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Undercover-Reportage aus schwulen Sexclubs

Italien: Homophobe TV-Schmierenkampagne führt zu Rücktritt in Antidiskriminierungsstelle

Der Leiter der Stelle trat zurück, nachdem ein TV-Sender – zu Unrecht – über Fördermittel für schwule Sexclubs berichtet hatte.


In der am Sonntag ausgestrahlten Sendung wurde der Leiter der italienienischen Antidiskriminierungsstelle mit absurden und falschen Vorwürfen konfrontiert

Rund ein Jahr nach der Einführung von Lebenspartnerschaften wird Italien von einem "Skandal" mit extremst homophoben Untertönen erschüttert. Ein TV-Bericht des Berlusconi-Senders Italia 1 über eine angebliche staatliche Förderung schwuler Sexclubs führte am Dienstag zum Rücktritt des Leiters der Anti-Diskriminierungsbehörde Unar, Francesco Spano.

Der TV-Bericht der Reihe "Die Hyänen" hatte am Sonntag Undercover-Aufnahmen aus Darkrooms aus drei schwulen Sexclubs und Saunen gezeigt, in denen dem Reporter auch Sex gegen Geld angeboten worden sei. Der Bericht zeigte offenbar ohne Einwillung Gäste der Clubs bei sexuellen Handlungen und verpixelte dabei nur ihre Gesichter und Geschlechtsteile.


Ein (von queer.de weiter verpixelter) Ausschnitt aus dem TV-Bericht, der die Clubs geradezu als Sodom und Gomorrha darstellte

In dem 15-minütigen Bericht empörte sich der Reporter boulevardesk über vorgefundene Sexszenen ("Das Highlight ist ein in Ketten gelegter Mann mit abgespreizten Beinen") und kritisierte zugleich politisch, dass Unar den drei Clubs Förderungen von 55.000 Euro zukommen lassen wolle und Spano selbst Mitglied in einem der Clubs sei.

Spano erklärte, er könne sich die vermeintliche Mitgliedschaft nicht erklären. Sein Rücktritt, der Schaden von der wichtigen Arbeit der Stelle abwehren solle, sei kein Schuldeingeständnis: "Der TV-Bericht ist ein Hoax." Die angesprochenen Fördermittel seien allgemein noch in der Prüfung und nicht bewilligt gewesen, so Spano. Förderanträge hätten nur individuelle soziale Organisationen für klar definierte Projekte gegen Diskriminierung oder Gewalt stellen können, über die Vergabe entscheide ein Vorstand nach objektiven Kriterien.

Förderung für Anti-Gewalt-Arbeit, nicht Sexclubs

Auch viele ausländische Medien hatten die Berichterstattung als "Gay Sex Club"-Skandal aufgegriffen, darunter auch manche LBGTI-Medien (etwa Gay Star News) und -Facebookgruppen (etwa Enough is Enough). Die österreichische "Kleine Zeitung" schrieb, die 55.000 Euro seien für die "Nationale Vereinigung gegen sexuelle Diskriminierung (Anddos)" vorgesehen gewesen, die "landesweit Hunderte Schwulenklubs" betreibe, wie sie in dem TV-Bericht zu sehen gewesen seien.

In Wirklichkeit gehören dem Verband neben assoziierten Unternehmen, darunter Clubs, Bars und Saunen, vor allem Vereine und Organisationen aus dem ganzen Land an, die sich um die unterschiedlichsten Lebensbereiche von LGBTI kümmern. Schwerpunkte sind Anti-Diskriminierung, Aufklärung und HIV-Prävention.


Webseite von Anddos. Dem Verband gehören rund 20.000 Einzelmitglieder und über 70 Organisationen an.

Anddos stellte in einer Mitteilung klar, dass an den Verband bewilligte Fördergelder bereits rein rechtlich nicht an verbundene Unternehmen gehen können. Vor allem aber habe man nur Anträge zu Projekten gestellt, in denen es um homofeindliche Gewalt geht, etwa um das Training von Beratern von Überfallopfern. Das entsprechende Projekt werde wissenschaftlich und professionell entwickelt, in Zusammenarbeit mit der Universität La Sapienza.

Einige Kommentatoren wiesen darauf hin, dass die "Hyänen" genausogut den Vatikan hätten dämonisieren können: Er ist, wie bereits seit einigen Jahren bekannt, der Vermieter der gezeigten Sauna (queer.de berichtete).

"Niederträchtige Schmutzmaschine"

Bevor die ersten Medien eigene Recherchen anstellten, hatte der TV-Bericht dennoch für einen Skandal gesorgt, der von vielen Medien weitergetragen wurde und homophobe Stimmungsmache transportierte, die von Politikern aufgegriffen wurde.

