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Kleine Anfrage der Grünen

Bundesregierung will "Therapien" zur "Heilung" von Lesben und Schwulen nicht verbieten

Die Große Koalition hat angeblich "keine Erkenntnisse" über die Aktivitäten bekannter "Homoheiler"-Vereine. Für Regelungen der ärztlichen Berufsausübung seien zudem die Länder zuständig.


Als erstes europäisches Land verhängte Malta im vergangenen Jahr ein Verbot von "Konversionstherapien"

Die Bundesregierung lehnt "Therapie"-Angebote zur "Heilung" von Lesben und Schwulen ab – allerdings plant sie nicht, diese zu verbieten. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Grünen (PDF) hervor.

Die Regierung vertrete im Einklang mit dem Weltärztebund und der Bundesärztekammer (BÄK) die Auffassung, dass Homosexualität keine Krankheit sei und daher auch keiner Behandlung bedürfe, heißt es darin. Ärzte und Psychotherapeuten seien rechtlich dazu verpflichtet, ihren Patienten gegenüber eine den fachlichen Standards entsprechende Behandlung zu erbringen.

Würden Therapien angeboten, die geeignet sind, Menschen zu schädigen, seien im Einzelfall Ärztekammern und Approbationsbehörden gefordert, berufsrechtliche Schritte einzuleiten, heißt es in der Antwort auf die Kleine Anfrage. Gegebenenfalls müssten auch die Strafverfolgungsbehörden aktiv werden. Die Bundesregierung selbst sei jedoch nicht zuständig: "Regelungen der ärztlichen Berufsausübung fallen nach dem Grundgesetz in die Zuständigkeit der Länder."

Förderung von LGBTI-Projekten als Mittel gegen "Homoheiler"

Obwohl die Grünen in ihrer Kleinen Anfrage bekannte "Homoheiler"-Vereine wie Leo, Wüstenstrom und die Offensive Junger Christen explizit aufführten, gibt sich die Große Koalition ahnungslos: "Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse über die Aktivitäten der oben genannten drei Vereine vor." Auch sei ihr "nicht bekannt, ob andere Organisationen sogenannte Konversions- und Reparationspseudotherapien anbieten oder dafür werben".

Stattdessen betonte die Regierung, dass zahlreiche LGBTI-Verbände wie der LSVD, der Bundesverband Trans* oder das Jugendnetzwerk Lambda durch Projektförderungen aus dem Bundeshaushalt in ihrer Arbeit gestärkt würden: "Diese gesamtstaatlichen Aktivitäten sollen dazu beitragen, dass sich lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen in ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität angenommen und akzeptiert fühlen und damit keine Veranlassung sehen, Angebote sogenannter Homo-Heilung und Konversions-Psychotherapien in Anspruch zu nehmen." (hib/cw)



#1 JanusAnonym
  • 06.03.2017, 15:56h
  • Ob diese Schonhaltung den Betreibern solcher Vereine gegenüber daran liegt, dass Merkel, Kauder u. a. den Evanglikalen nahestehen und auf ihren Kongressen anzutreffen sind, auch in Ausübung ihrer offiziellen Ämter?
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#2 stromboliProfil
  • 06.03.2017, 16:13hberlin
  • ach und wo bleibt hier der unerschütterliche einsatz unserer spitzenpolitiker spahn, luczak oder auch kaufmann , die leitidole von apostel tinnitus-fdp47 .

    Ach ja, es gibt ja keine wichtigeren dinge als "ehe für alle" und adoption laut dessen aussage.

    www.queer.de/detail.php?article_id=28348&kommeinzel=4440
    72


    Während also der kleinbürger sich seine häusliche geborgenheit polstert, darf anderen ortes weiter gegen schwule gewütet werden.
    Es wird hier klar wie soßbrühe: es sind nicht nur die christlichen schwulenverfolger, es sind deren homosexuellen mitläuferInnen die eine gefahr für uns alle sind.
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#3 Janana
  • 06.03.2017, 17:39h
  • "Diese gesamtstaatlichen Aktivitäten sollen dazu beitragen, dass sich lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen in ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität angenommen und akzeptiert fühlen und damit keine Veranlassung sehen, Angebote sogenannter Homo-Heilung und Konversions-Psychotherapien in Anspruch zu nehmen."

