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Präsidentschaftswahlkampf

Macron: Frankreich hat Homo-Gegner "gedemütigt"

Der Favorit bei den französischen Präsidentschaftswahlen sorgt mit kontroversen Aussagen für Aufregung. Die Rechtsextremistin Marine Le Pen verspricht unterdessen, Homosexuellen das Ehe-Recht wieder zu entziehen.


Emmanuel Macron macht sich Sorgen um die Seelenlage von Menschen, die Homosexuellen nicht die selben Rechte einräumen wollen (Bild: OFFICIAL LEWEB PHOTOS / flickr)

Im französischen Präsidentschaftswahlkampf gibt es zunehmend kritische Töne über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben im Jahr 2013: Für Aufregung sorgte am Donnerstag der unabhängige Kandidat Emmanuel Macron, der derzeitige Favorit für die Nachfolge von François Hollande.

In einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "L'Obs" sagte der 39-Jährige, es sei ein "grundlegender Fehler" der Hollande-Regierung gewesen, mit dem Gesetzentwurf zur Ehe für alle "Teile des Landes" zu ignorieren. "Dieses Frankreich" sei damit "gedemütigt" worden.

"Man darf nie jemanden demütigen, sondern muss mit ihm sprechen und diskutieren", so Macron. Ansonsten würden sich Teile der Gesellschaft aus dem demokratischen Diskurs verabschieden. Bislang galt Macron, wie laut Umfragen auch zwei Drittel der Franzosen, als glühender Anhänger der Ehe für alle – er ordnet sich wirtschaftspolitisch als Politiker der Mitte ein und gilt in gesellschaftlichen Fragen als liberal.

Virginie Combe von der LGBTI-Organisastion SOS Homophobia kritisierte, der unabhängige Kandidat wolle mit diesen taktischen Äußerungen nur Stimmen unter homophoben Wählern sammeln. Sie bezeichnete es als "grundlegenden Fehler", wenn Macron den Hass der Homo-Gegner ausblende.

Auch auf Twitter gab es Empörung über die Äußerungen Macrons. Viele Nutzer posteten homophobe Transparente aus den Demonstrationen gegen die Ehe-Öffnung – etwa wenn Homosexuelle auf Plakaten mit Affen gleichgesetzt wurden.

Twitter / Gros_Romain

Als ein Grund für die Aussage Macrons wird eine homophobe Kampagne gegen ihn angesehen. So wurde der junge Politiker kürzlich von einem konservativen Parlamentsabgeordneten als Kandidat der "Homo-Lobby" bezeichnet (queer.de berichtete). Auch Gerüchte, er sei schwul, wurden angeheizt, insbesondere von russischen Staatsmedien.

In dem Interview mit Macron sorgten auch kontroverse Aussagen zum ehemaligen französischen Kolonialgebiet Algerien für Aufregung. Macron erklärte, dass Frankreich als Kolonialmacht Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen habe. Das irritierte konservative Kommentatoren. So kritisierte die Zeitung "Le Figaro" in einem Leitartikel auf der Titelseite, Macron würde die Geschichte der Kolonisierung für ein paar Stimmen algerisch-französischer Wähler verfälschen.

Macron gilt bei den Wahlen – zumindest laut Wettbüros – als aussichtsreichster Kandidat, seitdem der republikanische Bewerber François Fillon wegen einer Korruptionsaffäre massiv in den Umfragen eingebrochen ist, während der sozialistische Kandidat Benoît Hamon von vielen Wählern als zu links angesehen wird. In Umfragen liegen Macron und Fillon derzeit mit jeweils 18 bis 20 Prozent an zweiter Stelle hinter der Rechtsextremistin Marine Le Pen von der Partei "Front National", der für die Wahl Ende April 26 Prozent vorausgesagt werden. Im zweiten Wahlgang, in dem die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen antreten, wird laut Umfragen erwartet, dass der Anti-Le-Pen-Kandidat mit deutlichem Vorsprung das Rennen machen wird.

Le Pen will Homo-Paaren Ehe-Recht entziehen

Nach dem Brexit und dem Wahlsieg von Donald Trump schließen viele Beobachter allerdings nicht aus, dass Le Pen eine Chance auf die Präsidentschaft hat. Bei einem Sieg der erbitterten Europa-Gegnerin könnte auch die Ehe für alle auf dem Spiel stehen: In ihrem Wahlprogramm hat Le Pen 144 Versprechen an die Bevölkerung abgegeben, darunter auch die Abschaffung der Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht.


