und dass sie sich dann auch daran hält!!!!!!!!

    Ansonsten wird die Politikverdrossenheit nur noch größer und davon profitieren dann letztlich nur Protestparteien.
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#2 Patroklos
#3 Carsten ACAnonym
  • 17.02.2017, 10:10h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Ja, deswegen sind die Grünen ja momentan auch im Umfragetief.

    Die wollen sich nicht so richtig festlegen, um es sich mit niemandem zu verscherzen. Wer sich aber auf nichts richtig festlegen will, kann umgekehrt auch niemanden überzeugen.

    Dadurch gibt sich eine Partei der Beliebigkeit preis, was letztlich das Todesurteil ist.

    Und gerade bei GLBTI-Rechten sind solche schwammigen Aussagen für die Grünen besonders dumm, da GLBTI eine Haupt-Wählergruppe der Grünen ist.

    Wir wollen definitive Zusagen, wo für die Grünen rote Linien sind, die sie nicht mitmachen wollen. Ohne solche definitiven Zusagen bekommen halt Parteien unsere Stimmen, die bereit sind, sich festzulegen, dass sie ohne unsere längst überfällige Gleichsteklung keine Koalition eingehen werden (z.B. die Linkspartei).
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#4 FinnAnonym
  • 17.02.2017, 10:32h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Die Kretschmann-isierung der Grünen ist halt in vollem Gange.

    Das sieht man ja auch daran, dass mit Cem Özdemir und Katrin Görung-Eckardt gleich zwei Realos zum Spitzen-Team gewählt wurden. Früher hat man noch Wert darauf gelegt, dass jeder der beiden Parteiflügel einen Kandidaten stellte.

    Und sowohl Özdemir als auch Göring-Eckardt haben klar gemacht, dass sie bei Homo- und Transrechten kompromissbereit sind. (Alleine schon die Aussage ist zynisch, da es bei Menschenrechten keine Kompromisse geben sollte.)

    Seit Kretschmanns Erfolg in Baden-Württemberg sind die Grünen wohl so siegestrunken, dass sie sich jetzt auch im Bund allem und jedem anbiedern wollen, um nur ja irgendwie an die Macht zu kommen - um jeden Preis.
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#5 JustusAnonym
  • 17.02.2017, 11:16h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • >>> Die Kretschmann-isierung der Grünen ist halt in vollem Gange. <<<

    Leider ja.

    Aber die Grünen vergessen eines:
    was in Baden-Württemberg offenbar ankommt, muss im Rest Deutschlands noch lange nicht ankommen.

    Deswegen sind die Grünen ja auch in den letzten Monaten in allen Umfragen massiv abgesackt.

    Wenn die Grünen es sich ausgerechnet mit einer ihrer langjährigen Kern-Wählergruppen verscherzen will, werden sie eben dieselbe Lektion wie die FDP erfahren...

    Nicht ohne Grund sind die Grünen in vielen Umfragen nur noch knapp über der (nicht minder bigotten) FDP und weit hinter den Linken.
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#6 stromboliProfil
  • 17.02.2017, 11:34hberlin
  • Antwort auf #5 von Justus
  • zudem muss auch mal gesagt sein und so der heldenlegendenbildung vorbeugend: beck war nicht das linke in der partei der grünen!

    Er war vielsprecher einer kleinbürgerlich ausgerichteten "mitte", zugegeben fleißig, was das bürgerlich homopolitische anbetraf.
    Politisch weiß ich sonst nichts über diesen politemigranten lehmann...
    Ist aber scheints mode; den afd-arsch welsch zieht es nach berlin in der hoffnung, dass dort afd-affine homosexuelle ihn im direktmandatsverfahren oder über die landesliste, ins bundesplauderhäuschen abordnet.

    Müssen die nicht polizeilich gemeldet sein , um so wählbar zu werden?
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#7 goddamn liberalAnonym
  • 17.02.2017, 12:02h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • "Ob irgendwelche aufgestellten Kandidaten schwul, lesbisch, hetero oder was auch immer sind, ist letztlich egal (und wird allzuoft nur als Feigenblatt verwendet)."

