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"Ich liebe einen Promi"

48 Stunden schwul: Neue Realityshow von RTL II

In der neuen Reality-Show "Ich liebe einen Promi" musste ein junger Heterosexueller zwei Tage lang so tun, als ob er mit Julian F.M. Stoeckel liiert ist.


Julian F.M. Stoeckel (Mitte) eröffnet der Ex-Freundin von Christian: "Er meint, dass der Sex mit 'nem Mann besser ist als das, was er mit dir hatte." (Bild: RTL II)

Am Montagabend startete RTL II mit der neuen Show "Ich liebe einen Promi", in der ein Kandidat seine Familie und Freunde überzeugen muss, dass er sich in eine prominente Person verliebt hat – wobei der Begriff "Promi", wie in der RTL-Senderfamilie üblich, sehr weit gefasst ist.

Den Anfang machte Julian F.M. Stöckel (Eigenbezeichnung in der Sendung: "Schrillstes Huhn im deutschen Entertainment"). Dem TV-Volk ist der 29-jährige Berliner weitgehend nur durch seine acht Tage im RTL-Dschungel bekannt, in dem er 2014 insbesondere durch seine Kritik an den sanitären Anlagen aufgefallen war (queer.de berichtete). Außerdem war der Bisexuelle bei "Big Brother" und "Promi Shopping Queen" dabei.

48 Stunden lang musste Kandidat Christian in der Show seinem Vater, seinen Fußballfreunden oder seiner Ex-Freundin klar machen, dass er schwul ist und Herrn Stoeckel über alles liebt. Das führte zu teilweise recht unterhaltsamen Reaktionen, die von versteckten Kameras festgehalten wurden – auch wenn nach "Verafake" fraglich ist, wie viel davon echt ist.

Homophob reagierte keiner der Befragten, trotz immer neuer und immer klischeebladenerer Provokationen von Stoeckel, der sich in der Domina-Rolle sichtlich toll fand. Ein wenig sauer wurden die Fußballkumpel des Kandidaten erst, als Stoeckel ihnen eröffnete, dass Christian als Schwuler jetzt Kicken hasst.

Zuschauer erleben Déjà-vu

Während der einstündigen Show beschleicht einen aber manchmal das Gefühl, das alles schon mal gesehen zu haben: Tatsächlich ist die Sendung eine leicht abgeänderte Kopie von Christian Ulmens "Mein neuer Freund", die 2005 auf Pro Sieben lief. In dieser Show verkleidete sich Christian Ulmen mal als Muttersöhnchen, mal als drogensüchtiger Rapper oder mal als Transsexuelle und stellte sich für 48 Stunden als Freund einer Kandidatin oder eines Kandidaten vor. Die Sendung, die selbst die Kopie einer kurzlebigen britischen Show war, wurde zwar von Kritikern gelobt, aber von Pro Sieben wegen schlechter Quoten schnell in die Geisterstunde verlegt. Die letzte Folge wurde nie ausgestrahlt.


Christian ist heiß auf die 10.000 Euro Schmerzensgeld. (Bild: RTL II)

Von der neuen Fassung zeigten sich deutsche TV-Kritiker wenig beeindruckt. "Nicht ärgerlich, aber charmefrei", urteilte etwa spiegel.de. Am kritischsten äußerte sich "Focus Online": "Diese Show macht aus Nichts einen Elefanten. Es wird wirklich alles versucht, um ein wenig Konflikt in den Plot zu blasen", heißt es dort – als ob das eine neue Entwicklung im deutschen Reality-TV ist.

Interessanter ist die "Focus"-Frage, ob es für Homo- und Bisexuelle diskriminierend ist, "wenn RTL2 diesen Stoeckel mit aller Macht zum Problem machen will?" Dieses Thema dürfte sich aber erübrigen, wenn die nächsten heterosexuelle Folgen ausgestrahlt werden, die nicht weniger problembeladen sein werden. In der Folge am nächsten Montag stellt sich Nerv-Macho Claude-Oliver Rudolph als Freund einer 27-Jährigen vor.

Wahrscheinlich wird "Ich liebe einen Promi" bald wieder verschwinden, da sich im Umfeld der Sendung kaum teure Werbespots verkaufen lassen: Bei der erste Folge schalteten nach 23 Uhr nur 210.000 Zuschauer ein; in der werbeträchtigen Zielgruppe zwischen 18 und 49 Jahren wollten gar nur 100.000 Menschen sehen, ob Christian 48 Stunden lang Stoeckel aushält. Die Marktanteile lagen weit unter dem Senderschnitt.

