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Bundestags-Wahlkampf

Volker Kauder bleibt stur: Kein vollständiges Adoptionsrecht für Homo-Paare

Der Unions-Fraktionschef im Bundestag kritisierte bei einem Evangelikalen-Kongress zudem Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt. Auch NRW-Spitzenkandidat Armin Laschet erneut gegen Gleichstellung.


CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder gilt als enger Vertrauter von Bundeskanzlerin Angela Merkel (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, hat sich am Samstag beim "Kongress christlicher Führungskräfte" in Nürnberg gegen mehr Rechte für schwule und lesbische Paare ausgesprochen. Das berichtet die evangelikale Nachrichtenagentur Idea von dem von ihr ausgerichteten mehrtägigen Kongress.

In seiner Rede, zu der bislang kein Mittschnitt vorliegt, hatte der 67-Jährige auf die von der "heute"-Redaktion verbreitete (und in dieser Form zum jetzigen Zeitpunkt von der Partei nicht bestätigte) Meldung reagiert, die SPD wolle mit ihrem designierten Spitzenkandidaten Martin Schulz die Ehe für alle zu einem Wahlkampfthema machen. "Schwule und Lesben würden dann auch Kinder adoptieren können", beklagte Idea. "Ich bin nicht für das volle Adoptionsrecht von homosexuellen Partnerschaften. Daraus mache ich keinen Hehl", sagte Kauder laut dpa.

"Kauder wandte sich in seiner Rede auch gegen die Frühsexualisierung von Kindern in Schule und Kindergarten", fasste Idea die Rede weiter zusammen. Dagegen müssten "wir Christen Stopp-Schilder aufstellen", sagte Kauder demnach. Erziehung sei in erster Linie die Aufgabe der Eltern und nicht des Staates. Kinder müssten "behutsam und altersgerecht" aufgeklärt werden und dürften nicht "in eine Richtung gedrängt werden, die Eltern und Kinder nicht wollen".

Die bisherigen Medienberichte lassen unklar, ob Kauder, wie es auch kath.net nahelegt, den rechten Kampfbegriff "Frühsexualisierung" selbst verwendet hat. Die dpa schreibt: "Ferner kritisierte Kauder, dass in vielen Schulbildungsplänen eine frühe Auseinandersetzung mit unterschiedlichen sexuellen Identitäten vorgesehen ist. Dies sei nicht an den Interessen der Kinder, sondern an denen 'einiger Ideologen' ausgerichtet, sagte er. 'Wir sind nicht gegen Aufklärung und Toleranz. Aber wir wollen, dass das kindgerecht geschieht.'"

Der Medienverein Idea steht der evangelikalen Evangelischen Allianz nah und lehnt immer wieder LGBT-Rechte ab oder bewirbt "Homo-Heiler"-Organisationen wie "Wüstenstrom". Vor wenigen Jahren zeichnete er Hedwig von Beverfoerde, die als Chefin der "Demo für alle" gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben und gegen Schulaufklärung über Homo- und Transsexualität kämpft, als "Christin des Jahres" aus.

Vor vier Jahren widersprachen die Sozialdemokraten noch Kauder

Kauder hatte sich immer wieder gegen LGBT-Rechte ausgesprochen. So hatte er bereits im letzten Wahlkampf, damals gegenüber dem christlichen Medienmagazin "pro", betont, dass es mit der Union keine Ehe und kein Adoptionsrecht für Homo-Paare geben werde: "Ein volles Adoptionsrecht kann mit der Union in keiner Koalition vereinbart werden. Darauf können sich Christen, die uns wählen, verlassen." Lediglich eine "Weisung" vom Bundesverfassungsgericht könne dazu führen (queer.de berichtete).

Die Aussagen vier Wochen vor der Bundestagswahl hatten für scharfe Kritik der Opposition geführt. "Ein so diskriminierender und realitätsferner Standpunkt, wie ihn Herr Kauder vertritt, ist für Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten nicht hinnehmbar", kritisierten etwa der damalige Bundesvorsitzende der Schwusos, Ansgar Dittmar, und der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion für die Belange der Lesben und Schwulen, Johannes Kahrs. "Für die SPD kann es keine Koalition geben, in der die Gleichstellung von Lesben und Schwulen nicht durchgesetzt wird" (queer.de berichtete).

Die SPD stehe "für die hundertprozentige Gleichstellung von Lesben und Schwulen" und die Öffnung der Ehe, so die beiden schwulen Politiker damals. "Beides ist für uns nicht verhandelbar." Wenige Wochen später setze sich die Haltung Kauders bei den Koalitionsverhandlungen durch.

