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Bundesliga

Ex-Schiedsrichter: Drei bis vier schwule Spieler pro Mannschaft

Der ehemalige Spitzen-Referee Babak Rafati rät in einem Interview zu einem Gruppen-Coming-out von homosexuellen Fußball-Profis.


Babak Rafati leitete ab dem Jahr 2000 Spiele der Zweiten, ab 2005 auch der Bundesliga. Nach einem Suizidversuch 2011 beendete er seine Fußballkarriere (Bild: SWR)

Der ehemalige Schiedsrichter Babak Rafati hat Homophobie im Profi-Fußball kritisiert. "Ja, ich kenne schwule Fussballer und Schiedsrichter in der Bundesliga, es gibt in jeder Mannschaft drei bis vier Spieler", sagte der 46-Jährige in einem Interview mit dem Schweizer Boulevardmagazin "Blick" – und beklagte ein Versteckspiel: "Und viele müssen sich mit einer Frau hinsetzen, Küsschen hier, Küsschen da – dabei haben sie gar keine Lust auf die Dame."

Outen könne sich ein homosexueller Profi nur dann, wenn die großen Stars mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) vorangingen, meinte Rafati: "Wenn sich zwei pro Verein und drei aus der Nationalmannschaft hinstellen würden zusammen an einer Pressekonferenz, dann käme man mit Wucht. Ich als einzelner kann nicht viel bewirken. Ich als Schiedsrichter konnte mich mit meiner Krankheit auch nicht outen."

Rafati selbst litt unter Depressionen

Der als Kind persischer Eltern in Hannover geborene Schiedsrichter litt in seiner aktiven Zeit unter schweren Depressionen. Vor einem Bundesligaspiel im November 2011 unternahm er einen Suizidversuch in einem Kölner Hotel, wurde jedoch von seinen Assistenten gerettet. Rafati begab sich in therapeutische Behandlung und hält heute Vorträge zu Präventionsstrategien bei Burnout, Mobbing, Depressionen sowie Leistungsdruck. Im Jahr 2013 veröffentlichte er das Buch "Ich pfeife auf den Tod! Wie mich der Fußball fast das Leben kostete".

In dem "Blick"-Interview gibt Rafati dem DFB eine Mitschuld an seiner Erkrankung, da er monatelang gemobbt worden sei. Die verkrusteten Strukturen im Verband sowie in den Vereinen führten dazu, dass Depressionen und Homosexualität noch immer Tabuthemen seien. (cw)



#1 schwarzerkater
  • 27.02.2017, 08:19h
  • vollkommen richtig: die schwulen/bisexuellen spieler der bundesliga sollten sich einmal massenhaft outen, dann wäre dieses versteckspiel ein für allemal vorbei und ein stück normalität eingekehrt.
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#2 SebiAnonym
  • 27.02.2017, 08:55h
  • Genau das sage ich schon seit Jahren:
    ein gemeinsames Coming-out diverser Fußballspieler ist das beste. Kein Fan kann lästern, wenn es in allen Mannschaften offen schwule Fußballer gibt.

    So ähnlich wie damals die Aktion "Wir haben abgetrieben" im Spiegel.

    Das würde nicht nur gesellschaftlich viel bewegen, sondern dann würde für die Spieler auch endlich diese Schmierenkomödie und die Angst vor Enttarnung aufhören. Das kann langfristig nicht ohne Folgen für die Psyche bleiben, wenn man sich immer selbst verleugnet und immer Angst vor Enttarnung haben muss.

    Dann wären die Spieler echte Vorbiler und Idole. Nicht nur für LGBT-Jugendliche, sondern für alle Menschen. Denn zu sich selbst zu stehen und nicht ständig eine andere Person spielen zu müssen, ist etwas, was für jeden Menschen ein Vorbild ist.
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#3 myysteryAnonym
  • 27.02.2017, 09:09h
  • Drei bis vier Spieler halte ich für relativ viel, aber Herr Rafati wird sich das wahrscheinlich nicht ausdenken.

    Das wäre 54 -72 schwule Spieler. Wenn die es gemeinsam nicht schaffen, dann kann man ihnen wirklich nicht helfen und dann ist das Versteckspiel fast schon verdient.

    Klingt hart, aber in der Menge im "Volkssport" Fußball...
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#4 RaceXYProfil
  • 27.02.2017, 09:23h
  • Dass es schwule Profis im Fussball geben muss ist rein statistisch klar, ob es SO viele sind vermag ich nicht zu beurteilen.
    Die die es gibt und es nicht fuer noetig halten sich zu outen sind meiner Meinung ziemlich feige .. Gestalten.
    Dass sich vor 20-30 Jahren noch keiner geoutet hat kann ich noch verstehen, aber seit dem hat sich schon ein bisschen was geaendert.
    Ich hab null Verstaendnis fuer diese "Profis" die Millionen im Jahr verdienen, aber bewusst die Oeffentlichkeit mit Fake-Frauen taeuschen.

