Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28280

Strafprozess in Hamburg

Schwule Mini-Orgie in öffentlicher Sauna: Gericht verwarnt Senioren

Die Männer, die vor einem Jahr beim Gruppensex in der Hamburger Alsterschwimmhalle erwischt worden waren, kamen glimpflich davon.


Erguss statt Aufguss: Die Angeklagten sollen sich am 23. Februar 2016 zur Mittagszeit in der "Duftsauna" der Hamburger Alsterschwimmhalle gegenseitig mit der Hand und dem Mund befriedigt haben (Bild: Tom Chapman / flickr)

Das Amtsgericht Hamburg-St. Georg verhandelte am Donnerstag einen Strafprozess gegen vier ältere Herren, die sich wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses verantworten mussten. Die Staatsanwaltschaft warf den zwischen 59 und 75 Jahre alten Angeklagten vor, sich im Februar des vergangenen Jahres in der "Duftsauna" der Alsterschwimmhalle gegenseitig mit der Hand sowie dem Mund befriedigt zu haben (queer.de berichtete).

Vor Gericht erschienen war laut "Hamburger Morgenpost" nur einer der vier Angeklagten. Einer fehlte unenschuldigt, zwei ließen sich durch einen Anwalt vertreten. Der erschienene Saunabesucher bestritt zudem, beim Gruppensex überhaupt mitgemacht zu haben. Er habe die Duftsauna aufgrund von Augenproblemen seit Jahren nicht mehr betreten und sei während des Vorfalls gegen 12.30 Uhr rauchend auf der Terrasse gewesen. Er sei nur durch Zufall in den Polieinsatz geraten.

Der damals von einem geschockten Zeugen der schwulen Mini-Orgie alarmierte Bademeister konnte zur Aufklärung des Falles vor Gericht nicht beitragen: Er arbeitet nicht mehr in der Alsterschwimmhalle und ist nach Angaben der Hamburger Bäderland GmbH unbekannt verzogen.

Das Gericht entschied sich aus diesem Grund für eine sehr milde Strafe: Die drei Herren, die nicht zum Prozess erschienen waren, erhielten eine Verwarnung mit Strafvorbehalt. Außerdem müssen sie eine Geldauflage von jeweils 300 Euro zahlen. Im Fall des vierten Beschuldigten soll nun der Polizist, der damals dessen Personalien aufnahm, vernommen werden.

Erregung öffentlichen Ärgernisses kann nach Paragraf 183a des Strafgesetzbuchs mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr geahndet werden. (cw)



#1 ThorinAnonym
  • 23.02.2017, 19:37h
  • Unglaublich, solche Schweinereien verursachen bei Heteros Homophobie und tragen nur zu dem Cliché, dass wir pervers sind, bei. Die hätten ordentlich blechen müssen
  • Antworten » | Direktlink »
#2 DimaAnonym
#3 Martin EdenAnonym
  • 23.02.2017, 20:09h
  • Antwort auf #1 von Thorin
  • Ich finde den Denunzianten viel schlimmer. Hätte er ein kopulierendes Hetero-Pärchen gesehen, hätte er wohl mitgewichst. So gilt aber wieder der alte Satz: "Der schlimmste Mensch im ganzen Land das ist und bleibt der Denunziant".
  • Antworten » | Direktlink »
#4 ThorinAnonym
#5 andreAnonym
  • 23.02.2017, 20:53h
  • "Erregung öffentlichen Ärgernisses" ist es trotzdem. Es gibt nur ein Gesetz und das macht glücklicherweise keinen Unterschied zwischen Homo und Hetero. Aber gestraft sind die trotzdem, denn die Anwälte sind nicht billig. Ich hoffe, der 75 jährige war nicht der Bläser. Fürchterliche Vorstellung. Ein Grund, warum ich nicht in schwule Saunen gehe, obwohl ich nun auch nicht mehr taufrisch bin. Einzige Ausnahme "Babylon" Bangkok.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Patroklos
  • 23.02.2017, 23:08h
  • "Das Gericht entschied sich aus diesem Grund für eine sehr milde Strafe: Die drei Herren, die nicht zum Prozess erschienen waren...."

    Da findet im Amtsgericht Hamburg-Altona ein Prozeß über die Vorkommnisse in der Schwimmoper statt und die Angeklagten haben es nicht nötig, zu erscheinen! Ich plädiere deshalb für eine Anwesenheitspflicht; die drei Angeklagten haben also gefälligst beim Prozeß zu erscheinen (außer sie sind durch Krankheit verhindert)!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TheDadProfil
  • 23.02.2017, 23:18hHannover
  • Antwort auf #6 von Patroklos
  • ""Ich plädiere""..

    Kannst Du so lange Du willst..
    Das Strafprozessrecht ist dort eindeutig was das Erscheinen zu einem Gerichtstermin vor dem Amtsgericht betrifft..
    Muß man nicht, so lange man sich von einem Anwalt vertreten läßt..

    Übrigens der originäre Ursprung des Begriffs "Anwaltliche Vertretung"..
  • Antworten » | Direktlink »
#8 OrthogonalfrontAnonym
#9 Pu244Anonym
#10 PfoteAnonym
  • 24.02.2017, 08:58h
  • Antwort auf #9 von Pu244
  • Ich denke, man sollte seine Denunziationstriebe im Zaum halten.

    Vermutlich hätte ein einfaches "Leute, muss das sein?" genügt, und die Orgie wäre gelaufen gewesen.

    Aber nein, man holt sich lieber auf einen potentiellen Strafprozess einen runter.
  • Antworten » | Direktlink »