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KLM präsentiert:

Hongkong macht süchtig

Mindestens einmal im Jahr zieht es Micha Schulze in die Metropole am südchinesischen Meer – hier verrät er seine ganz persönliche Reise-Routine.


Beeindruckende Skyline von Hong Kong Island: Jeden Abend um acht Uhr gibt es mit der "Symphony of Lights" eine kostenlose Licht- und Lasershow (Bild: Jaafar Alnasser / flickr)
  • 24. Februar 2017, 14:30h
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    Hongkong

Vor 18 Jahren war ich das erste Mal in Hongkong, und seitdem komme ich von der asiatischen Metropole nicht mehr los. Von ihrer Skyline, ihrem Gewusel, ihren Kontrasten, ihren Gerüchen, Farben und Tönen, auch ihrem erblühenden queeren Leben. Mindestens einmal im Jahr versuche ich, einen Stopover einzulegen, um mir diesen Kick zu holen, den mir die "chinesische Sonderverwaltungszone", wie sie offiziell genannt wird, jedes Mal aufs Neue gibt.

Interessanterweise habe ich bei jedem Aufenthalt fast immer dieselben Ziele, ob ich allein fahre, mit meinem Mann oder mit Kumpels. Es hat sich eine persönliche Hongkong-Routine herausgebildet, die Stadt wieder zu entdecken – und die meist mit Nudeln beginnt.

So geht's nach dem Check-In im Hotel gleich wieder auf die Straße. Die Lebenshaltungskosten sind zwar hoch im Mündungsgebiet des Perlflusses, doch das Essen in den einfachen Restaurants bildet glücklicherweise eine Ausnahme.


Zufallsessen: Nicht alle einfachen Restaurants haben eine englischsprachige Speisekarte

Einen Lieblingsshop für den ersten Snack habe ich nicht. Ich lasse mich einfach treiben und setze mich in einen irgendeinen Laden, aus dem es gut riecht und in dem viele Menschen sitzen. Ich bestelle, indem ich auf ein Bild an der Wand zeige oder auf die Schüssel auf dem Nebentisch, manchmal tippe ich mit dem Finger auch einfach irgendwo auf die chinesische Speisekarte. Enttäuscht wurde ich nie.

Richtig angekommen in Hongkong bin ich aber erst nach einer Fahrt mit der Star Ferry über den Victoria Harbour von Tsim Sha Tsui nach Central.


Star Ferry im Victoria Harbour (Bild: Bernard Spragg. NZ / flickr)

Mit der U-Bahn ginge es zwar deutlich schneller und bequemer vom Converse-Shoppen in Mongkok zurück zum Hotel in Soho – doch die gigantische Skyline von Hongkong Island fasziniert mich vom windigen Oberdeck jedes Mal aufs Neue. Auch wenn es leider oft sehr diesig, manche sagen versmogt, ist.

Mit der "Ding Ding", ich gebe es zu, gehört eine weiterere klassische Touristenattraktion zu meiner persönlichen Hongkong-Routine.


Doppeldecker-Tram in den Farben des Regenbogens (Bild: Bernard Spragg. NZ / flickr)

Bei der ruckeligen Fahrt mit der doppelstöckigen Straßenbahn von Central in Richtung North Point, rechts und links nur sehr hohe Hochhäuser, beobachte ich die pulsierende Enge der Metropole, die einfach immer weiter nach oben gewachsen ist. Um einen guten Sitzplatz zu ergattern, sollte man die Rush-Hour meiden. Mit nur 2,30 Hongkong-Dollar (0,28 Euro) ist die Tram das günstigste Verkehrsmittel der Stadt – und viel aufregender als die teuren Hop-on-Hop-off-Sightseeingbusse.


Hongkong bei Nacht (Bild: green_intruder / flickr)

Schwul ausgehen war in Hongkong schon vor 18 Jahren kein Problem, auch wenn die Bars und Clubs – wie anderswo auch – kommen und gehen. Die Szene konzentriert sich heute in Soho, alle Läden liegen praktischerweise in Fußreichweite.

