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Musicalfilm

Russland gibt "Schöne und das Biest" ab 16 Jahren frei

Das Verbot ist abgewendet, aber wegen einer kleinen schwulen Rolle dürfen Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre den US-Film nicht sehen.


LeFou (li.) lechzt nach seinem Chef Gaston (Bild: Disney)

Das russische Kulturministerium hat am Montag nach Angaben der Nachrichtenagentur AP bekannt gegeben, dass der Musicalfilm "Die Schöne und das Biest" erst ab 16 Jahren freigegeben worden ist. Grund ist, dass eine schwule Neben-Figur im Film auftaucht. Erst vergangene Woche hatte Regisseur Bill Condon erklärt, dass LeFou, der von Schauspieler Josh Gad dargestellte Kumpan vom Biest-Widersacher Gaston, in dem Film versuchen wird, mit seiner sexuellen Orientierung klar zu kommen (queer.de berichtete).

Am Wochenende hatte der Duma-Abgeordnete Witali Milonow, der sich immer wieder mit Homophobie profiliert, unter Verweis auf das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" ein Aufführungsverbot des Films in Russland gefordert (queer.de berichtete). Selbst die Altersfreigabe ab 16 Jahren könnte den Film allerdings an der Kinokasse durchfallen lassen, da die Hauptzielgruppe junge Menschen sind.

FSK gab Film ab sechs Jahren frei

Die Altersfreigabe liegt in Russland weit höher als in anderen Ländern: In Deutschland gab die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft "Die Schöne und das Biest" ab sechs Jahren frei. In den USA erhielt der Film die Altersempfehlung PG (Parental Guidance) – das bedeutet, dass der Film ohne Altersbegrenzung freigegeben ist, manche Szenen aber für junge Kinder ungeeignet sein könnten. Als Grund für das PG-Rating nannte die verantwortliche Organisation MPAA nicht den schwulen Inhalt, sondern "ein wenig Action-Gewalt, aufreibende Szenen und angsteinflößende Bilder".

Inzwischen nannte Regisseur Bill Condon die Berichterstattung über die schwule Rolle im Film gegenüber der Zeitung "USA Today" als "übertrieben" – obwohl dies eine Premiere für einen Disney-Film ist. Die Homosexualität LeFous sei aber lediglich ein kleines Detail des Filmes, das "an sich keine große Sache" sei, so Condon. Tatsächlich gibt es im Film keine ausdrückliche Debatte über die sexuelle Orientierung von LeFou, diese wird nur angedeutet. Die einzige halbwegs eindeutige Szene zeigt LeFou für ein paar kurze Augenblicke beim Tanzen mit einem Mann.

Der Film läuft kommende Woche weltweit an, in Deutschland am 16. März. (dk)

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