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Berlinale

"A Fantastic Woman" gewinnt Teddy-Award

Bei der 31. Verleihung des renommierten LGBTI-Filmpreises am Freitagabend im Haus der Berliner Festspiele wurde die lesbische Regisseurin Monika Treut für ihr Lebenswerk geehrt.


Szene aus "A Fantastic Woman": Die transsexuelle Marina (Daniela Vega) fliegt nach dem Tod ihres Lebenspartners aus der gemeinsamen Wohnung
  • 18. Februar 2017, 04:59h, Noch kein Kommentar

Im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele wurden am Freitagabend in Berlin zum 31. Mal die Teddy Awards verliehen. Als bester queerer Spielfilm wurde bei der Gala im Haus der Berliner Festspiele das Drama "Una mujer fantastica" (A Fantastic Woman) des chilenischen Regisseurs Sebastián Lelio ausgezeichnet. Der Film handelt von einer transsexuellen Kellnerin, die nach dem plötzlichen Tod ihres älteren Freundes um ihr Recht auf Trauer kämpfen muss.

"Ein handwerklich perfekter Film mit einem großartigen filmischen Ansatz, der eine intime, aber wenig beachtete Geschichte erzählt", heißt es in der Begründung der Jury. "Dieser Film zeigt ein sehr authentisches Universum, welches durch die faszinierende und natürliche Leistung von Daniela Vega als Marina geprägt ist. Sebastián Lelio hat die Geschichte mit Verständnis und Mitgefühl ausgestattet, das die anhaltende Diskriminierung und die Marginalisierung von Transgender-Menschen auf der ganzen Welt beleuchtet."

Direktlink | Trailer zu "A Fantastic Woman"

Teddys für "My Gay Sister" und "Small Talk"

Als bester Kurzfilm wurde "Min Homosyster" (My Gay Sister) ausgezeichnet. Die schwedische Regisseurin Lia Hietala erzählt darin die Geschichte eines jungen Mädchens, das mit Hilfe seiner großen Schwester und deren Freundin etwas über die Liebe lernt.

"Ri Chang Dui Hua" (Small Talk) erhielt den Teddy Award für den besten Dokumentarfilm. Die taiwanesische Regisseurin Hui-chen Huang stellt darin ihre eigene Familiengeschichte als "Tomboy" dar, die dem Publikum einen Einblick in eine wenig vertraute Kultur gibt. "Dieser kraftvolle Dokumentarfilm schafft es gleichermaßen bedeutungsvoll und äußerst intim zu sein", würdigte die Jury.

Direktlink | Trailer zu "Small Talk"

Spezialpreis für "Close-Knit"

Der Spezialpreis der Teddy-Jury ging an den japanischen Spielfilm "Karera ga Honki de Amu Toki Wa" (Close-Knit) von Naoko Ogigami. Der Film gewährt den Zuschauern einen Einblick in die japanische Kultur und die Liebe der Regenbogenfamilien durch die Augen eines elfjährigen Mädchens: "Filmemacher Naoko Ogigamis natürliche Dialoge und ihr Sinn für Humor sorgen für ein ganz besonderes Kinoerlebnis. Ogigami legt besonderen Wert auf einzigartige Details wie die gestrickten Objekte, die schöne Kinematographie und die universelle Anziehungskraft einer erbaulichen, aber realistischen Geschichte."

Direktlink | Trailer zu "Close-Knit"


Der nach Harvey Milk benannte Leserpreis "Der Harvey" des Magazins "Männer" ging an den Film "God's Own Country" von Francis Lee über einen jungen schwulen Bauern.

Direktlink | Szene aus "God's Own Country"

Mit dem Spezial-Teddy-Award für die künstlerische Lebensleistung wurde in diesem Jahr die lesbische und feministische Regisseurin Monika Treut ausgezeichnet (queer.de berichtete). "Monika Treut prägte nicht nur das feministische und lesbische Kino seit den Achtzigerjahren, sondern auch die deutschsprachige unabhängige Filmszene, und inspirierte als Wegbereiterin des New Queer Cinema bis hinein ins US-amerikanische Indie-Kino", heißt es in der Begründung der Jury.

Mit den Teddys werden seit 1986 während der Berlinale Filme ausgezeichnet, die sich mit den Lebenswelten sexueller und geschlechtlicher Minderheiten sowie deren Diskriminierung beschäftigen. Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr Gizem Bayikse vom "Pink Life QueerFest" in der Türkei, Sachiko Imai vom International Lesbian & Gay Film Festival Tokyo "Rainbow Reel", Hassan Kamoga vom "Queer Kampala International Film Festival" in Uganda, Marjo Pipinen vom "Love & Anarchy – Helsinki International Film Festival", Carl Spence von den internationalen Filmfestivals in Palm Springs und San Francisco, Martin Wolkner von "homochrom" aus Nordrhein-Westfalen sowie Filmemacher Saadat Munir. (cw)