    Das zeugt von Ahnungslosigkeit. Es geht nicht primär darum, dass erwachsene diese "Angebote" nicht nutzen, sondern dass Eltern ihre Kinder dorthin schicken. Vielfach dokumentiert - und es ist bekannt, dass Kinder deswegen schwere psychische Schäden davontragen oder sich suizidieren.

    Aber wie auch an anderen Stellen zeigt der Staat keinerlei Interesse, LGBTI*-Kinder zu schützen. Dazu kommt, dass man den Eltern in ihre Erziehung nicht hereinreden möchte und dass es pauschal in Ordnung ist, wenn Kinder diesbezüglich fremdbestimmt werden. Kinderrechte? Fehlanzeige.

    Auch Erwachsene können sich unter Umständen dem nicht entziehen, wenn sie auf entsprechender Psychologen/Therapeuten angewiesen sind. Unter Umständen bekommen sie einen zugeteilt. Siehe z.B. bei Begutachtungen nach TSG oder MDS-Richtlinien (in Personenstandssachen oder Beantragung medizinisch indizierter Behandlungen).
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#4 AnonymAnonym
  • 06.03.2017, 17:44h
  • "Regelungen der ärztlichen Berufsausübung fallen nach dem Grundgesetz in die Zuständigkeit der Länder."

    Wofür braucht man dann das BMG überhaupt noch?
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#5 RobinAnonym
  • 06.03.2017, 19:47h
  • Die SPD zeigt wieder mal ihr wahres Gesicht...

    Das sind und bleiben rückgratlose Schoßhündchen der Union.

    Und auch all das Gerede von Eheöffnung, Rehabilitierung der §175-Opfer, etc. ist nur Wahlkampfgetöse. Da plant die SPD in Wahrheit GAR NICHTS.
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#6 Tommy0607Profil
  • 06.03.2017, 19:53hEtzbach
  • Nochmal zum mit schreiben ; und das gilt auch für Regierungen :
    Homosexualität ist KEINE Krankheit .
    Es ist eine NORMALE Sexualität wie eine Hetero - Sexualität.
    Und so ein Blödsinn wie "Heilung" sollte es wohl im 3 . Jahrtausend nicht geben .
    Die Menschen haben sich wohl weiter entwickelt .
    OK, bei einigen , die so denken , ist es fraglich :
    Steinzeit lässt grüssen!
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#7 Miguel53deProfil
  • 06.03.2017, 20:05hOttawa
  • Das ist eine schaendliche Aussage. Sie zeigt, dass die CDU ganz dreist luegt, wenn sie behauptet, jegliche Art der Diskriminierung zu unterbinden.

    Und wo bleibt der Aufschrei bei der SPD, der FDP?

    Es ist widerwärtig und inakzeptabel, wenn man das heute noch hoeren und erleben muss.
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#8 JoonasAnonym
  • 06.03.2017, 22:02h
  • """""""""""""""""""""""
    Obwohl die Grünen in ihrer Kleinen Anfrage bekannte "Homoheiler"-Vereine wie Leo, Wüstenstrom und die Offensive Junger Christen explizit aufführten, gibt sich die Große Koalition ahnungslos
    """""""""""""""""""""""""

    Wenn man es wissen will, erfährt man auch davon.

    Aber Union und SPD wollen es gar nicht so genau wissen... Um bloß nicht handeln zu müssen...
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#9 Julian SAnonym
  • 06.03.2017, 22:06h
  • In diesem Fall ist die vorsätzliche Untätigkeit der schwarz-roten Bundesregierung besonders schlimm, weil es hier ganz unmittelbar um Gesundheit und Leben von Menschen geht!!
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#10 JadugharProfil
  • 06.03.2017, 22:44hHamburg
  • Homoheilung gehört mit seinen Hokuspokus-Verfahren in den Bereich der Scharlatanerie und muß verboten bzw. strafrechtlich verfolgt werden und zwar bundesweit!
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