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Homophobie im Fußball

Hertha BSC erwirkt Sperre gegen homophoben Spieler

Der schwule Hertha-Spieler Marcus Urban war im Wettbewerb der über 40-Jährigen von einem Gegenspieler übel beschimpft worden – das ließ der Verein nicht auf sich sitzen.


Der schwul-lesbische Hertha-Fanclub zeigt bei Heimspielen Präsenz (Bild: Alexander Hüsing / flickr)

Der Fußballclub Hertha BSC Berlin hat nach einem Bericht des Sportdienstes spox.com eine Drei-Spiele-Sperre gegen einen Spieler des deutschen Ü40-Meisters Blau-Weiß 90 Berlin beim Fußballverband erwirkt. Beim letzten Zusammentreffen hatte demnach ein Spieler der Blau-Weißen den 45-jährigen Hertha-Akteur Marcus Urban homophob beleidigt.

"Klar gehören Provokationen zum Fußballgeschäft und ich bin auch kein Kind von Traurigkeit, aber 'schwule Sau' ist genauso schlecht wie 'Judensau' oder 'Türkensau'. Damit war für mich die Grenze des angemessenen Umgangs zur Diskriminierung überschritten", erklärte Urban gegenüber "Sportbild". Thomas Herrich, Mitglied der Hertha-Geschäftsführung, sagte außerdem, dass sein Verein mit der Beantragung der Sperre ein Zeichen gegen Homophobie setzten wollte.


Marcus Urban engagiert sich seit Jahren gegen Homophobie im Fußball. Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr

Urban hatte in den Achtzigern und Neunzigern bei Rot-Weiß Erfurt gespielt und galt als einer der größten deutschen Talente, zog sich aber wegen der homophoben Atmosphäre aus dem Profigeschäft zurück. 2007 outete er sich als schwul (queer.de berichtete).

Ein Jahr später erschien seine Autobiografie "Versteckspieler. Die Geschichte des schwulen Fußballers Marcus Urban" (queer.de berichtete). In dem Buch schildert er die seelische Zerrissenheit, die er als versteckt lebender schwuler Spieler im Fußballgeschäft ertragen musste. Später wurde er DFB-Diversityberater und ein Mitbegründer des Expertennetzwerkes "Fußball für Vielfalt".

Hertha ist Erstunterzeichner bei "Berliner Erklärung"

Hertha BSC Berlin gilt als homofreundliches Team – der Verein besitzt mit den Hertha-Junxx einen eigenen queeren Fanclub und unterstützt dessen CSD-Teilnahme. Bereits seit Jahren engagiert sich der Hauptstadtclub gegen Homophobie: So zeigte er 2014 vor einem Heimspiel einen entsprechenden Aufklärungsspot (queer.de berichtete). 2013 trat er dem Berliner Toleranzbündnis bei (queer.de berichtete) und gehörte zu den Erstunterzeichnern der Berliner Erklärung "gegen Homophobie und für Vielfalt, Respekt und Akzeptanz im Sport".

Trotz des Engagements kommt Homophobie auch unter Hertha-Fans vor: Im letzten Jahr rollten Ultras beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln etwa ein Transparent mit der homophoben Aufschrift "Lieber eine Mutter als zwei Väter" aus – sie spielten damit auf Kölns Image als homofreundliche Stadt an (queer.de berichtete). Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes sprach später keine ausdrückliche Strafe gegen das Zeigen des Spruches aus (queer.de berichtete). (dk)



#1 Tommy0607Profil
#2 RobinAnonym
  • 08.03.2017, 20:37h
  • Richtig so!

    Hass (egal welcher Art) hat im Sport nichts zu suchen.

    Wer nicht mit anderen Menschen klarkommt, muss sich halt was suchen, was er ohne Kontakt zu anderen Menschen tun kann.
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#3 Patroklos
#4 Gpeterjoachim
  • 09.03.2017, 08:37h
  • Grundsätzlich eine richtige und notwendige Entscheidung!
    Allerdings ist und bleibt es Aufgabe für alle in unserer Gesellschaft die "Homophobie in den Köpfen" zu verändern.
    Wir sind auf dem Weg aber es bleibt noch viel zu tun!
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