Laschet bekräftigt Nein zur Gleichstellung


Armin Laschet will in NRW Nachfolger von Hannelore Kraft (SPD) werden (Bild: Landtag NRW / Bernd Schälte)

Am Samstag hat sich derweil auch der CDU-Bundesvize und Spitzenkandidat zur Landtagswahl in NRW im Mai, Armin Laschet, gegen weitere Rechte für Homo-Paare ausgesprochen, als er in der "Welt" zur Haltung seiner Partei zur angeblichen Forderung von Martin Schulz zur Ehe für alle befragt wurde.

"Er fordert jetzt ein umfassendes Adoptionsrecht für alle. Für die CDU ist die Ablehnung jeder Form von Diskriminierung klar", so Laschet. "Beim Adoptionsrecht steht aber prinzipiell das Kindeswohl und nicht das Interesse von Paaren im Mittelpunkt."

Laschet hatte bereits vor wenigen Wochen im queeren NRW-Magazin "Fresh" die Ablehnung der Ehe für alle durch seine Partei bekräftigt, da das Grundgesetz die Ehe als Verbindung aus Mann und Frau definiere und nicht "jede Unterscheidung Diskriminierung" sei (queer.de berichtete). Das hatte zu Kritik von Opposition und den Lesben und Schwulen in der Union geführt, zumal das Grundgesetz keine solche Definition enthält.



#1 Johannes90Anonym
  • 26.02.2017, 14:16h
  • Lieber Armin Laschet. Natürlich steht bei der Adoptionsfrage nicht der Familienwunsch homosexueller Paare, sondern das Kindeswohl im Vordergrund. Und da alle repräsentativen wissenschaftlichen Studien hier zu dem Ergebnis kommen, dass das Kindeswohl in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung NICHT gefährdet ist, können Sie dieses Argument, welches Ihre ideoligischen Gründe für Ihren Standpunkt nur verschleiern, getrost in den Mülleimer werfen.
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#2 Lübbers-WatchAnonym
  • 26.02.2017, 14:33h
  • Muss man noch großartig diskutieren, welche Konstellation in NRW nicht wählbar ist?!?
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#3 stromboliProfil
  • 26.02.2017, 14:57hberlin
  • Antwort auf #1 von Johannes90
  • "... Natürlich steht bei der Adoptionsfrage nicht der Familienwunsch homosexueller Paare, sondern das Kindeswohl im Vordergrund. "
    Ich finde es müsste heißen:
    Natürlich steht bei der Adoptionsfrage nicht der Familienwunsch heterosexueller wie auch homosexueller Paare, sondern das Kindeswohl im Vordergrund.

    Das muss einfach auch gesagt sein.. hetenpaare denken da nämlich durchaus sehr eigennützig...;
    kultureller überbau hat man dass mal genannt.. heute heteronormiertes genderbefinden.
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#4 panzernashorn
#5 stromboliProfil
#6 stromboliProfil
  • 26.02.2017, 15:28hberlin
  • Antwort auf #5 von stromboli
  • das mit dem R.c.R. ist insoweit wichtig, als da ja mittlerweile die theorie die runde macht, dass wir im christlichen zentraleuropa ( brd!) einen stand der aufgeklärtheit erreicht hätten, die so uns über andere weit hinaus hebt.. so eine wissenschaftliche these aus der frontstadt hannover!
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#7 trans_allianceProfil
  • 26.02.2017, 15:32h
  • Wir fordern den Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder und den NRW-Spitzenkandidat Armin Laschet,

    vor den Landtagswahlen den Wahlbrechtigten und Bürgern, mal zu erläutern wieso man keine Aufklärung

    zur geschlechtlichen Vielfalt und den Schutz und rechtliche Gleichstellung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, bereit ist mit zu beschließen?

    Z. Es fallen weiterhin jährlich 1.700 Kinder - Intersex Genitalverstümmelungen durch Mediziner zu Opfer.
    Die mangelhafte Aufklärung ist u.a. ein Grund dafür, dass die von NS Ärzten eingeführten Gegebenheiten bis heute nicht beendet wurde, die es vorher in unserem Land nicht gab!#

    Die Kirchen haben unter preussischem Landrecht, akzeptiert wenn Menschen im Übergang zum Erwachsenen Ihren Namen und Geschlecht entsprechend anpassen wollte und das in den Kirchenbüchern bereinigt.

