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Geldanlage

"Christliche" Investmentfonds werben um Homo-Hasser

Wer Homo- und Transsexuelle verabscheut, erhält neue Investmentmöglichkeiten: Zwei US-Fonds wurden gezielt auf Gegner des "LGBT Lifestyle" zugeschnitten.


Homo-Gegner bei einer Demonstration im Jahr 2013 gegen die Ehe-Öffnung in Minnesota (Bild: Fibonacci Blue / flickr)

Ein kalifornisches Unternehmen hat am Dienstag zwei börsengehandelte Fonds (ETFs) herausgegeben, die sich insbesondere an konservative Christen richten, die Homo- oder Transsexuelle ablehnen. Inspire Investing will mit den Fonds "mehrere hundert Millionen Dollar" einsammeln.

Die Firma wirbt damit, kein Unternehmen in die Fonds aufzunehmen, das "biblische Werte" missachte. Dazu werden sechs Kriterien definiert, die für Christen eine No-Go-Area seien: Abtreibung, Glücksspiel, Alkohol, Pornografie, der "LGBT Lifestyle" sowie bestimmte Menschenrechtsverletzungen, speziell die "schwerwiegende Diskriminierung von Christen". Diskriminierung von Muslimen oder anderen Minderheiten oder auch Themen wie Waffenproduktion sind dagegen für die "christlichen" Fonds kein Problem.

Investmentsfonds, die nur wertebasiert in bestimmte Firmen Geld stecken, sind an sich nichts Ungewöhnliches. So sind etwa Ökofonds populär. Die Credit Suisse startete 2013 zudem einen Aktienindex, in den nur LGBTI-freundliche Unternehmen aufgenommen wurden (queer.de berichtete).

Gezielt um Homo-Hasser zu werben, ist allerdings neu: Auch die katholische Bischofskonferenz der USA hatte in ihrem vor zwei Jahren herausgebrachten "wertebasierten" Fonds auf eine LGBTI-feindliche Ausrichtung verzichtet. Der katholische Fonds schloss stattdessen beispielsweise Unternehmen aus, die mit biologischen und nuklearen Waffen oder auch Landminen Geld verdienten oder von Kinderarbeit profitierten.

Apple oder Starbucks sind für die christliche Zielgruppe tabu

Inspire-Chef Robert Netzly erklärte gegenüber der britischen "Financial Times", es gebe eine "riesige Nachfrage" nach "biblischen" Fonds. Den Ausschluss von LGBTI-freundlichen Unternehmen verteidigte er: "Wir lieben unsere Nachbarn in der LGBT-Community, aber unsere Investoren wollen in Übereinstimmung mit ihren konservativen Werten ihr Geld anlegen." Unternehmen wie Apple oder Starbucks, die scharfe Antidiskriminierungsrichtlinien auch nach den Merkmalen sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität eingeführt haben, seien daher nicht akzeptabel.

Mark Snyder von der LGBTI-Organisation Equality Federation glaubt allerdings nicht, dass der Fonds erfolgreich sein wird: "Wenn radikale Organisationen oder Aktivisten versucht haben, Boykotte gegen LGBTI-freundliche Firmen zu starten, war das in der Regel nicht effektiv. Ich denke mal, diese Fonds werden wahrscheinlich nicht viel Interesse wecken." (dk)



#1 markusbln11Anonym
  • 02.03.2017, 17:53h
  • Viel spass beim absehbaren zinsertrag dieser fonds. Immer ran, wer sein geld verbrennen will.
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#2 PeerAnonym
  • 02.03.2017, 18:54h
  • War doch klar, dass es unter Trump einen Rechtsruck und einen massiven Aufschwung der religiösen Fanatiker geben wird.

    Wer das vorher nicht erkannt hat, wollte es entweder nicht sehen oder ist schlichtweg zu dumm...
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#3 GerritAnonym
  • 03.03.2017, 15:26h
  • Ich kann nur hoffen, dass die Kohle dieser Wahnsinnigen verbrannt wird und dass sie alles verlieren...
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#4 Patroklos
  • 03.03.2017, 17:14h
  • Das ein solches Unternehmen an der Börse notiert wird, ist ein Skandal, aber bei den USA wundert mich schon gar nichts mehr.
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#5 SebiAnonym
  • 03.03.2017, 17:54h
  • Da Diskriminierung auch wirtschaftlich schadet, bekommen diese Schwachmaten eben weniger Geld, als wenn sie in erfolgreichere Unternehmen investieren würden.
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#6 TheDad
  • 04.03.2017, 00:02h
  • Antwort auf #4 von Patroklos
  • ""Das ein solches Unternehmen an der Börse notiert wird, ist ein Skandal,""..

    Ein an der Börse notierter Fonds ist kein Unternehmen, sondern ein Portfolio von Aktien bereist Börsen-Notierter Firmen..
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#7 stromboliProfil
#8 TheDad
  • 04.03.2017, 15:25h
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Stimmt..
    Grundsätzlich ist es ein Problem wenn mit Geld Geld verdient wird..

    Ursprünglich dienten die Börsen dem Verkauf von Handelsware, später dann auch dem Einsammeln von Investitionen für größere Fabriken oder dem Aufbau eine ersten Produktionslinie, als Kreditgabe an Firmen..
    Dafür erhielt man ein Versprechen, einen Anteilsschein an der Firma, eine Aktie..

    Heutzutage dienen sie dem Kauf und Verkauf ganzer Aktienpakete innerhalb von Sekunden, und in der Zwischenzeit werden Gewinne erzielt die nicht auf realer Produktion basieren, sondern auf Ergebnissen von Wetten..

    Erst diese Woche konnte man beim Börsengang von "Snap" miterleben wie Tausende "Anleger" ihre Kohle in Aktien stecken, die völlig überbewertet demnächst die Gewinne von Großanlegern darstellen, und damit die Kohle von kleinen Aktionären quasi an diese überweisen..
    Denn Geld verschwindet nicht weil der Kurs eine Aktie fällt, es wandert nur in andere Taschen..
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