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Österreich

Festgenommener Hitler-Imitator war Gay-Model

Der kürzlich im Braunau festgenommene Hitler-Imitator hat in der Vergangenheit auch als Model eines Schwulenmagazins gearbeitet – damals noch ohne Oberlippenbärtchen und mit blondierten Haaren.


Viereinhalb Jahre vor seiner Festnahme posierte Z. für ein Schwulenmagazin

Harald Z. sorgte Anfang der Woche weltweit für Schlagzeilen, als er im Hitler-Kostüm durch Braunau, die oberösterreichische Geburtsstadt des Diktators, marschierte. Dabei machte er mit Touristen Selfies und imitierte den früheren Führer – bis am Montagabend die Handschellen klickten.

Nun berichten österreichische Medien, dass der 25-jährige "Harald Hitler" 2012 für das Schwulenmagazin "Gleichlaut" gemodelt hatte. Er sei zu dieser Zeit auch in einer Statistenrolle im österreichischen Kurzfilm "Homophobia" aufgetreten. Darin wird die Geschichte eines schwulen Wehrpflichtigen im österreichischen Bundesheer erzählt.

Z. befindet sich derzeit in Untersuchungshaft in der Bundeshauptstadt Wien. Ihm wird die Verherrlichung des nationalistischen Regimes vorgeworfen. Nach österreichischem Recht droht jedem eine bis zu zehnjährige Haftstrafe, der "öffentlich oder vor mehreren Leuten, in Druckwerken, verbreiteten Schriften oder bildlichen Darstellungen" zu einer Wiederbetätigung "auffordert, aneifert oder zu verleiten sucht" oder die NSDAP verherrlicht oder "sich auf andere […] Weise im nationalsozialistischen Sinn betätigt".

Direktlink | Bericht in der Nachrichtensendung des österreichischen Privatsenders Servus-TV vor der Festnahme

Z. war ein "lustiger Kerl"

Laut Medienberichten soll Z. vor wenigen Monaten ins extrem rechte Milieu abgerutscht sein: Ein ehemaliger Kumpel erklärte im Magazin "Österreich", dass Z. in der Vergangenheit ein "lustiger Kerl" gewesen sei, den er nie als strammen Rechten empfunden hatte. "Er wollte immer berühmt werden. Ich vermute eine narzisstische Persönlichkeitsstörung."

Der Freund erklärte weiter, dass der Hitler-Darsteller nicht schwul gewesen sei. So habe er auch an der österreichischen TV-Kuppelshow "Messer, Gabel, Herz" teilgenommen und um das Herz von Modedesignerin Rebekka geworben – allerdings ohne Erfolg. Er habe sich gerne in der Schwulenszene bewegt, "weil er wusste, dass Schwule gute Kontakte in der Künstlerszene haben", so Z.s früherer Kumpel. Auch beim Wiener Life Ball sei er über den Catwalk stolziert.

Doch dann der Einschnitt: Z. habe, wie ein Grünenpolitiker herausfand, im Selbstverlag die Zeitschrift "Das Arbeitertum" herausgegeben, die NS-Ideologie verbreitete. Für die Publikation wurde unter anderem mit dem Goebbels-Zitat "Lernt das Volk verstehen, dann wird das Volk euch verstehen" geworben. Erstmals im Hitler-Kostüm soll Z. bei einem österreichischen Ableger der rechtsextremistischen Pegida-Bewegung aufgetreten sein.

Anfang diesen Jahres wollte er den Berichten zufolge von Wien nach München umziehen und legte einen Zwischenstopp in Braunau ein. Weil ihm dort das Geld ausging, soll er seine Reisekasse als Hitler-Imitator aufgebessert haben, indem er Touristen um Spenden bat. Nun sorgt die Republik Österreich für Kost und Logis. (cw)



