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8. März

Frauentag: LGBTI-Aktivistinnen besorgt über Antifeminismus

Anlässlich des Internationalen Frauentages beklagen Aktivistinnen die Diskriminierung von Lesben sowie Bi- und Trans-Frauen – und warnen vor einem Erstarken von Rechtspopulisten und Fundamentalisten.


Die Suchmaschine Google ehrt mit einem Doodle Frauen, die sich seit über einem Jahrhundert beim Frauentag engagieren. (Bild: Google)

Am Internationalen Frauentag haben LGBTI-Aktivistinnen auf die anhaltende Ungleichbehandlung verwiesen, die auch in Deutschland nicht überwunden sei: "Auch 2017 ist es noch Realität, dass Frauen beleidigt, erniedrigt und diskriminiert werden. Ihre Gleichwertigkeit wird von Rechtspopulisten und Chauvinisten auch in Deutschland und Europa in Abrede gestellt", so SPDqueer-Chefin Petra Nowacki in einer gemeinsamen Erklärung mit den frauenpolitischen Sprecherinnen der LGBTI-Interessengemeinschaft innerhalb der Sozialdemokratischen Partei.

Insbesondere für Lesben sei der Frauentag wichtig: "Ihre Sichtbarkeit sowohl in der queeren Community als auch in der Frauenbewegung kann dazu beitragen, dass Akzeptanz gefördert wird, weil Frauenfeindlichkeit, Rassismus und Homo- bzw. Transphobie nicht nur durch die selben Akteure betrieben wird, sondern ihnen auch der selbe ideologische Ursprung zugrunde liegt."

"Lesben unterliegen häufig mindestens einer Mehrfachdiskriminierung – wegen ihres Geschlechts und ihrer sexuellen Orientierung", beklagte Henny Engels, die Sprecherin des Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD). Bis heute verdienten Frauen weniger als Männer, selbst bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit. Auch sie warnte vor einem "Erstarken antifeministischer, rechtspopulistischer und religiös-fundamentalistischer Bewegungen".

Weltweites Phänomen

Die in New York City angesiedelte internationale LGBTI-Organisation OutRight (früher: International Gay and Lesbian Human Rights Commission) zeigte sich insbesondere darüber besorgt, dass es Wechselwirkungen zwischen patriarchalischen Strukturen, Frauenhass sowie Homo- und Transphobie gebe. "All diese Phänomene sind miteinander verknüpft und führen zu Ausgrenzung und Gewalt in der privaten und öffentlichen Sphäre", so OutRight-Chefin Jessica Stern. "Es wird ein riesiger Druck ausgeübt, um sich den Geschlechterrollen anzupassen. Viele verstecken sich deshalb."

Stern wies auch darauf hin, dass dies ein weltweites Phänomen sei – als Beispiel nannte sie die OutRight-Menschenrechtsberichte aus dem Iran und Indonesien. In diesen Ländern "müssen sich LBTI-Menschen mit Belästigungen, sexueller Gewalt und Misshandlungen durch Familienmitglieder auseinandersetzen, die sich weigern, deren sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität zu akzeptieren".

Der Frauentag findet inzwischen seit mehr als 100 Jahren am 8. März statt. Er entstand Anfang des 20. Jahrhunderts als Initiative sozialistischer Organisationen. Die Forderungen waren die Gleichberechtigung, das Wahlrecht für Frauen und die Emanzipation von Arbeiterinnen. 2017 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: "Women in the Changing World of Work: Planet 50-50 by 2030". In Deutschland ist der Leitspruch in diesem Jahr: "Wir verändern!" (cw)



#1 ClaasAnonym
  • 08.03.2017, 12:02h
  • "Ihre Sichtbarkeit sowohl in der queeren Community"

    Dazu können Lesben aber auch selbst beitragen, denn allzuoft schotten sie sich ab.

    Zwei Beispiele:

    1.

    An unserer Uni gab es früher ein "Schwulenreferat" und ein "Autonomes Frauen-Lesben-Projekt".

    Im Schwulenreferat war jeder herzlich willkommen, egal ob Frau, Mann oder dazwischen. Egal ob Homo, Hetero, Bi oder was auch immer. Und die Erst-Semester-Rallys aller Fachschaften gingen auch immer ins Schwulenreferat.

    Beim "Autonomen Frauen-Lesben-Projekt" waren Erstesemester-Rallys unerwünscht. Genauso wie Männer. Selbst als schwuler Mann durfte man da nicht rein. Ich weiß noch, dass ich als blutjunger Erstsemester ein anderes Büro gesucht hatte und weil so viele Türen verschlossen waren, hatte ich da geklopft und wollte nur fragen, wo dieses Büro ist.