    Y. Menschen die Ihren Namen und Geschlecht in Personaldokumenten angepasst haben wollen, müssen sich nach dem TSG (Transsexuellengesetz), juristisch begutachten lassen und sich für psychisch krank abstempeln lassen. Ferner müssen Sie dafür bis zu 8.000 bezahlen, bevor Sie einen Antrag auf einen Personalausweis stellen können.

    Die Einschränkung der Reisefreiheit, kennen wir von der deutschen Teilung...

    Das auf der anderen Seite Sozialbetrügern und Terroristen bis zu 14 Identitäten zugestanden wurden / werden, und man ihnen noch zehntausende in Hand drück wirft weiterhin Fragen auch gegenüber der CDU und CSU auf.

    X. Das Menschen medizinische Leistungen teilweise über Jahre hinweg verweigert werden, die Krankenkassen die Menschen zu Selbstverstümmelungen, Selbstmordversuchen, finalen Suiziden treiben interessiert nur bedingt.

    Die Lobbyorganisationen von Medizinern, Krankenkassen... sind Stark, besetzen entsprechende Posten und sorgen dafür, dass scheinbar keine strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet werden.

    Dass die medizinische Versorgung bislang nicht in SGB-V verankert wurde und die Sponsor und Boni Machenschaften der Krankenkassen untersagt wurden, ist einer Volkspartei unwürdig.

    W. Dass nicht-binären Menschen, die es sowohl in den tti Bereichen, wie auch so unter Männern und Frauen gibt, ein X / alternativer Geschlechtseintrag in Geburtsurkunden, Personaldokumenten (u.a. Reisepass) weiterhin verweigert werden, zeigt wie man mit Minderheiten umgeht.

    Wieso soll die NS 2 Geschlechter Ideologie weiterhin hochgehalten werden.

    .
    .

    Jeder Wähler sollte einen Anspruch darauf haben, zu erfahren, wieso solche Gegebenheiten in Deutschland zu Ungunsten von Minderheiten immer noch traurige Realität sind.

    Christlich waren und sind solche Gegebenheiten nicht! Weder katholisch, protestantisch...

    .
    .

    Jedes Geschlecht verdient Respekt
    every gender deserves respect
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#8 Paulus47Anonym
  • 26.02.2017, 16:50h
  • 22 Staaten weltweit haben die Ehe für alle umgesetzt (Neuseeland, Südafrika, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Kolumbien, Mexiko, USA. Kanada, Island, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark inklusive Grönland, Irland, Vereinigtes Königreich, Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Spanien und Portugal).

    Es ist an der Zeit, dass auch Deutschland diesen anderen Staaten folgt, und Kauder, Laschet, Gröhe, usw. sollten dies nicht länger blockieren. Bedauerlich das sich die Minderheit in der CDU um Kaufmann, Lucazek, Spahn, usw. und die LSU hier bisher nicht durchsetzen konnte.
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#9 ReligiotenwatchAnonym
  • 26.02.2017, 16:56h
  • Man stelle sich folgende Überschrift vor:

    Kauder: Kein vollständiges Adoptionsrecht für Linshänder.

    Kauders Haltung und Ungeist kann wohl als "stramm" bezeichnet werden.
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#10 RobinAnonym
  • 26.02.2017, 17:00h
  • Es ist das Recht von Volker Kauder, in dieser Frage stur zu bleiben und seine Meinung nicht zu überdenken.

    Es ist das Recht von Volker Kauder, alle wissenschaftlichen Studien, alle empirischen Untersuchungen, alle Erfahrungen aus anderen Staaten, etc. zu ignorieren.

    Es ist das Recht von Volker Kauder, sich nicht für die Meinung von 80% des Volkssouveräns zu interessieren (laut repräsentativer Statistik der Antidiskriminierungs-Stelle des Bundes).

    Das alles mag dumm sein, aber solange er keine Gesetze bricht, ist das alles legal.

    ABER:

    Wieso muss ganz Deutschland nach seiner Pfeife tanzen? (Und von ein paar anderen Ewiggestrigen einer schrillen Minderheit?)

    Was bilden solche Leute sich ein, ihre Meinung über die Mehrheitsmeinung des Souveräns zu stellen?

    Was bilden solche Leute sich ein, allen anderen ihre Meinung aufzwingen zu wollen? Gegen die Mehrheitsmeinung und gegen wissenschaftliche Fakten?!
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