Wer sich selbst ein Bild machen will, kann sich die Sendung kostenlos (mit Werbeunterbrechungen) bei Tvnow.de gönnen.



#1 OlliAnonym
  • 28.02.2017, 13:03h
  • Genau das wollen die Heteros doch sehen. Ein Schwuler, der sich im Privatfernsehen zum Affen machen.

    Widerlich
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#2 AlexAnonym
  • 28.02.2017, 14:11h
  • Artikel ist dreimal so lang wie er hätte sein müssen.
    Ich fasse zusammen:
    Wollte keiner sehen. Gab auch nix zu sehen. Next.
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#3 Homonklin44Profil
  • 28.02.2017, 15:32hTauroa Point
  • Ich habe das nun gelesen, weil ein Kollege vom Strand immer mal was über "RIL 2" erzählt, und ich neugierig bin, was das im Genaueren bedeutet.

    Okay. TV. Nicht meine Welt, vielleicht die anderer. Zumindest wird nachvollziehbar wie sich Otto Gewohnheits-Dullard wohl die Lebenszeit vertreibt, und warum so viele Leute heute so erschreckend langweilig sind.

    Reality-Show klingt immer schon so nach 'Make your own reality'. Und jetzt lese ich nach, was ein "Verafake" sein sioll, bzw. falls vertippt, "very Fake", Vermutlich eine Skala zum Ermessen des Fake-Grads der Inhalte von TV-Sendungen. Könnte immerhin sein.
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#4 Thomas79111Anonym
  • 28.02.2017, 19:17h
  • Diese Art der "Unterhaltung" ist sowas von unnötig und wird noch mehr Ressentiments gegen Schwule aufbauen. Das ist dermassen realitätsfern, da könnte man auch einen evangelikalen Heiler zeigen, wie er einen Schwulen "heilt".
    Aber Geld regiert die Welt und dafür lässt man dann seine Überzeugungen, sowie man denn überhaupt welche hat, gerne mal aussen vor.
    Völliger Schwachsinn, was soll das beweisen oder bezeugen????
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#5 schwarzerkater
  • 28.02.2017, 21:41h
  • " ... Julian F.M. Stöckel (Eigenbezeichnung in der Sendung: "Schrillstes Huhn im deutschen Entertainment") ..."
    ich dachte immer olivia jones sei das schrillste huhn? aber wer nur ist dieser julian stöckel? möglicherweise ein z-promi aus der kompostieranlage, aka rtl?
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#6 Patroklos
  • 28.02.2017, 22:21h
  • Den privaten Fernsehsendern fällig überhaupt nichts Vernünftiges mehr ein und da gilt "Trash as Trash can"!
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#7 wiking77
  • 01.03.2017, 10:17h
  • "Christian ist heiß auf die 10.000 Euro Schmerzensgeld."

    ... und ich bin heiß auf Christian ... Mann, ist das ein schnuckeliger Typ.
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#8 wellnessAnonym
  • 01.03.2017, 14:00h
  • Hmmm hab ich den Christian nicht schon einmal bei einer anderen Sendung gesehen ??? Take me out - wenn ich mich nicht irre
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#9 PeerAnonym
  • 01.03.2017, 20:47h
  • Eine weitere Folge aus der Kategorie "Sendungen, die die Welt nicht braucht."

    Was für ein Schrott...

    Und wieder mal darf der Schwule den klischeehaften Paradies-Vogel geben, über den sich die Heteros mal köstlich amüsieren können und nach 60 Minuten ist wieder heile Welt, der Hetero darf wieder hetero sein und der Schwule ist wieder weg.

    Auch wenn es bei den öffentlich-rechtlichen Sendern auch genug zu kritisieren gibt, aber bei solchen Sendungen der Privaten ist man dann froh, dass es die Öffentlich-Rechtlichen noch gibt.

    Diesen ganzen Pseudo-Reality-Doku-Soap-Müll kann man von mir aus komplett abschaffen. Aber es gibt ja auch noch Leute, die sowas tatsächlich gucken...
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#10 LovesternProfil
  • 01.03.2017, 23:24hGreifswald
  • Antwort auf #1 von Olli
  • Das war vielleicht so geplant von der Redaktion. Provoziere eine scheinbar schwulenfeindliche Macho-Umgebung, wo der Vater auf dem Bau arbeitet und die Kumpels Fussball spielen, mit einem plötzlichen Coming out gepaart mit einer übertrieben geschauspielerten Tucke.
    Hat nur nicht geklappt. Weder der Vater vom Bau noch die Fussball-Machos haben reagiert wie erwartet. Der geplante schwulenfeindliche Eklat blieb aus.
    Ich schätze, rtl2 hat sich ziemlich geärgert.
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