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14 Stadionverbote verhängt

Sydney: Homophobes Banner beim Fußball-Derby

Ultras der Wanderers zeigten Sydney-FC-Trainer Graham Arnold auf einem Plakat beim Oral-Verkehr. Inzwischen hat der Verein reagiert.


Die vergleichsweise aufwändige Homophobie in Papierform. Blau ist die Vereinsfarbe des Sydney F.C., dessen Trainer das Plakat darstellen soll (Bild: Ultramaniatics / twitter)

Fans des australischen Fußball-Erstligisten Western Sydney Wanderers haben am Samstag beim Derby gegen den Sydney F.C. ein homophobes Banner mit einer Art Mino-Choreographie gezeigt.

Die Wanderers-Ultras "Red and Black Bloc" (RBB) hielten bei dem Heimspiel vor fast 45.000 Zuschauern in der zweiten Spielhälfte ein Plakat mit dem aufgemalten Gesicht von Graham Arnold hoch. Dem Trainer des Rivalen wurde von weiteren Ultras ein Banner in der Form und Bemalung eines Penis eingeführt.

Bereits nach dem Spiel hatte sich der Verein für die Aktion seiner Fans öffentlich entschuldigt und die Vielfalt seiner Anhängerschaft betont. Nach tagelanger Kritik verhängte der Verein am Mittwoch zudem Strafen gegenüber 14 der Ultras, die man durch Überwachungskameras im ANZ-Stadion habe identifizieren können.

Die Fans erhalten ein Stadionverbot für achtzehn Monate und die Kündigung ihrer Clubmitgliedschaft. Für eine Wiederaufnahme müssten sie zudem Schulungen zum Umgang mit Vielfalt durchlaufen. Der Club betonte, es handle sich dabei um selbst verhängte Strafen, die nicht auf den Fußballverband zurückzuführen seien. Man habe auch die Ultras endgültig verwarnt, sich zu benehmen, und werde ansonsten den Fanblock bei Heimspielen sperren.

Ultras uneinsichtig

Bereits am Montag hatte die Football Federation Australia (FFA) den Wanderers wegen des Banners, der eine "Beleidigung für jedes vernünftige Mitglied der Öffentlichkeit" sei, Strafen angedroht und den Verein um Stellungnahmen bis Donnerstag gebeten.

Die Ultras hatte das nicht beeindruckt: In sozialen Netzwerken kritisierten sie den "diktatorischen" Verband und posteten weitere Bilder ihrer "Heldentat". Auch veröffentlichten sie eine Fotomontage eines Reportes mit dem gleichen gezeichneten Penis.

Der karikierte Arnold sagte gegenüber Medien, er persönlich habe ein dickes Fell und sei schon "schlimmer beleidigt" worden. Allerdings würde seine Familie wegen der Sache leiden und seine zwei Töchter hätten die Lust auf den nächsten Stadionbesuch verloren. Eine Entschuldigung der Ultras habe er nicht erhalten, so der 53-Jährige.

Die FFA hatte 2014 in Zusammenarbeit mit LGBT-Organisationen einen Aktionsplan gegen Homophobie im Fußball erstellt. Der queere Fußballclub der Stadt, die Sydney Rangers, hatten vor Bekanntwerden der Bestrafung durch den Club harte Sanktionen für die Ultras gefordert, wie man sie bereits vom Vorgehen gegen Rassismus kenne.

In Deutschland hatten zuletzt im Oktober 2016 Ultras des Hertha BSC bei einem Spiel beim 1. FC Köln für Empörung gesorgt, als sie ein Banner mit dem Aufdruck "Lieber eine Mutter als zwei Väter!" zeigten (queer.de berichtete). (nb)



#1 Patroklos
  • 22.02.2017, 21:58h
  • "Die Fans erhalten ein Stadionverbot für achtzehn Monate und die Kündigung ihrer Clubmitgliedschaft."

    Das Stadionverbot für diese 14 "Fans" ist noch viel zu milde! Da die nämlich weiterhin uneinsichtig sind, wäre ein lebenslanges Stadionverbot die deutlich bessere Lösung gewesen.
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#2 Homonklin44Profil
  • 23.02.2017, 04:33hTauroa Point
  • "" Für eine Wiederaufnahme müssten sie zudem Schulungen zum Umgang mit Vielfalt durchlaufen.""

    das finde ich schon eine gute und wichtige, richtige Sache. Davon sollte man den Wiederbesuch oder eine Vereinswiederaufnahme hierzulande auch abhängig machen. Das Beispiel könnte auch auf Schulungen zu gesellschaftlich angemessenem Verhalten auf Homo- und Trans-Phobe ausgedehnt werden.

    Fußball ist zwar ein Sport mit oft direkten Fan-Reaktionen, aber die instrumentalisierung von Minderheiten und Klischeevorstellungen über diese muss nicht sein.
    Wenn diese Ultras unbedingt Schwänze lutschen wollen, können die doch mal bei einander gegenseitig anfangen!
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#3 PeerAnonym
  • 23.02.2017, 13:53h
  • Richtig so!

    In Australien gibt es wenigstens Stadionverbote.

    In Deutschland wird ja bei sowas tatenlos zugesehen...
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