#1 stromboliProfil
  • 17.02.2017, 15:12hberlin
  • " Goebbels-Zitat "Lernt das Volk verstehen, dann wird das Volk euch verstehen"
    derletzt hier auf queer.de eine inhaltliche variante dieses satzes gelesen.. man müsse vereinfachen damit die leser das komplizierte verstehen...
    Nicht braunau, nicht rheygt-mönchengladbach..
    nein irgendwo in hannover, mir deucht.
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#2 wiking77
#3 Tommy0607Profil
  • 17.02.2017, 17:30hEtzbach
  • Vor dieser Braunen Seuche ist keiner gefeit ; leider auch viele Schwule nicht . Darum sollt man manchmal vorsichtig sein , wem man glaubt . Denn Nazis suchen immer Dumme . Und leider laufen diesen rassistischen , homophoben Verein zuviele Schwule hinterher . Solche Schwule sind wie dumme Kälber , die ihren eigenen Schlachter suchen ! Wehe uns vor diesen Rassistischen , Homophoben Rechtspopulisten !
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#4 saltgay_nlProfil
  • 17.02.2017, 17:40hZutphen
  • Oh je, nun kriegen es die Hannoveraner ab, welche obendrein eventuell schwul sind, hier kommentieren, oder sonst als Oberlehrer auftreten. In welchem Zusammenhang steht das mit Harald Hitler? Das kann ich nicht verstehen, wohl aber die Abneigung gegen Hannover - diese Gegend ist einfach nur schrecklich. Doch zurück ins Innviertel.

    Es ist ja schon beruhigend zu wissen, dass der Hitler-Enkel nicht nach München an die Akademie wollte und auch keine Postkarten malte. Wobei er jederzeit noch Politiker werden kann. Die AfD sucht händeringend nach solchen Politstars, denn den Höcke sieht man sich schnell über und die Frauke Petry mit ihrem POS-Lehrerinnencharme a la NBI-Titelfoto reißt auch keine Hete mehr vom Hocker.

    Der Typ hat aber noch eine weitere Chance in der Politik. Er könnte als erfolgreicher StartUp-Unternehmer in der FDP Karriere machen. Geschäft ist Geschäft und ob nun jemand wie der Parteivorsitzende "Internet-Avatare" vertickt, oder "Hitler-Imitator" ist, beide sind Leistungsträger, welcher Leistungen auch immer.

    So darf der junge Mann alsbald im Knast seinen "Kampf" schreiben, zur AfD oder zur FDP wandeln um sich dort als Politiker zu verdingen. Nichts ist unmöglich.
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#5 stromboliProfil
  • 17.02.2017, 19:06hberlin
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • darauf hinweisen, dass zitate und ihre inhaltlichen adaptionen längst einlass ins mainstreamdenken und schreiben gefunden hat.. auch hier auf queer. de...

    Man muss nur die augen offenhalten und belesen die zeichen wiedererkennen, und von zeit zu zeit roß und reiter sprich urheber und widergänger benennen.
    Die hannoveraner adresseninhaberin wird den wink schon verstehen...
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#6 SchoonmakerProfil
  • 17.02.2017, 20:12hDoetinchem
  • Mir war bisher nicht bewußt das Österreich, wo rechtsextreme Parteien sehr großes Wählerpotenzial haben, so hart gegen Naziverehrer und demzufolge wohl auch Holocaustverharmloser vorgeht.

    Hätte Höcke nicht seine Rede in Österreich halten können?
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#7 OrthogonalfrontAnonym
#8 Patroklos
#9 OrthogonalfrontAnonym
#10 Homonklin44Profil
  • 18.02.2017, 03:35hTauroa Point
  • Ich musste schon an den Hauptmann von Köpenick denken, als ich von der Festnahme irgendwo las. Es gibt solche Typen, die vielleicht auf Uniformen abfahren und gern Rollen spielen, das aber nicht im kleinen oder privaten Kreis lassen können.
    Geltungsbedarf, Aufmerksamkeitsdefizite, irgendwas Selbstverliebtes, sie stellen sich gern in den Mittelpunkt, und genießen die Zuwendung. das Gespräch über sich.

    Eigentlich harmlose Zeitgenossen, aber derMister H.Z. hat wohl den denkbar schlechtesten Griff für die Aufmerksamkeit gewählt. Besonders in Österreich.
    Hätte er sich doch besser als Sissi verkleidet, ihm wären die Herzen der Männerwelt hold. Bei Franzl vermutlich auch, oder wenn er Bulli Herbig imitiert hätte
    Dann wäre er außerdem voll schwul rübergekommen ;o)
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