Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28380

Dann lieber ins Umland

Zu schwul: Bundeswehr storniert Zimmer in "heterofriendly" Hotel

Eine Crew der Flugbereitschaft wollte nicht im Berliner "Two Hotel by Axel" übernachten, weil auf der Homepage nackte Männer zu sehen sind.


Zu heiß für die Flugbereitschaft: Das "Two Hotel Berlin by Axel" im bürgerlichen Wilmersdorf hat 86 Zimmer – und keinen Darkroom (Bild: Axel Hotels)

Für ihren Einsatz für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt bei der Bundeswehr hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) den Homo-Orden von queer.de bekommen – doch noch nicht überall in ihrem Haus scheint sich die neue Linie herumgesprochen zu haben. So stornierte die in Köln ansässige Flugbereitschaft am Tag der Anreise elf Zimmer für eine Crew im Berliner "Two Hotel", nachdem sie herausfand, dass sich das Haus vorwiegend an schwule Reisende richtet.

Der Vorfall ereignete sich bereits während der Berlinale, als Zimmer in der Hauptstadt knapp waren. "Wir fühlen uns sehr diskriminiert", zitiert die "Berliner Morgenpost" aus einer E-Mail des Rezeptionsteams vom 7. Februar an die Verteidigungsministerin. "Die Damen und Herren [der Flugbereitschaft, d. Red.] haben heute ihre elf Zimmer in unserem Hotel aufgrund unserer homosexuellen Ausrichtung storniert. […] Und das, obwohl wir ein sehr schönes Hotel mit tollen Zimmern und Ausstattung sind."

"Ein Ort für Gays, aber offen für alle"

Das "Two Hotel" gehört zur Gruppe der Axel Hotels, die 2003 ihr erstes Haus in Barcelona eröffnete und die als Erfinderin des Begriffs "heterofreundlich" gilt. "Ein Ort für Gays, aber offen für alle", heißt es auf der Homepage über die Philosophie: "Axel Hotels ist eine Hotelgruppe, die sich Homosexuellen verschrieben hat. Aber in erster Linie sind die Hotels freie und tolerante Orte der Begegnung, wo die Vielfalt und der Respekt geschätzt und gelebt werden und zwei Männer genauso anzutreffen sind wie zwei Frauen oder Mann und Frau. Menschen ohne Vorurteile werden bei uns willkommen geheißen, respektiert und geschätzt."

Nach Angaben der "Berliner Morgenpost" habe sich die Crew der Flugbereitschaft daran gestört, dass auf der Hotel-Website nackte Männerkörper zu sehen seien. Die Mitarbeiter hätten es als "obszön" empfunden, "dass dort für die Buchung ein Klick auf ein Icon erforderlich ist, das sich im Genitalbereich eines nackten Mannes befindet", so ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Bei der Buchung für zwei Nächte habe der zuständige Sachbearbeiter keine Informationen über die Ausrichtung des Hotels gehabt.

Während das Ministerium den Vorwurf der Diskriminierung zurückwies, schlug das "Two Hotel" Ursula von der Leyen vor, die Flugbereitschaft zu ihrem nächsten Workshop "Sexuelle Orientierung und Identität in der Bundeswehr" einzuladen. Ein solcher hatte am 31. Januar auf Initiative der Ministerin erstmals stattgefunden (queer.de berichtete).

Leidtragende des Vorfalls sind vor allem der Sachbearbeiter – er wurde vom Vorgesetzten belehrt, bei künftigen Hotelbuchungen genauer hinzuschauen -, die Crew, die statt in der Innenstadt im Berliner Umland übernachten musste, sowie die Steuerzahler: Das "Two Hotel" erhielt für die elf leeren Zimmer rund 6.000 Euro Stornogebühren. (mize)



#1 TOMTOMAnonym
  • 09.03.2017, 08:06h
  • Ich frag mich eh warum andere Hotels mit angezogenen Personen werben....Wieso sind da keine nackten Frauen zu sehen und wo ist der Gender* beim Namen- fühlen sich dort auch Lesbn und Transmenschen willkommen? Der Name ALEX wäre wohl besser...geht als Abkürzung für Alexander und Alexandra durch!
    Das da kein HETERO rein will ist doch bei dem Internetauftritt klar. Die sind vergleichsweise verklemmt- die machen das Licht beim SEX aus- ok vielleicht nicht alle.....
    Aber mal ganz ohne flachs: In Zeiten wo einem jeder kleine Fehler um die Ohren fliegt, weil missgünstige Personen nur darauf warten andere in die Pfanne zuhauen würde ich dort auch keine Zimmer für Angestellte buchen- seriös ist was anderes.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 LarsAnonym
  • 09.03.2017, 08:32h
  • Wäre das Hotel wirklich heterofriendly und vor allem Kundenfriendly, dann hätte es professionell reagiert und seine Kunden nicht bloßgestellt, um mit dem Diskriminierungsvorwurf ein bisschen Publicity zu bekommen. Ich würde auch nicht gern ein Hotel besuchen, wo man sich ueber den Genitalbereich einer Frau einloggt und wo vielleicht noch andere sexistische MännerWitze zu erwarten wären, auch wenn ein Teil meiner Kollegen das ganz putzig fände.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 myysteryAnonym
  • 09.03.2017, 09:12h
  • Ich verstehe die Sitation nicht ganz. Wenn man auf die Homepage des Hotels geht und einfach rechts oben auf "Jetzt buchen" klickt, dann sieht man überhaupt keinen "nackten Männerkörper" und muss auch auf keinen Genitalbereich klicken.