Marine Le Pen macht Wahlkampf mit der Abschaffung der Ehe für alle (Bild: Global Panorama / flickr)

So heißt es in Versprechen 87, Le Pen wolle die PACS, die seit 1999 in Frankreich bestehenden eingetragenen Partnerschaften für Hetero- und Homosexuelle, "verbessern" und damit die Ehe für alle "ersetzen". Diese Reform soll nicht rückwirkend gelten – die bestehenden gleichgeschlechtlichen Ehen würden also beibehalten werden. Neue Ehen könnten aber nur noch von Heterosexuellen geschlossen werden.

In der Vergangenheit hatte sich Le Pen mit negativen Äußerungen zu Homo-Rechten zurückgehalten und eher gegen andere Minderheiten, insbesondere Muslime, Stimmung gemacht. Andere Politiker der Partei waren weniger zimperlich, darunter etwa ihre Nichte, die FN-Abgeordnete Marion Maréchal-Le Pen. Sie hatte bei den homophoben Massendemonstrationen gegen die Ehe-Öffnung teilgenommen.

Marines Vater, der frühere Parteichef Jean Marie Le Pen, hatte Homosexuelle noch als "biologische und soziale Anomalie" bezeichnet. Er wollte in den Achtzigern auch HIV-Positive isolieren. Marine wollte dagegen ihrer Partei ein weicheres Image verleihen und bot etwa einen schwulen Bürgermeisterkandidaten auf oder holte sich mit Sébastien Chenu, dem Gründer der LGBT-Organisation Gaylib, einen offen schwulen Mann in ihren Beraterstab. (dk)



#1 myysteryAnonym
#2 thorium222Profil
  • 20.02.2017, 13:10hMr
  • Na super, mit solchen Kandidaten wie Fillon und Macron steht ja der volksverhetzenden Le Pen nichts mehr im Wege!
    Was für Versager! Echt furchtbar! Umfaller und opportunistische Stimmennachlaufer ohne Überzeugungen oder in Korruptionsaffären verwickelt. Echt das Letzte!
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#3 Tommy0607Profil
#4 AlbrechtAnonym
  • 20.02.2017, 14:54h
  • Jetzt versucht sogar schon Macron, sich bei den Homohassern anzubiedern.

    Um seine Aussagen mal klar zu stellen:

    1.
    Wenn manche Leute sich "gedemütigt" fühlen, weil sie nicht mehr diskriminieren dürfen, ist das deren Problem.

    2.
    Für Leute, die weiterhin hassen wollen, darf man kein Verständnis haben. Mit solchen Leuten kann man auch nicht diskutieren, da sie sich dann nur bestätigt fühlen und erst richtig aufdrehen.

    3.
    Auch wenn das viel zu viele sind, so ist das immer noch eine Minderheit der Franzosen. Die überwältigende Mehrheit der Franzosen (mehr als zwei Drittel) hat nichts gegen die Ehe für alle. Wenn überhaupt, hat man also nicht "Frankreich gedemütigt", sondern nur eine schrille Minderheit von Homohassern und anderen Faschisten.

    4.
    Wer sich solchen Leuten anbiedert, macht sie erst salonfähig und nur noch stärker.
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#5 NoahAnonym
  • 20.02.2017, 15:03h
  • ++++++++ ZITAT ++++++++++++++++++
    Als ein Grund für die Aussage Macrons wird eine homophobe Kampagne gegen ihn angesehen. So wurde der junge Politiker kürzlich von einem konservativen Parlamentsabgeordneten als Kandidat der "Homo-Lobby" bezeichnet [...]. Auch Gerüchte, er sei schwul, wurden angeheizt, insbesondere von russischen Staatsmedien.
    ++++++++ENDE ZITAT +++++++++++++

    Das darf weder ein Grund noch eine Entschuldigung für seine Verharmlosung von Homohass sein.

    Wenn manche Idioten ihm unterstellen, schwul zu sein, weil sie das als Makel ansehen - so what... Wäre das ein Problem, wenn es wirklich so wäre?!

    Solche Leute muss man einfach labern lassen. Das sollte man nicht mal kommentieren, dann demaskieren die sich schon von selbst.

