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Ab Donnerstag im Kino

Gabrielle und der Wunsch, "penisfrei" zu leben

In der poetischen Tragikomödie "The Book of Gabrielle" arbeitet eine lesbische Freidenkerin an einem illustrierten Sex-Ratgeber – privat läuft jedoch nicht alles rund.


Woody Allen auf lesbisch: In der Beziehung zwischen Sex-Autorin Gabrielle und der jüngeren Olivia gibt es jede Menge Spannungen (Bild: Pro-Fun Media)

Die lesbische Gabrielle (Lisa Gornick) steckt Hals über Kopf in einem Berg von Arbeit. Sie ist dabei, ein erotisch illustriertes Handbuch zum Thema Sex zu entwerfen und hoffentlich erfolgreich zu veröffentlichen. Genau zum richtigen Augenblick also lernt sie bei einer Autogrammstunde den bereits erfolgreichen Buchautoren Saul (Allan Corduner) kennen, welcher sofort Gefallen an der unkonventionellen Künstlerin findet.

Während der Arbeit an ihrem Buch wirkt Gabrielle wie gelähmt von dem Gefühl, vor Verlegern und auch in ihrem Privatleben ständig liefern zu müssen. Nach etlichen Gläsern Wein und seinen anfänglichen Flirtversuchen wird Saul zu Gabrielles Mentor. Er hilft ihr, im Bezug auf ihre Autorentätigkeit, ihrem Wunsch, "penisfrei" zu leben, sowie in ihrer komplizierten Beziehung zur jüngeren Olivia zu reflektieren und sich selbst nicht unter Kompromissen aufzugeben.

Lisa Gornick und Allan Torduner begeistern in den Hauptrollen


Poster zum Film: "The Book of Gabrielle" startet ab 9. März 2017 in einigen deutschen Kinos

Wie in jedem ihrer Filme spielt Drehbuchautorin und Regisseurin Lisa Gornick ("The Owls") selbst die Hauptrolle. So oft diese beliebte Vorgehensweise bei Independent-Produkten auch nach hinten losgeht – in diesem Falle macht die Besetzung die Geschichte unfassbar authentisch und gibt Recht zu der Annahme, dass die Britin hier ein regelrechtes Selbstbildnis inszeniert hat. Neben Gornick begeistert Allan Torduner ("Gladiator", "Homeland") auf zurückhaltende Weise. Er macht so unfassbar neugierig auf Saul und lässt dabei viel Platz für Spekulationen: Was steckt noch in dem erfahrenen Autor? Was bewegt und motiviert ihn?

"The Book of Gabrielle" ist ein interessantes Drama über eine kreative Frau, die die Liebe liebt. Die Tragikomödie zeigt, wie reif und unbefangen der Umgang mit allen Facetten und Problemen der Sexualität funktionieren kann. In 80 Minuten gelingt es Lisa Gornick nicht zuletzt auf Grund der puristischen und klaren Bildsprache, den Fokus auf die beinahe poetischen Dialoge und den intensiven Diskurs mit Sexualität zu legen.

Ein Film über Sex ohne intime Momente

Schade, dass der Film hier auf erotische und intime Momente verzichtet und sich zu sehr auf die wiederkehrend eingesetzten Skizzen Gornicks versteift. Am Ende leidet darunter wohl auch das Beiwerk der Geschichte. Einige Themenbereiche – wie etwa das Vater-Tochter-Verhältnis Sauls oder der jüdische Glaube der beiden Hauptcharaktere – sind schlichtweg nur angerissen, obgleich sie viel spannendes Potential bieten.

Wie Gabrielle im Film Sauls Rat, der "Story" mehr Gewicht zu geben, ablehnt, so verzichtet auch Gornick auf die klassischen Methoden der Dramaturgie. Das macht "The Book of Gabrielle" zu einem weder fesselnden noch emotional-packenden, aber durchaus sehenswerten und inspirierenden Film, der dazu aufruft, den Umgang mit festgefahrenen Denkweisen und versteiften Idealen von Sexualität zu überdenken.

Direktlink | Deutscher Trailer zum Film

Infos zum Film

The Book of Gabrielle. Komödie. Großbritannien 2016. Regie: Lisa Gornick. Darsteller: Allan Corduner, Anna Koval, Ruth Lass, Joni Kamen, Lisa Gornick, Juha Sorola. Laufzeit: 80 Minuten. Sprache: englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch. FSK 12. Verleih: Pro-Fun Media. Kinostart: 9. März 2017
Galerie:
The Book of Gabrielle
10 Bilder


#1 la_passanteAnonym
#2 OhPleaseAnonym
  • 10.03.2017, 17:34h
  • Antwort auf #1 von la_passante
  • Du setzt also Trans mit Penis gleich? Komisch, in dem Trailer scheint Penis für ziemlich vieles zu stehen, aber dafür nicht.

    Man könnte jetzt behaupten, dass dein eigener Kommentar ziemlich TERFig, transphob und reduktionistisch ist (und noch dazu reichlich nach MRA-Rhetorik klingt, wenn lesbische Frauen gefälligst auf Penis zu stehen haben).. aber vielleicht hören wir ja mal auf damit, hier jeden noch so fragwürdigen hippen tumblrischen US- talking point samt zugehörigen Akronymen als Ersatz für echte Argumente zu übernehmen.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 OhPleaseAnonym