    Das hat man gerade bei den Grünen, der Palmer-Partei, noch nicht kapiert.

    Die meisten schwulen Nachwuchspolitiker, die uns da als Beck-Ersatz angepriesen werden, haben in Sachen Bürgerrechte bislang wenig geleistet.

    Auch Lehmann verbinde ich vor allem mit grünlicher Dauerbetroffenheit ohne konkrete Taten.

    Im Gegenteil: Weder gegen den bieder-bräsigen Kretschmann noch gegen Boris Palmer und sein rechtslastiges Vokabular, sein Jammern über eine angebliche 'Homo-Lobby' im Land des rosa Winkels, ist Lehmann aufgestanden.
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#8 Julian SAnonym
  • 17.02.2017, 12:13h
  • Antwort auf #4 von Finn
  • Was mich bei Kretschmann, Özdemir, Göring-Eckardt und immer mehr anderen Grünen besonders stört:

    die faseln immer was von Kompromissbereitschaft und dass man auch "Skeptiker mitnehmen müsse", etc. etc. etc.

    1.
    Es geht hier nicht um die Frage, ob ein Steuersatz 1 Prozent höher oder niedriger sein sollte, sondern um Menschenrechte. Da sollte es keine Kompromisse geben. Oder würden die Grünen auch bei Rassismus, Antisemitismus, etc. Kompromisse fordern?

    2.
    Die Gegner der Gleichstellung sind keine "Skeptiker", sondern schlichtweg Homohasser. Genau wie es eben auch Rassisten, Antisemiten, etc. gibt.

    3.
    Man wird niemals alle Menschen von Grundrechten überzeugen können. Wenn man darauf warten würde, würde sich neimals was bewegen.

    4.
    Laut Anti-Diskriminierungs-Stelle des Bundes sind 80% des Volkssouveräns für die volle Gleichstellung. Und in einer Demokratie entscheidet nun mal die Mehrheit. Oder wieviele müssen noch dafür stimmen, ehe die Politik mal aufwacht? Bei anderen Fragen wären die froh, wenn sie 80% Zustimmung hätten. Wer selbst 80% der Bürger ignoriert, darf sich nicht über explodierende Unzufriedenheit mit der Politik wundern...
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#9 MarcAnonym
  • 17.02.2017, 12:23h
  • Für meinen Freund und mich ist die Sache ganz einfach:

    Wir erwarten, dass die Grünen klipp und klar und ohne Wenn und Aber zusagen, dass sie im Falle einer Regierungsbeteiligung auf volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Eheöffnung und Volladoption) und einen Diskriminierungsschutz ohne Ausnahmen für Religionen bestehen werden. Ohne Abstriche oder Kompromisse.

    Und dass sie ohne dies keine Koalition eingehen werden und auch keine Duldung vereinbaren werden.

    Deutschland hinkt zahlreichen Staaten weit hinterher und die Umsetzung ist längst überfällig.

    Sollten die Grünen das nicht zur unverhandelbaren Bedingung machen und uns das nicht fest zusagen (öffentlich), werden mein Freund und ich nach vielen Jahren die Grünen nicht mehr wählen können.

    Punkt. So einfach ist das...
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#10 BioradiatorProfil
  • 17.02.2017, 14:10hBerlin
  • Es ist sehr ermutigend, dass den Grünen hier im Forum so ein scharfer Wind ins Gesicht weht.
    1999 warf ich den Farbbeutel auf Fischer im Geiste mit, da ich noch auf Rückbesinnung hoffte, oder dass Petra Kelly aus dem Grab erscheint und die ganze Bande mal an den Ohren zieht.
    Nichts von dem geschah und die Grünen wurden eine Mogelpackung, ein trojanisches Pferd im Lager der Emanzipation.
    Und wie wir heute wissen, saßen im Inneren nicht nur wie befürchtet Neoliberale, die sich von Gaddafi-Beratern schmieren lassen (Özdemir/Hunzinger), sondern tiefschwarze Händefalter, die aus ihrer Homophobie keinen Hehl machen (Kretschmann).
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