    Weiter unten ist die Möglichkeit tatsächlich gegeben. "Erforderlich", wie behauptet, ist es aber definitiv nicht.

    Auch ist unverständlich, dass der Sachbearbeiter die Zimmer erst bucht (und sich offensichtlich nicht gestört fühlt), die später anreisenden Mitarbeiter es dann aber obszön fanden (dabei musste diese doch gar nicht buchen) und die Zimmer deswegen storniert werden.

    Insofern kann ich das Hotel schon verstehen, dass es das öffentlich macht. Keiner zwingt die Bundeswehr, dort ein Zimmer zu buchen und "obszöne Klicks" vorzunehmen. Wenn man es allerdings bereits gebucht hat, kann man erwarten, dass die Zimmer auch in Anspruch genommen werden. Dass die Mitarbeiter es "obszön" fanden, in einem Hotel zu übernachten, in dem man über den Genitalbereich eines Mannes buchen KANN, ist dabei schon ein wenig homophob bzw. männerkörper-feindlich.

    So ist es leider ein weiterer Beweis, dass die Bundeswehr einfach nicht mit Steuergeld umgehen kann und deswegen auch nicht mehr Etat verdient hat.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Gpeterjoachim
  • 09.03.2017, 09:13h
  • Natürlich muss jedes Unternehmen in seinem öffentlichen Auftritt versuchen "seine Gäste" anzusprechen.
    Allerdings sehe ich das auch unter dem Aspekt, dass z.B. Firmen sicherlich nicht in diesen Hotels buchen ebenso wie in diesem Fall die BW.
    Welcher Außendienstler provoziert Fragen bei seiner Spesenabrechnung wenn er bei Axel bucht ?
    Deshalb die Frage ob es letztlich der Sache dient eine Hotelbuchung mit "überzeichneten sexuellen Dingen" zu befrachten?
    Wenn das so gewollt ist muss man auch mit Ablehnung leben.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 FelixAnonym
  • 09.03.2017, 09:15h
  • Wenn irgendjemand ein Hotel stornieren lässt, weil es ihm "zu schwul" ist, sollte derjenige die 6.000 Euro Stornogebühren aus eigener Tasche zahlen.

    Es kann doch nicht sein, dass der Steuerzahler für die Homophobie einiger Bundeswehr-Angehöriger aufkommen muss.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Patroklos
#7 myysteryAnonym
#8 JustusAnonym
  • 09.03.2017, 09:46h
  • "weil auf der Homepage nackte Männer zu sehen sind."

    Meine Güte; was für peinliche, lächerliche Pussies...

    Haben die noch nie einen nackten Mann gesehen? Davon gibt es doch bei der Bundeswehr in den Stuben und unter den Duschen genug zu sehen.

    Und das Hotel hat sie ja nur auf seiner Homepage, da laufen ja keine Nackten durchs Hotel...

    Absolut lächerlich!

    Und eine Verschwendung von Steuergeldern... Diese Geldverschwendung sollte disziplinarrechtliche Konsequenzen haben.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 stromboliProfil
  • 09.03.2017, 10:00hberlin
  • vieleicht sollten sie einfach ein "heterofriendly" anmeldeformular für heteros/hetertas einrichten..
    incl. einem erwachsenenwarnmodus für
    homoerotische nackedeiillustrationen. :-)

    Man kann zudem dies ja beliebig im sinne der nunmehr gängigen political correctness ausweiten...
    Für die jeweiligen zivilrechtlichen familienzusammenhänge noch der kinderfreundliche account. "heterolike"
    Rosa für die madels, blue für die knäbels-nachkommenschaften und last but not least der regenbogen für den homonachwuchs.
    So kann von stockwerk zu stockwerk die persönlichkeitsbefindlichkeit incl. sperrzonen vorausgeplant werden!

    Btw.. es ist wirklich schwer, unter sich zu bleiben.
    Arme bundeswehr!
  • Antworten » | Direktlink »
#10 LaurentProfil
  • 09.03.2017, 10:09hMetropolregion Rhein-Neckar
  • Antwort auf #7 von myystery
  • "Leidtragender" (Schuldiger) ist laut Sachverhalt ja der zuständige Sachbearbeiter, der belehrt wurde, künftig näher hinzusehen.
    "Disziplinarrechtliche Konsequenzen", #8, scheiden natürlich aus.
  • Antworten » | Direktlink »