    Wenn man darauf reagiert, wertet man deren Aussagen nur auf und tut so, als sei das etwas, was tatsächlich schändlich wäre.

    Und was die Russen an Fake-News verbreiten, um ihre Idee einer "post-westlichen Weltordnung" (O-Ton des russischen Außenministers Sergej Lawrow; Quelle: z.B.
    www.welt.de/politik/ausland/article162188621/Lawrow-strebt-n
    eue-postwestliche-Weltordnung-an.html)

    durchsetzen, sollte man erst recht nicht beachten. Indem man sich von sowas beeinflussen lässt, gibt man diesen Spinnern mehr Beachtung und Wichtigkeit als sie wert sind.
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#6 Patroklos
#7 GeorgGProfil
  • 20.02.2017, 16:50hBerlin
  • Es läuft immer gleich ab:

    - Ein heterosexueller Prominenter sieht gut aus und setzt sich für die Gleichberechtigung von Schwulen ein.

    - Einige frustrierte Schwule verstehen das falsch und bezeichnen diesen Prominenter als schwul, obwohl er verheiratet ist und Kinder hat.

    - Durch dieses Schwulengetratsche verbreitet sich das Gerücht, der Prominente sei tatsächlich schwul.

    - Verärgert über dieses Schwulengerede bekommt der Prominente Angst, dass er durch dieses Gerede Nachteile bekommt und er zieht deshalb seine Unterstützung für die Schwulen zurück.

    Das gilt nicht nur für Politiker, sondern auch für gut aussehende Schauspieler und Sänger.
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#8 Homonklin44Profil
  • 20.02.2017, 17:36hTauroa Point
  • Eher die Folge von barem Kalkül.

    Der hat mitbekommen, wie umfangreich die "gedemütigten Landesteile" sind, also wieviele potenzielle Wähler in der braun angegammelten Ecke harren.

    Und die will er natürlich irgendwie anfixen, und seien es nur die noch am nächsten zur Mitte hin Pendelnden.

    Verpackt unter dem Mäntelchen der Diskussionsbereitschaft kommt das nicht gar so heimtückisch rüber. So ähnlich läuft das doch hier mit den Fragmenten der Linksparteien, die mit den DfA und "Besorgten Eltern" bzw. Religioten in einen negotiativen Diskurs treten wollen.

    Um über die Differenzen zu verhandeln, und ein bisschen an Gleichwürde nachzugeben. Bis man wieder vor denen zu Kreuze kriecht.

    Windfähnchenpolitik.
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#9 TheDadProfil
  • 20.02.2017, 17:58hHannover
  • Antwort auf #7 von GeorgG
  • ""Es läuft immer gleich ab:

    - Ein heterosexueller Prominenter sieht gut aus und setzt sich für die Gleichberechtigung von Schwulen ein.

    - Einige frustrierte Schwule verstehen das falsch und bezeichnen diesen Prominenter als schwul, obwohl er verheiratet ist und Kinder hat.""..

    Wo genau steht das im Artikel ?

    Mal abgesehen von der Tatsache daß die "Vorwürfe" nicht von ""frustrierte(n) Schwule(n)"", sondern vom politischem Gegner erhoben werden, Emmanuel Macron zwar verheiratet ist, aber keine Kinder hat, und der "Skandal" der Ehe darin besteht, daß seine Frau 24 Jahre älter ist, und er sie als 17-Jähriger als Lehrerin auf eine Jesuiten-Schule kennenlernte..
    Könnte man alles wissen, denn es ist nachlesbar, und stand schon in anderen Artikeln hier..

    Und wen machst Du hier zum "Schuldigen" ?

    Natürlich die Schwulen..
    Dein internalisierter Selbsthass hat sich zu neuen Stil-Blüten entwickelt, und die Schwelle der Behandlungsbedürftigkeit erreicht !
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#10 RobinAnonym
  • 20.02.2017, 18:28h
  • >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Macron: Frankreich hat Homo-Gegner "gedemütigt"
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Aha, wenn Homohasser uns als Kinderschänder bezeichnen, mit Tieren vergleichen, etc. ist das für Macron keine Demütigung.

    Aber wehe, man kritisiert das oder geht gar so weit, Diskriminierung zu beenden und Grundrechte umzusetzen. Das ist für ihn dann plötzlich Demütigung.
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