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  • 23. Mai 2005, noch kein Kommentar

Am 26. Mai geht der Kölner Come-Together-Cup in die elfte Runde. Promispieler Claus Vincon im queer.de-Interview.

Von Micha Müller

Der Kölner Come-Together-Cup findet in diesem Jahr zum elften Mal statt. Am 26. Mai treten auf der Jahnwiese wieder zahlreiche Fußballmannschaften gegeneinander an, um Geld für die lesbisch-schwule Beratungsstelle Rubicon und das Jugendzentrum anyway zu sammeln. Beim beliebten Promi-Spiel ist erneut Claus Vincon mit dabei. Im Interview verrät er, mit welcher Motivation er mit macht und was er sonst noch über das runde Leder denkt.

Was motiviert Dich, Jahr für Jahr beim Come-Together-Cup mit dabei zu sein?

Zum einen ist es für einen guten Zweck. Außerdem ist Andreas, der den CTC organisiert, immer so motivierend, wenn er einen einlädt (lacht). Vom Cup kenne ich ihn nun schon viele Jahre und finde das Engagement, dass alle dort haben, immer bewundernswert. Es ist sozusagen eine CSD-Vorfeier. Das Spiel ist immer ungeheuer lustig. Und die zwei mal 15 Minuten, die wir spielen müssen, sind ganz gut zu schaffen, auch wenn man konditionell nicht so gut drauf ist. Man trifft dort auch Kollegen, die man sonst nicht oft sieht. Das Spiel, die Fußballspieler, das Fest hinterher, das kommt alles zusammen.

Gibt es ein besonders witziges Erlebnis vom CTC, an das Du dich erinnern kannst?

Beim letzten Spiel 2004, da hatte ich mir kurz vorher die Nase gebrochen. Ich hatte ungeheure Angst, dass ich während des Spiels einen Ball auf die Nase bekomme. Ich bin die ganze Zeit mit meinem Foto-Handy über den Platz gerast und hab lieber Fotos gemacht. Trotzdem hab ich dann noch ein Tor geschossen. Cordula Stratmann war auch bei dem Spiel dabei und hatte ihren eigenen Ball in einer Tüte mitgebracht, mit dem sie dann immer spielte. Wir nehmen das Turnier nicht so ernst. Von daher macht es natürlich Spaß.

Kam es schon mal zu Zickereien unter den mitspielenden Promis?

Nein, überhaupt nicht. Da setzt sich Marie Luise Nikuta mit der gleichen Fröhlichkeit und Leidenschaft ein, mit der sie auch Karnevalslieder singt (lacht). Auch alle anderen wie zum Beispiel Elfie Scho-Antwerpes sind mit vollem Engagement dabei. Irgendwann packt einen aber doch der Ehrgeiz trotz des ganzen Rumalberns, und man sagt sich : "Komm, ich will jetzt auch ein Tor schießen". Aber das verbindet einen auch, und daher ist immer alles ganz freundschaftlich und nett. Für mich ist Fußball immer noch das spannendste Spiel, bei dem man zuschauen kann.

Man sagt immer, Schwule interessieren sich nicht für Fußball. Stimmt das?

Ich kenne einige Menschen, die sich sehr für Fußball interessieren. Georg Uecker zum Beispiel, der dir sogar den Namen des Fußballstadions in Freiburg sagen kann. Hella von Sinnen ist absolut vernarrt in Fußball. Und man sieht ja auch an unserem Cream-Team Cologne, das schon einige Male Fußball-Weltmeister gewesen ist, dass es durchaus eine große Begeisterung für Fußball gibt. Ich selber verfolge zwar nicht die Bundesliga-Spiele, aber die Weltmeisterschaft sehe ich mir im Fernsehen gerne an. Ich war früher, als ich in Hamburg am Schmidt-Theater inszeniert und für die Mitternachtsshow gearbeitet habe, ein oder zwei mal mit Corny Littmann bei St. Pauli im Kuchenblock. Das war klasse. Der Kuchenblock war ein besonderer Block, da gabs immer Streuselkuchen und Kaffee in der Halbzeit. Corny Littman ist ja inzwischen sogar Präsident von St. Pauli. Auf der anderen Seite saßen dann die Besetzer der Hafenstraße in der Südkurve und schwangen die schwarzen Anarchofahnen. St. Pauli ist was ganz besonderes, und ich als Hamburger steh natürlich mehr auf St. Pauli als auf den HSV. Es hat eine besondere Atmosphäre, wenn man live dabei ist.

Findest Du Frauenfußball erotisch?

Ich finde Frauen erotisch, auch als Schwuler. Aber ich hab mir ehrlich gesagt noch keine Gedanken darüber gemacht, ob ich Frauenfußball erotisch finde. Wenn ich so darüber nachdenke, das hat durchaus was. Es gibt viele Heteros die sagen: "Nee, Frauenfußball, das ist ja völlig unerotisch, wie die da rumlaufen". Ich finde aber schöne Frauenbeine genauso attraktiv in Fußballhosen wie schöne Männerbeine (lacht).

Gibt es zur Zeit neue Projekte, an denen Du arbeitest?

Ich schreibe wieder an meiner Fernsehserie "Die Camper" für RTL und entwickle eine neue Fernsehserie. Ich freue mich auf den CSD, bei dem ich wieder mit dabei sein werde. Und natürlich planen wir wieder die Röschen-Sitzung für das nächste Jahr. Da geht es nach dem großen Erfolg in diesem Jahr weiter. Und dann spiele ich natürlich weiter in der Lindenstraße mit.

11. Come-Together-Cup
Donnerstag, 26. Mai 2005
8.30 bis 22.00 Uhr
Jahnwiese hinter dem RheinEnergie-Stadion
Köln

23. Mai 2005