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Homo-"Propangada"

Russland denkt über "Schöne und das Biest"-Verbot nach

Die Neuverfilmung des Musical-Klassikers sorgt wegen einer schwulen Figur für Aufregung in Russland und den USA.


Josh Gad als schwuler LeFou in "Die Schöne und das Biest" (Bild: Disney)

In Russland werden Forderungen laut, die Aufführung des Mitte März weltweit anlaufenden Film "Die Schöne und das Biest" wegen des 2013 eingeführten Homo-"Propangada"-Gesetzes zu untersagen. Der Duma-Abgeordnete Witali Milonow, der immer wieder mit homophoben Aktionen international für Aufmerksamkeit gesorgt hatte, fordert laut der Nachrichtenagentur RIA Novosti in einem Brief an Kulturminister Wladimir Medinski, den Film zu überprüfen und eventuell "Maßnahmen zur Sperrung" zu unternehmen. Gegenüber der BBC erklärte Mediniski daraufhin, seine Behörde werde "Die Schöne und das Biest" nach "Recht und Gesetz" unter die Lupe nehmen.

Vor wenigen Tagen hatte der Regisseur des Mitte März weltweit anlaufenden Films "Die Schöne und das Biest" bekannt gegeben, dass erstmals eine schwule Figur in einem Disney-Film auftaucht: LeFou, der von Schauspieler Josh Gad dargestellte Kumpan vom Biest-Widersacher Gaston, soll demnach in dem Film versuchen, mit seiner sexuellen Orientierung klar zu kommen (queer.de berichtete).

Milonow, ein Abgeordneter der Putin-Partei "Einiges Russland", argumentierte in seinem Brief, dass der Film Kindern Schaden zufügen könne: "Ich bin überzeugt, dass die Hauptaufgabe des Staates gegenüber Kindern ist, ihre Kindheit und Jugend vor dem Schmutz der Welt zu schützen, die Reinheit der Kinder zu bewahren und sie vor schädlichen und gefährlichen Einflüssen abzuschirmen." Es sei "damit unsere gemeinsame Aufgabe, die Veröffentlichung dieses Musicals nicht zu erlauben."

Amerikanisches Autokino will Film nicht zeigen

Auch in den USA gab es homofeindliche motivierte Proteste gegen den Disyney-Film. So sorgte ein Autokino in der Gemeinde Henagar im ländlichen Alabama für Schlagzeilen, weil die Verantwortlichen via Facebook das Zeigen des Films ablehnten: "Wenn Filmfirmen uns immer und immer wieder ihre Ansichten aufzwingen, müssen wir dagegenhalten", heißt es in der Erklärung.

"Wenn ich nicht einen Film ansehen kann, bei dem Gott oder Jesus neben mir sitzen könnten, dann können wir diesen Film nicht zeigen. Ich weiß, dass manche mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sein werden. Das ist in Ordnung. Wir sind in erster Linie Christen. Wir werden keine Kompromisse eingehen, wenn es über die Lehren der Bibel geht." In dem Kino würden nur "familienfreundliche Filme" gezeigt, in denen die Zuschauer keine Angst vor "Sex, Nacktheit, Homosexualität und Kraftausdrücken" haben müssten.

Josh Gad stolz auf seine Rolle

Darsteller Josh Gad kann die Aufregung um seine Figur nicht verstehen. Er hatte sich bereits in Interview stolz darüber gezeigt, dass er als erster eine offen schwule Figur in einem Disney-Film darstelle. Bei der Weltpremiere in Hollywood sagte der 36-Jährige, dass die Darstellung "subtil, aber effektiv" sei. Gegenüber "USA Today" witzelte er zudem am Wochenende, es gebe weit skandalösere Entwicklungen im Film: "Meiner Meinung nach ist der kontroverseste Teil des Filmes, über den niemand redet, dass mein Pferd übergewichtige Menschen hasst und mich bei jeder Chance abgeworfen hat."

In Deutschland läuft "Die Schöne und das Biest" am 16. März an. Die FSK hat den gut zwei Stunden langen Film bereits ab sechs Jahren freigegeben. (dk)



#1 MarekAnonym
  • 06.03.2017, 12:03h
  • Die machen sich immer lächerlicher...

    Immer wenn man denkt, es ginge nicht noch dümmer, wird man von denen eines besseren belehrt...
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#2 Julian SAnonym
  • 06.03.2017, 12:05h
  • Freie Rede und freie Kunst war totalitären Geistern schon immer ein Dorn im Auge.

    Solche Zensur ist letztlich nur heimliche Empfehlung und zeigt wie wichtig dieser Film ist.
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#3 PeerAnonym
#4 Patroklos
  • 06.03.2017, 13:06h
  • Das war klar, daß die in Rußland wieder aufjaulen werden! Es zwingt sie niemand, den Film zu zeigen!
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#5 KloßbrüheAnonym
#6 GerritAnonym
  • 06.03.2017, 14:43h
  • Peinlich, wie Russland sich wieder mal zum Narren macht und sich komplett der Lächerlichkeit preisgibt.

    Wäre es nicht so traurig, könnte man über so viel Dummheit, Borniertheit und fanatischer Verklärtheit nur noch lachen.
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#7 stromboliProfil
  • 06.03.2017, 15:31hberlin
  • nun wirds interessant..
    Kann - wird hollywood sich dem druck widersetzen oder sich dem druck beugen und schon wegen des so wegbrechenden welt&binnenmarktes auf die inkriminierenden szenen verzichten.
    Schnitttechnich ist das ja möglich...
    Womöglich gibts dann eine jesusfreie version und die hardcore gesangsversion für adult-cinemas
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#8 Homonklin44Profil
  • 07.03.2017, 01:21hTauroa Point
  • ""Milonow, ein Abgeordneter der Putin-Partei "Einiges Russland", argumentierte in seinem Brief, dass der Film Kindern Schaden zufügen könne: "Ich bin überzeugt, dass die Hauptaufgabe des Staates gegenüber Kindern ist, ihre Kindheit und Jugend vor dem Schmutz der Welt zu schützen, die Reinheit der Kinder zu bewahren und sie vor schädlichen und gefährlichen Einflüssen abzuschirmen.""

    Dieser Mensch macht sich mit solch einer Aussage zum Ekelbolzen und outet sich als widerwärtiger noch als alle, die er in den "Schmutz der Welt" mit einbezieht.

    Und ich wäre mal gespannt, wie viele Filme in dem religioten Autokino denn schon liefen, wo die Toten sich am Ende der Filmzeit im Dutzend stapelten, und das weder durch Jesus noch durch "Gott" beanstandet wurde.

    Zensur, um einen Teil der Wirklichkeit auszuschließen, mit aller theatralisch-dramatischer Gewalt... Zum Kopfschütteln, echt.
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