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Auf UKW in Berlin und erstmals im Internet

Endlich wieder Eldoradio hören!

Zum 30. Jahrestag des Sendestarts des legendären Radio 100 kehrt am Samstag auch Deutschlands erstes queeres Radioprogramm für einen Tag zurück.


Zwischen 1987 und 1991 ging das schwul-lesbische "Eldoradio" zweimal in der Woche auf dem links-alternativen Radio 100 in Berlin auf Sendung. Der Name des Magazins leitete sich vom legendären Lokal "Eldorado" ab
  • 2. März 2017, 08:14h, noch kein Kommentar

Vor 30 Jahren, am 1. März 1987, ging in Westberlin Radio 100 auf Sendung. Die UKW-Frequenz 100,6 MHz musste sich der links-alternative Privatsender ausgerechnet mit dem rechten Betonfunk Hundert,6 teilen: Während Hundert,6 sein Programm mit der Nationalhymne beendete, begrüßte Radio 100 seine Hörer direkt im Anschluss mit einer Klospülung.

Nicht nur an diese Anekdote dürften sich die Radioveteranen erinnern, wenn sie am Wochenende im Berliner Columbia-Theater das 30-jährige Jubiläum des Sendestarts mit einer Ausstellung, Diskussionen und Partys feiern – sowie einem einmaligen Comeback on Air: Am Samstag, den 4. März von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts sendet Radio 100 live auf der Berliner UKW-Frequenz 88,4 sowie im Internet auf radio100.de.

Das queere Aushängeschild von Radio 100

Der basisdemokratisch organisierte, chronisch unterfinanzierte Sender ging zwar bereits 1991 pleite, hinterließ jedoch prägende Spuren in der links-alternativen Szene Berlins. Und von Beginn an war das schwul-lesbische Programm "Eldoradio" nicht nur ein fester Bestandteil, sondern ein echtes Aushängeschild von Radio 100. Wer die jeweils zweistündigen Sendungen am Mittwoch und am Sonntag nicht live hören konnte, bat seine Freunde darum, sie auf Kassette aufzunehmen.

Einige Mitarbeiter von "Eldoradio" und "Radio 100" sind noch heute in LGBTI-Medien aktiv – wie "Siegessäule"- und "L-Mag"-Verlegerin Manuela Kay, der Kulturjournalist Axel Schock, der meinungsfreudige Publizist Dirk Ludigs oder, in den letzten beiden Jahren des Senders, queer.de-Geschäftsführer Micha Schulze.

Zusammen mit Andrea Winter und Giselle d'Apricot moderiert Manuela Kay die Comeback-Sendung von "Eldoradio" am Samstag von 17 bis 19 Uhr unter dem Motto "Blicke zurück (im Zorn?) auf die Szene der 80er in West-Berlin und den Mauerfall bis zur Verspießerung der LGTB-Community von heute". Zu Gast im Studio sind u.a. die Aktivistinnen Traude Bührmann und Mahide Lein, der Künstler Wolfgang Müller, die Dragqueens Ichgola Androgyn und Melitta Poppe sowie der aus Ostberlin stammende Schauspieler Matthias Freihof ("Coming Out") – auch auf die Demokratiebewegung in der Hauptstadt der DDR hatte Radio 100 einigen Einfluss.

Bereits am Freitag um 17 Uhr gibt es im Columbia-Theater eine Podiumsdiskussion zum Thema "Eldoradio – Queer im Radio, bevor es den Begriff 'queer' überhaupt gab". Als Gäste hat sich Manuela Kay den Filmemacher Rosa von Praunheim, Birgit Bosold vom Schwulen Museum*, Querverlegerin Ilona Bubeck sowie den ehemaligen Abgeordneten der Alternativen Liste, Dieter Telge, eingeladen. (cw)