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Just like a prayer...

Gran Canaria: Drag-Queen-Gala erzürnt Vatikan

Im Rahmen des Karnevals trat "Sethlas" als Jungfrau Maria und als Jesus am Kreuz auf – für den örtlichen Bischof war das trauriger als ein Flugzeugunglück mit 154 Toten.


"Karneval gegen Religion" – so fasste die deutsche "Tagespost" den Auftritt der Drag Queen "Sethlas" am Rosenmontag zusammen

Ein live im Fernsehen übertragener Drag-Queen-Wettbewerb im Rahmen des Karnevals auf Gran Canaria hat in Spanien für einen überraschenden Skandal gesorgt, als wäre Madonna an dem Land spurlos vorbeigegangen.

In deutlicher Anlehnung an die Inszenierung von Madonnas "Like a Prayer" und teils mit ihrer Musik war der Künstler Borja Casillas alias "Sethlas" am Montag zunächst als Jungfrau Maria, dann als Jesus aufgetreten, Szenen am Kreuz und Tänzer in Büßergewändern inklusive. Die Darbietung gewann das Televote des Senders La 2.

Direktlink | Der Skandal- und Gewinnerauftritt

Der Wettbewerb zur "Drag Queen de Las Palmas de Gran Canaria" wird seit 1998 im Karneval durchgeführt und hatte nun einen Skandal: Der katholische Bischof der Kanaren, Francisco Cases Andreu, beklagte, angesichts dieses "Triumphs der gotteslästerlichen Frivolität" hätten sich seine Augen mit Tränen gefüllt. Es sei der "traurigste Tag" seiner Amtszeit gewesen.

Der Bischof selbst sorgte damit für einen eigenen Skandal: Er betonte, der Auftritt habe das Unglück von Spanair-Flug 5022 als seinen traurigsten Tag abgelöst. 2008 war die Maschine auf dem Weg zu der Insel am Flughafen Madrid-Barajas verunglückt. Die 154 Toten habe er wohl vergessen, beklagte empört ein Verband von Angehörigen.

Gehörter Ruf nach Zensur


Bischof Francisco Cases Andreu fragte angesichts der Drag Show, "ob es denn keine Grenzen der Meinungsfreiheit mehr gibt"

Auch der Vatikan schien von der Inszenierung der Drag Queen derart empört, dass Radio Vatikan mehrsprachig und auf der Website mit Bild von Sethlas auf die Traurigkeit des Bischofs und die "anstößige Karnevalsparade" hinweisen musste (den Spanair-Aspekt ignorierte der Sender dabei).

Selbst katholisch.de, das Portal der deutschen Bischofskonferenz, sprach von einer weiteren "Skandalinszenierung" nach einem "kirchenfeindlichen" Theaterstück in Polen. Inzwischen habe Bischof Cases Andreu "angekündigt, in der Kathedrale einen Sühnegottesdienst abhalten zu wollen", berichtete auch die katholische "Tagespost".

Der Bischof hatte öffentlich gefragt, ob es denn keine Stellen gebe, die die vermeintliche Gotteslästerung, die viele Bürger verletze, abstellen könnten. Der Bischof wurde gehört: Anfang der Woche verschwanden aus der Mediathek der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt RTVE, zu der La 2 gehört, alle Videos und Fotos des Auftritts. Später entschuldigte sich der Sender dafür und kündigte eine Untersuchung an, wie es dazu kommen konnte.

Kulturkampf um Religion und Gender

Borja Casillas meinte in Interviews zu seinem Auftritt, er habe niemanden verletzten, aber durchaus provozieren wollen; er selbst wolle Professor für Religionswissenschaften werden. Eine Petition zur Unterstützung der Drag Queen bei change.org kommt auf inzwischen fast 20.000 Unterschriften.

Sie stellt eine Reaktion dar auf eine Petition von erzkonservativen Christen, die inzwischen 43.000 Personen unterzeichnet haben und von dem Sender, den Sponsoren der Show und der lokalen und nationalen Politik Konsequenzen fordert. Die Politik der Stadt hatte sich aber überwiegend hinter Sethlas gestellt.

Die "Vereinigung christlicher Anwälte" hat derweil Strafanzeige wegen "Hass gegen die Religion" gestellt. Sie verglich den Fall mit einem anderen, der derzeit in Spanien Schlagzeilen macht: Die erzkatholische Gruppe wendet sich mit einer Bus-Tour gegen die "Gender-Ideologie": "Jungen haben einen Penis, Mädchen eine Vulva. Lass Dich nicht täuschen!", steht groß auf dem Bus geschrieben (queer.de berichtete). Die Stadtverwaltung von Madrid hatte die Tour am Mittwoch unterbunden, die Staatsanwaltschaft Ermittlungen angekündigt.