So forderte die rechtsextreme Partei Fratelli d'Italia (Brüder Italiens) die sofortige Schließung der Anti-Diskriminierungsbehörde Unar, die keinen Euro mehr aus Steuergeldern erhalten dürfe. Forza Italia betonte, man habe keinen TV-Bericht gebraucht, um zu sehen, dass sich die Behörde viel zu sehr um LGBT-Belange gekümmert habe, was gar nicht ihr Auftrag sei. Nüchterner im Ton forderte auch die Fünf-Sterne-Bewegung Aufklärung über die Verwendung von Fördermitteln durch die Stelle.

Der antihomosexuelle Politiker und Aktivist Mario Adinolfi, der erst kürzlich eine Demo gegen den italienischen Eurovision-Vorentscheid abgehalten hatte, weil dieser Ausdruck der "Gender-Ideologie" sei (queer.de berichtete), brüstete sich in Interviews, er habe den "Hyänen" entscheidende Hinweise gegeben. Er bezeichnete "kriminelle" LGBTI-Organisationen als Mafia und forderte von Zeitungen, sie sollten schwule Saunagänger outen. Auch andere homofeindliche Organisationen nutzen die Chance, um gegen die "Homo-Lobby" auszuteilen – die falsche Berichterstattung der "Hyänen" dürfte international noch jahrelang die Runde machen.


Die falsche Darstellung von Italia 1 macht international die Runde

Die TV-Reporter von Italia 1 hätten eine "niederträchtige Schmutzmaschine" angeworfen, die von "professionellen Homophoben" sofort ausgenutzt worden sei, kritisierte so auch die Organisation Arcigay. Dabei seien viele LGBTI auf professionelle Unterstützung angewiesen, die bislang viel zu wenig gefördert werde und oft auf ehrenamtliche Arbeit ohne einen Cent Steuergelder basiere.

Inzwischen empörten sich auch einige Medien über die Berichterstattung von Italia 1, über die unzähligen homofeindlichen Kommentare in den sozialen Netzwerken der Sendung, gegen die die Redaktion nicht einschreite, und gegen die nicht mehr zeitgemäße Skandalisierung von legalem schwulen Sex, den es so auch unter Heteros gebe. Einziges Ziel sei die Zerschlagung einer Behörde, die wirksam gegen Rassismus oder Homofeindlichkeit vorgehe.



#1 AlbrechtAnonym
  • 22.02.2017, 18:25h
  • Die Homohasser haben die Fake-News für sich entdeckt.

    Da die keine Argumente haben, lügen die sich einfach was zusammen. Dass das reale Folgen hat, zeigt die Gefährlichkeit von Fake News.
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#2 JadugharProfil
  • 22.02.2017, 19:47hHamburg
  • Antwort auf #1 von Albrecht
  • Falschnachrichten zu verbreiten hat bei den Homohassern eine sehr sehr lange jahrtausendalte Tradition! Alles was mit Homosexualität zu tun hatte, wurde und wird mit Lügen und Falschbehauptungen bekämpft! Moses fing damals damit an,
    daß Homosexualität für Gott ein Gräuel und eine schwere Sünde ist, die mit Todesstrafe geahndet werden muß!
    Die Diskriminierung und Verfolgung Homosexueller basiert auf Lügen!
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#3 Patroklos
#4 Homonklin44Profil
  • 23.02.2017, 14:40hTauroa Point
  • ""Der antihomosexuelle Politiker und Aktivist Mario Adinolfi, der erst kürzlich eine Demo gegen den italienischen Eurovision-Vorentscheid abgehalten hatte, weil dieser Ausdruck der "Gender-Ideologie" sei (queer.de berichtete), brüstete sich in Interviews, er habe den "Hyänen" entscheidende Hinweise gegeben. Er bezeichnete "kriminelle" LGBTI-Organisationen als Mafia und forderte von Zeitungen, sie sollten schwule Saunagänger outen. ""

    Ein Loch der A-Klasse, dieser widerliche Mensch.
    Mit solchen und ähnlichen Verdrehungen und Verteufelungen haben die homo-Hasser seit langer Zeit ihre größte Masche gefahren.
    Malediktion muss aufgedeckt und richtig gestellt werden, ins Unkenntliche verzerrte Berichte undFalschnachrichten entlarvt und die Motive der rechtsverdrehten Akteure müssen klar benannt werden.

    Nazis raus! Auch aus Italien.
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