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"Verfassungsrechtlichen Bedenken"

Deutsche Bischöfe halten am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben fest

Die katholische Kirche hat "verfassungsrechtliche Bedenken" für die Öffnung der Zivil-Ehe, wie der "Familienbischof" klarstellte.


Erzbischof Heiner Koch möchte gleichgeschlechtlichen Paare weiterhin nur eine "Ehe-Light" gönnen (Bild: Walter Wetzler)

Die katholische Bischofskonferenz will sich angesichts neuer Forderungen nach der Ehe-Öffnung weiterhin dafür einsetzen, dass Schwulen und Lesben der Zugang zur Zivil-Ehe untersagt bleiben müsse. Das stellte der Berliner Erzbischof Heiner Koch am Montag fest. Der 62-Jährige ist innerhalb der Kirche für Familienpolitik verantwortlich.

"Die deutschen Bischöfe sprechen sich gegen eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus. Sie teilen die verfassungsrechtlichen Bedenken, die gegen eine einfachgesetzliche Einführung einer 'Ehe für alle' vorgetragen werden", erklärte Koch gegenüber der katholischen Zeitung "Die Tagespost".

Koch bezieht sich in seiner Ablehnung aus verfassungsrechtlichen Gründen auf den deutschen Grundgesetzartikel sechs, in dem die Ehe allerdings nicht direkt als Verbindung von Mann und Frau definiert wird. Es heißt schlicht: "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung". Auch Politiker von CDU/CSU haben immer wieder das Grundgesetz gegen die Ehe-Öffnung angeführt, zuletzt etwa NRW-Spitzenkandidat Armin Laschet (queer.de berichtete). Sie verweisen dabei auch darauf, dass die deutsche Rechtsprechung bis hin zum Bundesverfassungsgericht den Ehe-Begriff aus der Verfassung als Verbindung aus Mann und Frau ausgelegt hatten.

Mehrere Gutachten sind allerdings zu dem Ergebnis gekommen, dass für die Ehe-Öffnung keine Verfassungsänderung nötig sei. So erklärte die Verfassungsrechtlerin Friederike Wapler von der Goethe-Universität in Frankfurt am Main etwa in einem Gutachten, dass die Ehe als auf Dauer angelegte Verantwortungs- und Solidargemeinschaft für Hetero- und Homo-Paarkonstellationen dieselbe Funktion erfülle und daher eigentlich per Gesetz geöffnet werden müsste (queer.de berichtete).

Koch: Nur Heteros sichern "Zukunft der Gesellschaft"

Koch betonte auch, dass sich die eingetragenen Partnerschaften, wie sie derzeit in Deutschland möglich seien, von der Eheschließung unterscheiden, "weil die eingetragene Lebenspartnerschaft aus sich heraus keine Kinder hervorbringen" könne. Er verwies auf das päpstliche Dokument "Amoris Laetitia", in dem festgehalten sei, "dass Partnerschaften von Personen gleichen Geschlechts nicht einfach mit der Ehe gleichgestellt werden können, weil ihnen die Weitergabe des Lebens verschlossen ist, die die Zukunft der Gesellschaft sichert".

Die deutschen Bischöfe, die seit Montag ihre Frühjahrsvollversammlung in Bergisch Gladbach abhalten, reagierten damit auf eine Initiative von SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann, der am Wochenende überraschend angekündigt hatte, die Ehe für alle zum Thema beim nächsten Koalitionsgipfel zu machen (queer.de berichtete). Am Montagmorgen erklärte auch der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Jan-Marco Luczak, dass er sich in seiner Partei für die Ehe-Öffnung einsetzen werde (queer.de berichtete).

Volker Beck: Verfassungsrechtliche Bedenken "grob irreführend"

Scharfe Kritik an der verfassungsrechtlichen Argumentation von Bischof Koch übte der Grünenpolitiker Volker Beck. In Wirklichkeit habe die katholische Kirche ganz andere Gründe: "Die Ablehnung der Ehe für alle durch die deutschen Bischöfe gründet in der Ablehnung der Homosexualität als 'objektiv ungeordnet' (Katechismus). Alles Andere ist grob irreführend!", so Beck.

"Das BGB ist ein weltlich Ding. Es richtet sich nach der Verfassung und nicht nach dem katholischen Katechismus." Beck betonte, dass er keine verfassungsrechtlichen Gründe sehe, am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben festzuhalten. (dk)



#1 PfoteAnonym
  • 06.03.2017, 17:45h
  • Eine eingetragene lesbische Partnerschaft kann mit einem Mann von außen durchaus ein Kind hervorbringen.

    Das wird bei vielen Heteroehen auch so praktiziert.
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#2 retKonAnonym
  • 06.03.2017, 17:48h
  • Vielleicht sollte man den Hütern des Aberglaubens mal klarmachen, dass wir formell die Trennung von Kirche und Staat in Deutschland haben und sie sich ihre Kommentare zu säkulären Angelegenheiten vor allem in Bezug auf Verfassung und Zivilehe sparen können. Es ist echt eine Zumutung, was wir uns als Bevölkerungsgruppe bieten lassen müssen.
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#3 GärtnerAnonym
  • 06.03.2017, 17:52h
  • So, so, einer, der sein monatliches Salär fürs Nichtstun aus allgemeinen Steuergeldern einsackt, argumentiert dummdreist mit einer Verfassung, die er und seine Pressionsgruppe mit Füßen treten.