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#1 FinnAnonym
  • 04.03.2017, 13:21h
  • Von Freiheitsrechten wie Redefreiheit und Kunstfreiheit haben die Religionen dieser Welt noch nie viel gehalten.

    Denn es bedroht ihr totalitäres Geschäftsmodell.
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#2 wiking77
  • 04.03.2017, 13:59h
  • und warum hat der mutige Künstler Mohammet und Allah, Buddha und Jahve auch so künstlerisch bemerkenswert dargestellt? Hätte er Mohammed, Allahs Prophet ebenfalls so schillernd dargetellt, hätte es Zunder auf den Straßen gegeben von Pakistan bis London, von Mogadischu bis Malmö. Auf einen toten Löwen zu spucken (hier Christentum, Vatikan) ist immer leicht, aber einen lebendigen Stier bei den Hörnern packen weniger; was dieser Künstler aus Gran Canaria unter Beweis stellt.
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#3 andreAnonym
#5 Fukcing77Anonym
  • 04.03.2017, 17:21h
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • Vielleicht weil er sich im Gegensatz zu dir an das Motto "kehre erstmal vor deiner eigenen Haustür" hält und sich an die Nase SEINER Kultur anstatt einer fremden packt?!
    Was fragst du auch so doof?!
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#6 Fukcing77Anonym
  • 04.03.2017, 17:24h
  • "Die erzkatholische Gruppe wendet sich mit einer Bus-Tour gegen die "Gender-Ideologie": "Jungen haben einen Penis, Mädchen eine Vulva. Lass Dich nicht täuschen."

    na, dann kann doch auch die Busse mit entsprechenden Bildern dekorieren, oder? Man soll sich doch nicht täuschen lassen! Was für eine tolle Steilvorlage!
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#7 FredinbkkProfil
  • 04.03.2017, 17:29hBangkok
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • und warum hat der mutige Künstler Mohammet und Allah, Buddha und Jahve auch so künstlerisch bemerkenswert dargestellt?

    ....der kann nicht alles tuen.... diesen Teil den Du vermisst ,hat er doch Dir ueberlassen...

    mach Dich ans Werk!!!!!
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#8 andreAnonym
  • 04.03.2017, 17:29h
  • Antwort auf #4 von Miguel53de
  • Möglich aber das sollte den vielen Touristen dort erklärt werden. Da ich das auch nicht kenne, was Du gepostest hast, war mir sofort klar was das ist. Das ich Drags überhaupt nicht mag, hat sicher damit nichts zu tun. OK eine und die ist, nein war, richtig gut Georg Preuße als Mary. Leider in Rente.
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#9 Tommy0607Profil
  • 04.03.2017, 17:51hEtzbach
  • Der Vatikan und einige andere Konservative Christen "entzürnt" auch mit einiges . Wie z. B. mit Kinderschändungen , Vergewaltigungen die Priester machen . Das ist auch nicht sehr menschlich und somit auch nicht christlich . " Wer ohne Schuld ist , wirft den Ersten Stein " .
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#10 Julian SAnonym
  • 04.03.2017, 19:48h
  • "[...] erzürnt Vatikan"

    Was erzürnt den Vatikan eigentlich nicht?

    Homosexualität erzürnt den Vatikan.
    Außerehelicher Sex und vorehelicher Sex erzürnen den Vatikan.
    Selbstbefriedigung erzürnt den Vatikan.
    Verhütung erzürnt den Vatikan.

    Etc. etc.

    Gibt es eigentlich überhaupt noch Menschen, die für den Vatikan keine Sünder sind? Denn in irgendeine Kategorie fällt jeder.

    Das alles wird den Menschen nur eingeredet, damit sie ein schlechtes Gewissen haben und Angst vor der Hölle haben. Damit sie dann irgendwelchen Heilspredigern folgen und denen ihr Luxusleben ermöglichen.

    Der Vatikan sollte lieber mal über den abertausendfachen Kindesmissbrauch in den eigenen Reihen erzürnt sein und das mal wirklich aufklären statt so viel wie möglich zu vertuschen und immer nur gerade das zuzugeben, was sich eh nicht mehr verheimlichen lässt.
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