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Schwule Sexszene muss raus

"Moonlight" läuft in Indien nur zensiert

Das hochgelobte Meisterwerk "Moonlight" wird im indischen Kino bis zur Unkenntlichkeit zerschnipselt.


In Deutschland läuft "Moonlight" am 9. März in den Kinos an (Bild: A24)

Die dem indischen Informationsministerium unterstellte Zensurbehörde hat den Film "Moonlight" nur unter Schnittauflagen für die Vorführung in Kinos für Besucher ab 18 Jahren freigeben. Wie indische Medien melden, ist der Behörde insbesondere eine schwule Sexszene ein Dorn im Auge. Der Film läuft am Freitag in Indien an.

So dürfen Zuschauer auf dem Subkontinent nicht sehen, wenn im Film angedeutet wird, dass der jugendliche Protagonist Chiron mit der Hand von seinem besten Freund befriedigt wird, obgleich keine schlüpfrigen Details in der Szene gezeigt werden.

Das Magazin DNA zitiert eine nicht namentlich genannte Quelle mit den Worten: "Die Zensurbehörde hat angeordnet, dass der gesamte Hand-Job gestrichen werden muss. Wir hören den Protagonisten nur sagen, dass ihm das, was passiert ist, Leid tut. Indische Zuschauer werden aber nicht verstehen, über was er spricht."

Auch eine heterosexuelle Sexszene sei der Schnittschere zum Opfer gefallen. Außerdem ordnete die Behörde, wie schon bei Filmen zuvor, die Löschung mancher Kraftausdrücke wie "Bitch" oder "Motherfucker" an.

"Moonlight" erzählt die Geschichte des jungen Schwarzen Chiron, der in Miami fernab jeglichen Glamours bei seiner cracksüchtigen Mutter aufwächst. Der Film begleitet entscheidende Momente in Chirons Leben von der Kindheit über seine Jugend bis ins Erwachsenenalter, in denen er sein Schwulsein und sich selbst entdeckt, für seinen Platz in der Welt kämpft, seine große Liebe findet und wieder verliert. Ein Trio aus drei talentierten Schauspielern (Alex R. Hibbert, Ashton Sanders, Trevante Rhodes) verkörpert die Hauptfigur in diesen drei Phasen seines Lebens.

Acht Oscar-Nominierungen

Der Film wurde von Kritikern hoch gelobt und erhielt unter anderem acht Oscar-Nominierungen (queer.de berichtete). Bei den SAG Awards erhielt Mahershala Ali, der eine Vaterfigur von Chiron spielt, den Preis als bester Nebendarsteller (queer.de berichtete).

In den USA ist "Moonlight" bereits im Oktober angelaufen, in Deutschland ist der Kinostart der 9. März. Die Zensoren verschiedener Länder sind sich in ihrer Bewertung des Filmes nicht einig: Während er in den USA wegen "Sexualität, Drogengebrauchs, ein wenig Gewalt und vielen Kraftausdrücken" ab 17 Jahren freigegeben ist, können ihn Briten bereits ab 15 und Schweden ab 11 Jahren sehen. In Frankreich wurde der Film ohne Altersbeschränkung freigegeben. Die deutsche FSK hat bislang noch nicht entschieden, ob Kinder oder Jugendliche "Moonlight" sehen dürfen. (dk)

Direktlink | In dieser Woche wurde ein neuer deutscher Trailer zu "Moonlight" veröffentlicht



#1 SiddaAnonym
#2 SebiAnonym
#3 Miguel53deProfil
  • 17.02.2017, 22:22hOttawa
  • Ich habe den Film schon sehen koennen. Er ist unglaublich gut gemacht und gespielt. In saemtlichen Rollen. Die Athmosphaere authentisch und sehr gut ausbalanciert. Und durchweg sehr bedrückend bis bedrohlich.

    Die beanstandete Scene ist so sanft und liebevoll angedeutet, dass es ebenso laecherlich, wie aergerlich ist, sie herauszuschneiden. Der Film wird dadurch verzerrt und unverständlich.

    Eine komplette Freigabe ist eigentlich die einzig richtige Entscheidung. Eltern, die ihre Kinder gut kennen, koennen da am besten selbst entscheiden, ob sie den Film sehen und nachvollziehen koennen.

    Die Unterdrückung dieser kurzen, aber fuer die Geschichte bedeutenden Scene zerstöret den kompletten Film und sein Anliegen.
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#4 schwarzerkater
  • 18.02.2017, 00:30h
  • lieber verfasser des artikels "dk", bitte recherchiere doch mal genau nach, was in indischen filmen erlaubt ist und was nicht.
    in indiens (heterosexuellen) filmen gibt es auch keine klaren oder deutlichen sexuellen handlungen. wer seinen film in indien zeigen möchte, der unterliegt halt den moralvorstellungen des landes indien.
    andere länder (china oder muslimische länder) bringen den film möglicherweise nicht mal zensiert in die kinos.
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#5 JadugharProfil
  • 18.02.2017, 01:30hHamburg
  • Leider weiß ich nicht, welcher Religionszugehörigkeit der Zensor hatte. Immerhin fast die Hälfte der Inder sind Muslime. Doch auch die Hindus waren früher nicht so prüde. An vielen Tempeln sind erotische Szenen oder Pornographien. Da werden Geschlechtsteile verehrt und angebetet (Lingam und Yoni = Penis und Scheide). Selbst Nacktheit ist in Indien kein Tabu, sonst dürften die Sadhus nicht nackt herumlaufen oder im Ganges baden. Queen Victoria hatte die Prüderie in Indien eingeführt. Das muß ja endlich mal überwunden werden.
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#6 Homonklin44Profil
  • 18.02.2017, 04:05hTauroa Point
  • Das Echo der falschen Verklärung und des religiotisch politisierten Befürchtens macht die besten Filme zu verstümmeltem Murks.

    Leute können selbst entscheiden, was sie sehen möchten, dafür bedarf es keiner staatlichen Zensur!

    Traurig.
    Ich hoffe, hier kommt der Film vollständig in die Kinos.
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#7 Patroklos
  • 20.02.2017, 12:12h
  • Einen Preis hat der Film "Moonlight" schon einmal bekommen, und zwar den Preis des US-Autorenverbandes Writers Guild of America (WGA) für das beste Originalskript. Herzlichen Glückwunsch!
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#8 Patroklos