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Drei Jahre nach Einführung eingetragener Partnerschaften

Malta will Ehe für lesbische und schwule Paare öffnen

Die Ministerin für Freiheitsrechte Helena Dalli kündigte am Dienstag einen entsprechenden Gesetzentwurf an.


Für die ILGA-Europe war Malta bereits im vergangenen Jahr das LGBTI-freundlichste Land Europas

Als 23. Staat der Welt und 13. in Europa könnte Malta in diesem Jahr – noch vor Deutschland – die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare öffnen. Sie arbeite an einem entsprechenden Gesetzentwurf, kündigte die Ministerin für Freiheitsrechte Helena Dalli am Dienstag auf einer Veranstaltung der LGBTI-Organisation Drachma an.

Ein Teilnehmer hatte Dalli auf die fehlende Gleichstellung im Eherecht angesprochen, berichtete die Zeitung "Times of Malta". "Sie werden es nicht glauben, aber gestern habe ich eine Gesetzesnovelle zur Ehe für alle formuliert", erklärte die Politikerin der sozialdemokratischen Partit Laburista und erhielt dafür großen Applaus. "Die Eingetragene Partnerschaft befindet sich bereits auf demselben Niveau wie die Ehe. Es gibt dieselben Rechte, nur einen anderen Namen, das wollen wir ändern", so die Ministerin.

Auch Premierminister für Eheöffnung

Im vergangenen Jahr hatte sich bereits Premierminister Joseph Muscat für die Ehe für alle ausgesprochen. Die Partit Laurista hat seit der jüngten Wahl 2013 im Repräsentenhaus des kleinsten EU-Mitgliedsstaates eine absolute Mehrheit. Die konservativ-christdemokratische Opposition von der Partit Nazzjonalista lehnt die rechtliche Gleichstellung homosexueller Partnerschaften hingegen ab.

Muscats Regierung hat die rechtliche Situation von LGBTI in Malta seit Amtsantritt enorm verbessert. Zuletzt beschloss sie im Dezember 2016 ein Totalverbot von "Therapien" zur "Heilung" von Lesben und Schwulen – als erster Staat in Europa (queer.de berichtete). Bereits zuvor galt Malta laut der von ILGA-Europe erstellten "Rainbow 2016"-Liste als LGBTI-freudlichstes Land auf dem Kontinent (queer.de berichtete). Seit 2015 hat Malta eines der weltweit fortschrittlichsten Gesetze zu Trans- und Intersexualität (queer.de berichtete).

Eingetragene Partnerschaften für Lesben und Schwule, zu denen das volle Adoptionsrecht gehört, gibt es erst seit 2014 (queer.de berichtete). Nach nur drei Jahren könnten sie schon bald obsolet sein. (cw)



#1 SebiAnonym
  • 22.02.2017, 09:13h
  • Hoffentlich klappt das und wird schnell umgesetzt. Je mehr Staaten demokratische Grundrechte achten desto besser.

    Nicht nur für die LGBTI, sondern auch für die Heteros. Und übrigens auch für die Wirtschaft.
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#2 Patroklos
  • 22.02.2017, 09:23h
  • Das ist super, wenn die Mittelmeerinsel so schnell wie möglich die "Ehe für Alle" einführt! Zwar wird die Katholische Kirche Amok dagegen laufen, aber es ist richtig und wichtig, daß Schwule und Lesben heiraten dürfen! Die maltesische Regierung zeigt der Katholischen Kirche mit der Eheöffnung den symbolischen Mittelfinger!
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#3 IM ErikaAnonym
  • 22.02.2017, 09:59h
  • Ich finde es faszinierend, dass ein Land eine "Ministerin für Freiheitsrechte" hat!

    Falls Deutschland so etwas hätte, würde Merkel vermutlich diese Erika Steinbach auf den Posten setzen und somit die Ziege zur Gärtnerin machen.
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#4 AlexAnonym
  • 22.02.2017, 10:11h
  • Antwort auf #2 von Patroklos
  • Es ist nicht der Sinn von Menschenrechten, mit ihrer Einhaltung religiöse Gruppen zu beleidigen.

    Klar mögen sich Christen beleidigt fühlen, wenn man ihre antiquierten Dogmen ignoriert, aber nur wenn sie sich unbedingt aufregen wollen. Das ist jedoch nicht der Zweck der Übung.

    Also kein Mittelfinger gegen die Katholische Kirche, sondern ein neutrales "Meh, eure Ansichten sind nicht mehr Zeitgemäß." Das Gefühl kennen die ja seit Galileo.
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#5 FinnAnonym
#6 FinnAnonym
  • 22.02.2017, 10:22h
  • Antwort auf #4 von Alex
  • >>> Es ist nicht der Sinn von Menschenrechten, mit ihrer Einhaltung religiöse Gruppen zu beleidigen. <<<

    Aber wenn die sich beleidigt fühlen, sollte das auch kein Grund gegen Menschenrechte sein. Und da die sich ja bekanntlich über alles aufregen, was nicht nach ihrer Nase geht, lässt sich das eben kaum vermeiden.

    Und all dem Leid, was die über Jahrhunderte über die Menschheit gebracht haben, kann man denen auch ruhig mal den Mittelfinger zeigen und ihnen beweisen, dass heute kein klar denkender Mensch mehr auf deren Wahn hört und dass sie ihre Macht verlieren...
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#7 stromboliProfil
  • 22.02.2017, 10:53hberlin
  • Antwort auf #6 von Finn
  • völlig richtig!
    Und was heißt hier eigentlich "religiösen glauben beileidigen "

    Wie kann "glaube beleidig sein" , weil andere diesen "glauben" nicht teilen, und da wo "glaube" meint meinung herstellen zu müssen, sich gegen diese öffentlichkeitsarbeit zu wort meldet.

    Diesen anmaßungen seitens religiöser, muss ein klares << so nicht >> entgegen stehn.
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#8 stromboliProfil
#9 JustusAnonym
  • 22.02.2017, 11:17h
  • Es wird echt immer peinlicher für Deutschland...

    Wie lange wollen wir uns das eigentlich noch bieten lassen?

    Es kann doch nicht sein, dass Union und SPD gegen die Mehrheit des Volkssouveräns anregieren und wie Sonnenkönige regieren. Deren Politik schadet nicht nur uns, sondern ganz Deutschland. Auch wirtschaftlich. Nur weil die sich bei ein paar ewiggestrigen Fanatikern einschleimen wollen.
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#10 Julian SAnonym
  • 22.02.2017, 11:32h
  • Na toll.

    Malta soll 3 Jahre nach Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaften die Eheöffnung bekommen.

    Und in Deutschland wird es die wahrscheinlich auch 30 Jahre nach Einführung der Eingetragenen Lebenspartnerschaften noch nicht geben.

    Denn wenn die SPD weiterhin den Homohass der Union unterstützt, statt ihre Zusagen einzuhalten, wird es das auf sehr lange Zeit nicht mehr geben. Denn im nächsten Bundestag wird wohl die AfD sein und evtl. auch wieder die FDP, die der Union genauso in den Arsch kriecht wie die SPD. Dann wird es sehr lange Zeit keine Mehrheit für Gleichstellung mehr geben...

    Deutschland wäre so gerne richtig weltmännisch, beweist aber letztlich nur immer wieder, wie provinziell, kleingeistig und spießig es ist.
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