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Ungünstige Zugverbindung

Bettina Böttinger fährt doch nicht nach Greifswald

Die lesbische Moderatorin hat Terminprobleme, um sich von der Homofreundlichkeit der ostdeutschen Stadt zu überzeugen.


Bettina Böttinger moderiert seit über zehn Jahren die WDR-Talkshow "Kölner Treff" (Bild: WDR / Encanto / Grande)

Am 3. Juni wollte Bettina Böttinger auf Einladung des Oberbürgermeisters zum Tag der Akzeptanz nach Greifswald fahren, um damit eine vielfach kritisierte Äußerung aus dem vergangenen Jahr wiedergutzumachen. Am 1. September 2016 hatte die Kölnerin in der ZDF-Sendung "Markus Lanz" erklärt, sie möchte nicht mit ihrer Frau Hand in Hand durch die ostdeutsche Stadt laufen (queer.de berichtete).

Doch nun hat Böttinger den vor Monaten vereinbarten Besuchstermin überraschend abgesagt. "Ich bedaure dies sehr, weil ich mich auf persönliche Gespräche und Begegnungen wirklich gefreut habe", schrieb die 60-jährige Moderatorin in einem Brief an Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne).

Böttinger habe Terminprobleme geltend gemacht, berichtete die "Ostsee-Zeitung" und zitierte Stadtsprecherin Andrea Reimann: "Sie habe am Freitag zuvor noch eine Sendung und müsste am Sonntag bereits wieder zurück sein […] Die Zugverbindung von Köln nach Greifswald sei jedoch zeitlich so ungünstig, dass sie erst Samstagabend in Greifswald und am Sonntag nicht rechtzeitig zurück wäre." Nun soll ein neuer Termin im Herbst gefunden werden.

Greifwald für Lesben und Schwule nicht sicher?

Bei Markus Lanz hatte Bettina Böttinger aus heiterem Himmel behauptet, dass die Universitäts- und Hansestadt Greifswald für Lesben und Schwule nicht sicher sei. Angesprochen auf das homofreundliche Klima in Deutschland, meinte die 60-Jährige: "Aber ich stell mir mal vor, so'n ganz normaler Arbeitsplatz, irgendwo inner Kleinstadt oder in der ländlichen Bevölkerung. Das ist ein Riesending, wenn da irgendjemand sagt, so ich hab jetzt übrigens als Frau 'ne Frau geheiratet."


In der regionalen Presse schlug Böttingers Äußerung hohe Wellen

In ihrer Heimatstadt Köln sei es besser, so Böttinger, die sich im Juli letzten Jahres verpartnert hatte. "Da ist es, glaub ich, einfach liberaler und selbstverständlicher. Aber in andern Städten? Ich möchte auch nicht mit meiner Frau Hand in Hand durch Greifswald rennen. Tut mir furchtbar leid. Möcht' ich nicht. Ich glaube, da sind andere Ressentiments als in großen liberalen Städten. […] Ich möchte ankommen heil."

Der Tag der Akzeptanz wird seit 2012 jährlich vom Aktionsbündnis Queer in Greifswald organisiert. Auf dem Marktplatz in der Altstadt ist am 3. Juni ein "buntes, aber auch sozialkritisches Bühnenprogramm" geplant. (cw)



#1 Flieder 07Anonym
  • 03.03.2017, 07:56h
  • Richtig so Frau Böttinger, endlich traut sich mal einer die Wahrheit über Ostberlin zu sagen. Es ändert sich auch nicht wenn ein paar Schwule sich küssend der öffentlichkeit präsentieren. Frau Böttinger bleiben Sie und ihre Frau in Köln bei uns.
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#2 dieWahrheitAnonym
#3 TOMTOMAnonym
  • 03.03.2017, 09:11h
  • Ich kann die Frau gut verstehen. An einem Aktionstag ist das doch eh nur Show, wenn schon die Öffentlichkeit dazu angehalten wird sich ein mal zusammen zureißen und uns Homos in ruhe zulassen.
    Mit versteckter Kamera ist das doch viel sinnvoller.
    Wo ist denn der Wallraff eigentlich schonwieder....?
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#4 wiking77
  • 03.03.2017, 10:36h
  • naja aber Hauptsache sie hat da mal einen Hype drausgemacht, ihrer Publicity wegen.
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#5 LovesternProfil
  • 03.03.2017, 11:04hGreifswald
  • Antwort auf #3 von TOMTOM
  • Ich lebe in Greifswald, und logischerweise gibt es hier auch H4-Ghettos wie in Köln, wo die gute Frau sicher auch nicht Hand in Hand mit ihrer Freundin durchlatschen wollen würde, bloß, weil es in Köln ist, aber ansonsten ist Greifswald und war schon seit 1492 Universätsstadt sowie Hafenstadt, was schon immer fremde Kulturen und fremde Leute in die Stadt gebracht hat, was die Mentalität ganz anders geprägt hat, als Frau Böttinger meint. Da hätte sie schon Nazi-Kaffs wie Anklam nennen müssen, um richtig zu liegen.

    In Greifswald ganz abseits von Aktionstagen ein Homopaar im Supermarkt zu treffen, dass sich intensiv küsst, ist zwar nicht alltäglich, hab ich aber immerhin zweimal selbst gesehen. Die haben nicht mal komische Blicke geerntet.
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#6 WillieAnonym
  • 03.03.2017, 11:54h
  • In mittelgrossen westdeutschen Städten (unter 500.000 Einwohnern) ist es auch nicht besser, bin schon am hellen Tag zwischen Spaziergängern mehrfach angegriffen worden, mit und ohne Händchenhalten oder Küssen. Man sieht Männerpaare vielleicht 1x im Jahr. Frauenpaare werden ebenfalls angegriffen.
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#7 TheDadProfil
  • 03.03.2017, 12:16hHannover
  • Antwort auf #2 von dieWahrheit
  • Dann kuck mal bei der Bahn..

    Da fährt man nämlich von Köln aus entweder über Berlin nach Greifswald, oder über Bremen, Hamburg, Rostock..

    Über Berlin Fahrtzeit 7 Std. 30 Min..
    Über Hamburg sogar 8 St. 35 Min mit 2 x umsteigen..

    Günstig ist das nicht..
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#8 felix-cgnAnonym
  • 03.03.2017, 12:58h
  • Bettina B. fährt nach Greifswald. Bettina B. fährt nicht nach Greifswald.
    Und in China fällt ein Sack Reis um.
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#9 dieWahrheitAnonym
#10 Flieder 07Anonym