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Vincent und Dag

Die bekannteste unbekannte Band der Welt

Das Musiker-Duo SDP aus Berlin-Spandau hat mit "Die bunte Seite der Macht" ein neues Album veröffentlicht.


Im Alter von zwölf Jahren lernen sich Vincent und Dag 1997 in der Schule kennen – 2004 erschien ihr Debütalbum "Räuberpistolen" (Bild: Serge Mattukat)

  • 12. März 2017, 09:30h, Noch kein Kommentar

Seit 20 Jahren beste Freunde, vor zehn Jahren als erste deutsche Band auf Youtube, heute die bekannteste unbekannte Band der Welt. Jetzt melden sich SDP mit ihrem neuen Album "Die bunte Seite der Macht" zurück und setzen einen weiteren Meilenstein in ihrer ungewöhnlichen Karriere. Ihre Leichtigkeit und Unbekümmertheit haben sich Vincent und Dag auf dem neuen Album erhalten und so verwundert es nicht, dass das Ohrwurmpotenzial wieder mal auf Anschlag gepegelt ist!

Die Geschichte der Band ist ein kleines, wahres Märchen über Freundschaft und den Traum zweier Jungen, von einer eigenen Band mit eigenen Songs. Ein verrückter Traum, der viele Jahre später, auf beeindruckende Art und Weise, wahr werden sollte.

Im Alter von zwölf Jahren lernen sich Vincent und Dag an ihrem allerersten Schultag in West-Berlin kennen. Das ist bereits 20 Jahre her und ebenso lange machen die beiden schon gemeinsam Musik. Als offizielles Gründungsdatum der Band gilt heute das Jahr 1999, weil zu dieser Zeit die ersten eigenen Songs geschrieben wurden, doch als Band sehen sich die Zwei noch nicht wirklich, als sie 2001 ihr erstes Schulhof-Album verteilen – bis 2004 ihr Debütalbum "Räuberpistolen" erscheint. Zwar bei einem Independent-Label, doch schon ab dem zweiten Album "Nur Musik ist schöner…" im Jahr 2006 sind SDP absolut unabhängig und entscheiden musikalisch, textlich und in jedem anderen Bereich nur noch selber und vollständig frei. Die beiden werden zwar nicht gerne als "Kontrollfreaks" bezeichnet, doch im Endeffekt überwachen sie alles was mit SDP zu tun hat und sind vielleicht auch deshalb heute so eigenständig in ihrem Stil.

Als eine der ersten deutschen Bands entdeckt SDP die Plattform YouTube, um die eigenen Songs und selbst gedrehten Videos zu veröffentlichen. So besteht ihr Account seit mittlerweile 10 Jahren, hat indessen über 220 Millionen Aufrufe gesammelt und eine ganze Generation von "Digital Natives" mitgeprägt.

Richtig voran geht es im Jahr 2010 mit der Single "Ne Leiche (feat. Sido)", die in der Zwischenzeit über 36 Millionen Klicks zählt. Doch auch wenn es eine stetige Entwicklung gibt, bleibt der große kommerzielle Erfolg zunächst aus. 2012 folgt mit dem mittlerweile fünften Studioalbum der erste Charteinstieg – quasi aus Versehen. Selbstbewusst nennen sie ihr Album "Die bekannteste unbekannte Band der Welt" (2012, #51), was einerseits ihre Selbstwahrnehmung beschreibt und andererseits die Marschroute der nächsten Jahre vorwegnimmt. "Bunte Rapublik Deutschpunk" (2014, #4) und "Zurück in die Zukunst" (2015, #2), inklusive der Platinsingle "Ich will nur, dass du weißt (feat. Adel Tawil)", treiben die Entfaltung zu einer der spannendsten Bands des Landes weiter voran.

Was als Spaß zweier junger Musiker und Freunde im Jahr 1996 begann, ist inzwischen Festival-Headliner-Material! Rock am Ring, Rock im Park, Hurricane, Southside und so ziemlich jedes andere große Festival bespielen SDP heute auf der Main Stage, wo sie die Massen zum Kochen, Mitsingen und Pogen bringen, wie auf einem astreinen Rockkonzert.

Außergewöhnliche und unvergleichliche Vielseitigkeit


Das neue Album "Die bunte Seite der Macht" von SDP ist am 10. März 2017 erschienen

Ist denn nun, nach sieben Studioalben und etlichen Liveshows die Kraft langsam verbraucht? Natürlich nicht! Im Gegenteil sogar, denn mit "Die bunte Seite der Macht" setzen SDP den Erfolg der letzten Jahre und ihre Live-Erfahrungen perfekt in frische, neue musikalische Abenteuer um. Die Vielseitigkeit auf der neuen Platte ist wieder außergewöhnlich und unvergleichlich. Schließlich wird SDP gerade wegen dieser Vielfältigkeit, die niemals ins Beliebige abdriftet, bereits mit den Ärzten verglichen. Ihre selbst geschaffene Musikmischung, die aus allem besteht, was Vincent und Dag lieben und musikalisch fühlen, bedient sich wieder Punk-, Pop-,Rock- und Dancehall-Anleihen (das ist sicher nicht alles) und lässt ein einzigartiges, stilistisches Spektrum entstehen.