    Wie macht man diesen Brandstiftern deutlich, dass sie bei weltlichen Angelegenheiten die Klappe zu halten haben?

    Sicher nicht so wie der erbärmliche LSVD, der diesen Rädelsführer zu Kaffee und Kuchen eingeladen und ihm eine Bühne für seine Lügen geboten hat.
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#4 GärtnerAnonym
  • 06.03.2017, 18:01h
  • Antwort auf #2 von retKon
  • Wir müssen uns das ja nicht bieten lassen. Wir müssen uns allerdings fundiert dagegen organisieren - was wohl auch heißt, den Waschlappen vom LSVD die angebliche Sprachrohrfunktion zu entziehen, da sie offenbar gegen unsere Interessen arbeiten.

    Oder wir führen ein Wandel innerhalb des LSVD herbei und vergraulen Kollaborateure wie Tinnitus 1945 aus den Reihen. Wer für die Kirche ist, soll seine Heimat in der Religiotentruppe HuK suchen und von dort aus "argumentieren", aber nicht als Teil des LSVD.
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#5 kuesschen11Profil
  • 06.03.2017, 18:04hDarmstadt
  • Der Katholizismus hält hartnäckig und maßgeblich am Ehe-Verbot für LGBTTIQs fest und will am liebsten auch noch die deutsche Rechtsprechung beeinflussen. Es ist unfassbar, wie stark die Freiheit und Würde des Menschen von dieser Religion angegriffen wird.

    Herr Bischof Koch: Ihre Schäfchen der katholischen Glaubensgemeinschaft haben größtenteils die Sakramente schon längst in die Tonne geschmissen und das Bundesverfassungsgericht braucht keine Verfassungsänderung. Wie weit will Deutschland in Sachen Ehe-Öffnung noch zurückfallen, frage ich mich.

    Die Katholische Kirche sollte sich mit ihrer faschistoiden Einstellung in der Familienpolitik doch endlich mal zurückhalten.
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#6 MarcAnonym
  • 06.03.2017, 18:18h
  • Volker Beck hat das ja treffend kommentiert. War irgendetwas zu hören von jenen grünen 'Hoffnungsträgern', zu deren Gunsten die NRW-Grünen Beck haben über die Klinge springen lassen?
    Nein?
    Hm. Sowas aber auch...
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#7 FredinbkkProfil
  • 06.03.2017, 18:23hBangkok
  • sollte nicht schon laengst das zoelibataere Priesteramt verboten sein ..

    das traegt doch nicht zum Fortbestand der Menschheit bei

    sollte der Cloun in seinem Karnevalsfummel sich nicht besser um den Missbrauch von kindern "WELTWEIT"

    durch seine Sektenkollegen kuemmern ,
    was geht den die Zivilehe ueberhaupt an...das ist nicht sein Bier...

    Ich bekomme Brechreiz wenn ich die Typen von der verlogenen,bigoten Schauspielertruppe sehe...
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#8 Paulus47Anonym
  • 06.03.2017, 19:18h
  • Dann sollten die katholischen Bischöfe, von denen viele selbst schwule "Klemmschwestern" sind, von den evangelischen Landeskirchen Rheinland, Baden, Norddeutschland, Hessen-Nassau oder Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz lernen, wo regulär kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt wurden. So wie auch bei den Quäkern, der anglikanischen Kirche in den Vereinigten Staaten, der Anglican Church of Canada, der United Church of Christ, der United Church of Canada, der Presbyterian Church (USA), der Vereinigten Protestantischen Kirche in Frankreich, der Vereinigten Protestantischen Kirche in Belgien, der lutherischen Isländischen Kirche, der lutherischen Norwegischen Kirche oder auch der lutherischen Dänischen Kirche.

    Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an christlichen Kirchen, die dies theologisch und ethisch anders bewerten, als die Kirchenvertreter der Katholischen Kirche. Und der Witz dabei ist, viele der katholischen Kleriker in der Vergangenheit und in der Gegenwart sind selbst schwul.
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#9 RobinAnonym
  • 06.03.2017, 19:45h
  • "Deutsche Bischöfe halten am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben fest"

    Das kann dieser scheinheilige, menschenverachtende, demokratiefeindliche Konzern ja gerne tun. Nur ist es für die staatliche Ehe völlig unerheblich.

    Im übrigen sollte die Kinderschänder-Sekte keine Urteile über andere fällen, sondern lieber mal ganz schnell ganz still sein.
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#10 FinnAnonym
  • 06.03.2017, 19:54h
  • >>>>> Die katholische Kirche hat "verfassungsrechtliche Bedenken" für die Öffnung der Zivil-Ehe <<<<<

    Die Kirche hat ja auch so viel Ahnung von Demokratie und Wissenschaft.

    Im übrigen herrscht in einer Demokratie die Trennung von Staat und Kirche.

    Gegen Hassprediger hilft nur eines:
    KIRCHENAUSTRITT

    www.kirchenaustritt.de/
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