Mein Begrüßungs-Hoegaarden trinke ich seit einigen Jahren im "Zoo", indem sich auch einheimische und nicht einheimische Spezies paaren (wobei es im Grindr-Slang mehr Otter als Bären gibt). Von Sonntag bis Donnerstag kann man sich im "Zoo" normal unterhalten, freitags und samstags ist der Laden rappelvoll, und Dutzende Gäste stehen – wie vor dem "Corner" in Köln – draußen auf der Straße.


Gay-Party auf der Straße: Wochenende vor dem "Zoo" (Bild: Zoo Bar)

Hongkongs LGBTI-Community hat sich enorm gemausert. Mit Pink Dot gibt es wie in Singapur ein jährliches CSD-Event, bei dem Tausende in rosa Klamotten in einem Park zusammenkommen, mit "Pink Season" hat sich ein queeres Festival etabliert. Fast jeden Monat stehen besondere Events auf dem Programm.

Dass auch die Unterstützung aus der Mehrheitsgesellschaft wächst, zeigt das Coming-out der Bronze-Löwen Stephen und Stitt im vergangenen Dezember: Aus Solidarität mit der LGBT-Community ließ die Großbank HSBC die beiden Wahrzeichen der Stadt vor ihrem Hauptquartier vorübergehend in Regenbogenfarben anmalen.


Wahrzeichen Stephen und Stitt in Regenbogenfarben (Bild: HSBC)

Hongkong ist eigentlich nicht wirklich für einen kurzen Stopover geeignet, eher für einen längeren Aufenthalt – so viel gibt es zu sehen. Natürlich muss man mal mit der historischen Standseilbahn auf den Victoria Peak gefahren sein oder mit der noch jungen Seilbahn Ngong Ping 360 zum Big Buddha. Meine thailändischen Freunde schleppen mich jedes Mal ins Hong Kong Disneyland, die deutschen zum Weizenbier in die Kneipe "Schnurrbart". Wenn ich Zeit habe, nehme ich auch gerne mal die Fähre nach Macau und versuche mein Glück in einem der Kasinos.

Am aufregendsten ist Hongkong aber dort, wohin sich Touristen in der Regel nicht verirren. Mein Geheimtipp ist der Cheung Sha Beach auf Lantau Island, wo man werktags den Trubel der Metropole komplett vergessen und sogar baden kann.


Hongkong hat viele überraschende Seiten: Cheung Sha Beach

Manchmal setze ich mich auch einfach nur in den nächsten Bus, fahre bis zur Endstation und gehe dort spazieren. Da ich überall in der Stadt auf kleine Haushaltswarengeschäfte stoße, besitze ich mittlerweile eine erschreckend große Sammlung an Teetassen und -kannen.

Hongkong ist mit 15 einschlägigen Schwitzbädern übrigens das letzte schwule Saunaparadies der Welt. Am Tag des Rückflugs checke ich bereits mittags am City-Terminal des Airport Express ein und gehe, bereits im Besitz der Bordkarte, in die kleine "Central Escalator Sauna". Nicht weil sie besonders schön, sauber oder sexy ist. Ich ärgere mich jedes Mal, dass die Trockensauna nicht über 50 Grad hat. Aber die "C.E." gehört einfach zu meiner festen Routine, allein wegen der Anreise über das längste überdachte außenstehende Rolltreppensystem der Welt – und der Dusche vor dem Flug.


Auf der Rolltreppe durch die Stadt: Central Escalator (Bild: Doug Letterman / flickr)

Nach meinem Schwitzversuch in der Trockensauna gehe ich immer in das kleine Wohnzimmer mit den drei Fernsehern. Auf den unteren beiden Bildschirmen laufen Pornos, oben gibt es mal Cartoons oder die Nachrichten. Wenn ich Glück habe, ich der klotzige Massagesessel frei. Dort lasse ich mir dann automatisch meinen Rücken kneten und überlege, wann ich wohl das nächste Mal wieder nach Hongkong reisen kann.

Hinkommen

KLM fliegt ab zehn deutschen Flughäfen täglich über Amsterdam nach Hongkong. Mit ihrem Partner Air France besteht eine weitere tägliche Verbindung über Paris-Charles de Gaulles. Die beiden Fluggesellschaften verfügen über ein gemeinsames Streckennetz zu mehr als 240 Destinationen in über 100 Ländern. Weitere Informationen, Onlinebuchung und Sonderaktionen auf klm.de.