Das herrlich selbstironische und obligatorische Intro "Leider wieder da!" zeigt musikalisch, sowie textlich viele Facetten der beiden Allroundkünstler und nimmt den Hörer mit in die bunte und geniale Welt von SDP, macht Lust auf das Album und auf die Tour im Herbst 2017. "Endlich wieder da!" werden sich tausende Fans denken, die mit dem aktuellen Album wieder auf eine musikalische Reise gehen, die einen Bogen macht von entspannten, sommerlichen Songs, die unaufdringlich die großen Themen des modernen Lebens aufgreifen ("Zeit verschwenden"), über authentische, ehrliche Balladen mit ausdrucksstarken Texten wie in "Echte Freunde (feat. Prinz Pi)" bis zu end-rockigen, prädestinierten Live-Hämmern wie "Das Leben ist ein Rockkonzert (feat. Swiss)". Doch selbst wenn SDP wie hier die E-Gitarren krachen lassen, ist der Text clever und erzählt auf ihre Weise vom Leben und von ihrer Sicht auf die Dinge.

"Wir sind nicht perfekt und wollten's nie sein!" ist eine Zeile der Singleauskopplung "So schön kaputt" und gleichzeitig ein echtes Statement des Berliner Erfolgsduos, dass sich selber nicht zu ernst nimmt und mit seiner Musik trotzdem tausende Menschen begeistert und berührt. Es sind nicht zuletzt diese Ehrlichkeit und der Mut zu unverstelltem, lockerem Auftreten, die SDP und ihre grundverschiedenen Lieder auszeichnen. Die andere Gabe der beiden Musikautodidakten, neben ihren eingängigen Partytexten, ist ein feines Gespür für gesellschaftlich relevante Themen. Manchmal satirisch, manchmal charmant, manchmal unverschämt deutlich, sprechen SDP Probleme an, die jeden Einzelnen oder ganze Gemeinschaften betreffen. Niemals mit dem Zeigefinger und niemals belehrend, schaffen es die Beiden mit ihrer Unbeschwertheit, tiefgründige Themen zu bearbeiten und zu kommentieren.

Die Bandbreite der Band reicht nicht nur von poppig-entspannt, über ernst und melancholisch bis hin zu bissigem Highschool-Punkrock, sondern auch für klamaukige, aber dennoch clevere Schlagerparodien sind die Beiden bekannt…und teilweise gefürchtet. Der Song "Pferdeschwanz" zeigt die beiden Wortakrobaten von SDP voll in Aktion und geht bewusst hart an die Grenze des guten Geschmacks. Bei "Bullen, Schweine (feat. Sido)" stockt so manchem älteren Musikinteressierten der Atem, wenn er das Komma zwischen den Tieren zu spät entdeckt. Wer nämlich denkt, es handelt sich hier um einen Protestsong, der wird enttäuscht – Es handelt sich um einen raffinierten Beitrag zum Thema Tierhaarallergien.

Jeder Song ist ein Einzelstück und bei der musikalischen Vielfalt könnte man vorschnell den Schluss ziehen: "Hier ist für Jeden Musikfan was dabei!" – aber das stimmt nicht ganz. Verkrampfte Prinzipienreiter und ironie-unbegabte Musikpolizisten sollten lieber die Finger vom neuen SDP-Album lassen. Wer aber Musik in all ihren bunten Facetten liebt und gerne Songs hört, die einen auch nach mehrmaligem Hören noch überraschen können, der wird "Die bunte Seite der Macht" lieben. Definitiv eines der meist erwarteten deutschsprachigen Alben 2017! (cw/pm)

Direktlink | SDP feat. Sido mit "Bullen, Schweine"

SDP "Die bunte Seite der Macht"-Tour 2017

02.11.2017 Würzburg, Posthalle
03.11.2017 Wien, Arena
04.11.2017 München, Zenith
08.11.2017 Köln, Palladium
10.11.2017 Hannover, Swiss Life Hall
11.11.2017 Leipzig, Haus Auensee
16.11.2017 Dortmund, Phoenixhalle
17.11.2017 Hamburg, Sporthalle
18.11.2017 Berlin, Max-Schmeling-Halle
19.11.2017 Dresden, Alter Schlachthof
22.11.2017 Zürich, X-TRA
23.11.2017 Fürth, Stadthalle
24.11.2017 Stuttgart, Porsche Arena
25.11.2017 Frankfurt, Jahrhunderthalle