    Das ganze ist mit ein Grund warum ich diese Sportart so verachte.
    Und mit jedem Jahr in dem sich keiner dieser "Profis" outet, machen sie sich noch laecherlicher.
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#5 Homonklin44Profil
  • 27.02.2017, 09:48hTauroa Point
  • Wenn das wirklich so viele sein sollen, hat er wahrscheinlich die Bisexuellen mitgezählt.

    Man muss natürlich auch Profi-Fußballern selbst überlassen, ob sie ihr Privatleben der Öffentlichkeit zugänglich machen möchten, oder lieber nicht. Nur, weil die Pressefritzen gerne hinter solchen Details her sind, und etliche Fans neugierig, hebt es das Recht auf Privatsphäre nicht auf.

    wenn die alle kein Problem mit einem Outing hätten, hätten sie's wahrscheinlich schon getan.
    in der Sport-Szene gelten Anderssein, so, wie schon richtig beschrieben auch Depression und Ähnliches als Anzeichen von Schwäche. Wenn man Schwäche zeigt, gilt man als Weichei,Loser oder Lusche, es entstehen Zweifel an der Kompetenz und der Konkurrenzdruck sondert Solche ganz schnell aus.

    LGBTIQ-Sportler merken dann auch schnell, dass die sportliche Karriere auf dem Spiel steht, und entscheiden sich für das Ihnen Wichtigere.
    Der hohe Mobbing-Level und das in Frage stellen der Leistung, in Lächerlichkeit ziehen und Ausgrenzung sorgen dafür, dass man im Sport irrelevante Privatdetails für sich behält.

    Das oft karriererettende Verhalten als "Feigheit" darzustellen,kommt meist doch eher aus der Ecke ziemlich Ahnungsferner.
    So zu tun, als gehöre man zur Hetero-Welt, rettet oft genug die Kontakte zu Gönnern, Förderern und wichtigen Kontaktnetzwerken im Sport.

    Solange Lesben und Schwule, Trans-Menschen ect. nicht mit gleicher Würde, Rechten und Wertigkeit staatlich und rechtlich wie gesellschaftsweit behandelt werden, löst sich diese Problematik eher nicht schnell auf.
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#6 JustusAnonym
  • 27.02.2017, 11:12h
  • Kein normaler Mensch hat etwas dagegen, wenn sein Idol anders liebt, als man selbst. (Und die paar Idioten, die sich daran stören, sollten einem egal sein.)

    Aber wogegen Fans sehr wohl etwas haben, ist wenn ihr Idol ihnen laufend Lügen auftischt und sie nach Strich und Faden verarscht.

    Deshalb liebe Fußballer:
    tut Euch selbst den Gefallen und outet Euch. Erst danach werdet ihr merken, wie gut das tut, wie befreiend das ist und was das alles für positive Folgen hat.

    Ich selbst bereue jeden einzelnen Tag, den ich gewartet habe. Das ist für mich verlorene Lebenszeit gewesen.

    Freiheit ist durch nichts zu ersetzen. Man ist aber nicht wirklich frei, wenn man sich selbst verleugnet und wie ein Verbrecher versteckt...
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#7 na klarAnonym
  • 27.02.2017, 11:42h
  • 3-4 pro mannschaft - alles klar herr ex-schiedsgericht. da ist wohl die depression ein wenig mit ihm durch gegangen ....
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#8 FinnAnonym
  • 27.02.2017, 11:47h
  • Thomas Hitzsperger hat es doch vorgemacht... Und er hat das auch getan, um anderen Fußballern das Outing zu erleichtern.

    Und man hat ja auch gesehen, wieviel Lob es dafür in den Medien, in der Gesellschaft und auch unter den Fans gab.

    Außerdem gibt es doch immer wieder Fans, die in Stadien Zeichen gegen Homophobie setzen.

    Also wenn jetzt die Zeit nicht reif für ein Outing ist, wann dann?

    Und wenn man das als gemeinschaftliche Aktion macht, ist es noch leichter...
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#9 FinnAnonym
  • 27.02.2017, 11:50h
  • Antwort auf #7 von na klar
  • Wieso?

    Kommt doch hin...

    Eine Mannschaft sind ja nicht nur die 11 Spieler auf dem Platz, sondern auch die Reservebank. Ich kenne mich mit Fußball nicht so aus, aber die Nationalmannschaft hat doch so um die 25 Spieler, oder?

    Und wenn man die 15% an der erwachsenen Gesamtbevölkerung darauf überträgt, wären das genau die 3-4 Spieler pro Mannschaft. Kommt also hin.
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#10 axelschwarz