    Da wurde ich dermaßen angekeift, dass es ein Wunder ist, dass diese Furien nicht mit Fackeln und Mistgabeln auf mich losgegangen sind. Ob ich zu dumm zum Lesen sei, was auf der Türe steht (wo aber nicht "Männer verboten", sondern eben nur "Autonomes Frauen-Lesben-Projekt" stand und da ich nichts gegen Lesben hatte, sah ich da kein Problem drin). Oder ob ich mal Lesben glotzen wollte um mich daran aufzugeilen. Etc. etc. etc.

    Wer sich selbst so isoliert und andere so ankeift, darf sich dann natürlich nicht wundern, wenn die anderen dann Abstand halten.

    2.

    Viele Jahre später war ich endlich offen schwul und geoutet. Ich ging dann mit einem Uni-Kumpel, der sich kurz danach auch geoutet hat immer in eine Schwulen-Kneipe in unserer Stadt, die es leider heute nicht mehr gibt...

    Da das für uns eine völlig neue, befreute Welt war, konnten wir gar nicht genug davon bekommen und waren über mehrere Monate mehrmals pro Woche da. Einmal waren wir an einem Tag, der Lesbentag war. Wir wussten das aber wirklich nicht.

    Da wurden wir ähnlich brüsk rausgeschmissen.

    Umgekehrt gab es niemals einen reinen Männer-Tag und wenn Lesben an einem anderen Tag kamen, war das für die selbstverständlich und die haben gar nicht gefragt, ob es okay ist, wenn sie als Lesben unter uns schwulen Männern sind oder ob wir vielleicht lieber allein sein wollen.

    Auch das war für mich ein Beispiel für eine Asymmetrie, die die Lesben selbst so gewählt hatten und die ich schon damals schädlich für uns alle fand.

    Fazit:

    Auch ich bin der Meinung, dass diese Grüppchenbildung in der Community aufhören muss, weil wir gemeinsam viel stärker sind, als wenn wir uns gegenseitig bekämpfen und den Homohassern die Arbeit abnehmen.

    Egal, ob schwul, lesbisch, bi, trans, inter, oder was auch immer! Egal ob groß, klein, dick, dünn, schwarz, weiß, Asiate, Brille, Glatze, Tucke, straight-acting, etc.

    Wir sollten alle zusammen stehen und zusammen kämpfen. Es muss nicht jeder mit jedem ins Bett wollen, aber man dennoch befreundet sein und erst recht gemeinsam für unsere Rechte kämpfen.

    Aber, dann darf man sich halt auch nicht (wie in obigen Beispielen) so verhalten, dass man die anderen vertreibt und die irgendwann gar keinen Bock mehr auf einen haben.

    Wenn jemand mir signalisiert, dass er/ sie nichts mit mir zu tun haben will, dann akzeptiere ich das. Es kann nicht jeder jeden mögen. Aber dann dürfen dieselben Leute mir nicht nachher vorwerfen, ich ginge nicht genug auf sie zu und würde sie nicht genug einbinden.
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#2 JadugharProfil
  • 08.03.2017, 13:25hHamburg
  • Antwort auf #1 von Claas
  • Ähnliche Erfahrungen hatte ich auch gemacht. Es scheint, daß bei den Lesben daß Mißtrauen gegenüber Männern aller Art sehr groß ist. Als ich jedoch innerhalb einer Wohngemeinschaft, welche aus Lesben, Schwulen und Heteros bestand, ein Lesbenpaar kennenlernte, wo sie wußten, daß ich schwul war, gab es kein Mißtrauen. Mit meinen schwulen Freund nahmen sie mich sogar in eine Lesbendisco mit, was für mich eine sehr bereichernde Erfahrung war.
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#3 andreAnonym
  • 08.03.2017, 15:27h
  • Antwort auf #2 von Jadughar
  • War für mich auch eine Erfahrung, als ich, zum ersten mal, in einer Lesbendisko war. Es war im "Fortuna" München. Gibts nicht mehr. Bei den Lesben gehts hart zu. Die belauern sich und giften sich an. Schwulendisko ist vollkommen harmlos dagegen.

    Hier noch mein ganz aktueller Beitrag zum "Internationalen Frauentag". Pussy Mütze, das neue Symbol der internationalen Frauenbewegung auf Abwegen.

    www.youtube.com/watch?v=u-vM5RXiuC8
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#4 tti3_alliance