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Grips-Theater

"Er kämpft für seinen muslimischen Glauben und für seine Identität"

Philipp Harpain, künstlerischer Leiter des Berliner Grips-Theaters, über das neue Stück "Nasser #7Leben", das am Dienstag Premiere hat.


Der Schauspieler Davide Brizzi spielt den jungen Berliner Homoaktivisten Nasser El-Ahmad (Bild: David Baltzer / bildbuehne.de)

Du bist auf die Idee gekommen, Nasser El-Ahmads Geschichte auf die Grips-Bühne zu bringen – was ist an seiner Geschichte interessant fürs Theater?

Ich hatte über die Jugendlichen, mit denen wir hier arbeiten, die Geschichte von Nasser und seinem Engagement mitbekommen. Nasser ist an die Öffentlichkeit gegangen, hat quer durch Neukölln eine Demo gegen Homophobie organisiert, vorbei am Haus seiner Eltern. Nur, weil wir einen schwulen Bürgermeister hatten, heißt das noch lange nicht, dass es für Jugendliche einfach wäre, sich zu outen. Oder, dass es hier keine Homophobie gäbe.

Dieser Mut und diese Kraft, für seine Identität einzutreten, mit allen Konsequenzen und allem Schmerz, das hat mich so beeindruckt, dass ich Nasser kennenlernen wollte. Wobei wir schon eine gemeinsame Basis hatten, wie wir bei unserem ersten Treffen feststellten, denn ich hatte mit seiner Grundschullehrerin als Theaterpädagoge zu unseren Stücken viele Projekte gemacht. Nasser konnte sogar noch Lieder aus "Julius und die Geister" auswendig singen! Da war sofort eine Vertrauensbasis da. In vielen Gesprächen hat die Autorin Susanne Lipp, die vom Biographischen Schreiben kommt, Nassers Geschichte fürs Theater aufgeschrieben.

Direktlink | Teaser zu "Nasser #7Leben"

Nasser hat unter seiner sehr strengen Familie wirklich sehr Schlimmes, Dramatisches erlebt, hast du nicht Angst, wenn das gezeigt wird, dass der Islamophobie mit diesem Stück in die Hände gespielt wird?

Nein, im Gegenteil. Denn Nasser steht ebenso für den Islam, er kämpft für seinen muslimischen Glauben und für seine Identität. Außerdem wird in dem Stück ein Grundkonflikt von Jugendlichen und ihren Eltern verhandelt, wenn Eltern ihre Anschauungen, egal welcher Art, rigide auf ihr Kind übertragen, ohne ihm Raum für seine eigene Entwicklung zu geben.

Wie bist du auf die junge Regisseurin Maria Lilith Umbach gekommen, die erstmals am Grips inszenieren wird?

Maria Umbach hat sich im Rahmen des Künstler*innen-Netzwerks "cobratheater.cobra" in verschiedenen Produktionen mit unterschiedlichen Kulturkreisen und queeren Themen auseinandergesetzt, ebenso hat sie Theaterprojekte mit Jugendlichen umgesetzt, diese Arbeiten fand ich sehr spannend. Sie arbeitet u.a. mit Mitteln der Popkultur, ich erhoffe mir von ihrer Arbeit eine Leichtigkeit bei dem harten Stoff.

Direktlink | Nasser El-Ahmad über das Theaterstück

Infos zum Stück

Nasser #7Leben. Theaterstück für Menschen ab 13 Jahren von Susanne Lipp nach Interviews mit Nasser El-Ahmad. Regie: Maria Lilith Umbach. Uraufführung am 14. März 2017 im Grips/Podewil, Klosterstr. 68, 10179 Berlin. Weitere Aufführungen am 15.3. (19.30 Uhr), 16.3. (11 Uhr), 4.4. (18 Uhr), 5.4. (11 Uhr), 6.4. (11 Uhr), 12.5. (18 Uhr), 13.5. (19.30 Uhr), 15.5. (11 Uhr), 26.6. (18 Uhr), 27.6. (11 Uhr), 28.6. (11 Uhr), 10.7. (18 Uhr), 11.7. (18 Uhr), und 13.7. (11 Uhr). Karten-Telefon für Vormittagsvorstellungen: (030) 397 47 40, für Abendvorstellungen: (030) 397 47 477


#1 ClementineAnonym
#2 Religioten-WatchAnonym
  • 13.03.2017, 09:51h
  • "Er kämpft für seinen muslimischen Glauben und für seine Identität"

    Religion und gelebte Religiosität haben in der Kinder- und Jugendarbeit NICHTS zu suchen und gehören dort verboten. Egal ob christlich, muslimisch, jüdisch, hinduistisch oder sonstwie psychisch verwirrt. Schützt die Kinder vor religiotischer Gehirnwäsche!
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#3 LarsAnonym
  • 13.03.2017, 10:29h
  • Antwort auf #2 von Religioten-Watch
  • Konflikte löst man nicht, wenn man sie nicht anspricht und darstellt und dadurch zeigt, wie man selbstbestimmt un reif damit umgeht. Die Kinder vor der verstörenden Welt der Religion mit rigiden Darstellungs und Denkverboten zu schützen, um sie nicht zu verwirren, folgt der gleichen Argumentation wie der von besorgten Eltern und degradiert Kinder zu Automaten, die lediglich mit Informationen gefüttert werden müssen.
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#4 Patroklos
#5 Homonklin44Profil
  • 13.03.2017, 11:23hTauroa Point
  • Antwort auf #2 von Religioten-Watch
  • Denke ich grundsätzlich ähnlich, aber hier geht es um ein Theaterstück, indem der Protagonist wohl über sein Leben, Erfahrungen und etwaige Verhältnisse diverser Aspekte spricht, die darin eine Rolle spielen.

    In der Kunst wird die Religion oder Gläubigkeit oft hinterfragt, oder in Konfrontation mit, Kontrast zur der Freiheit oder verschiedenen Werten und Lebensweisen gebracht, sodass es den Zuschauer zum Nachdenken anregen kann.

    Ein missionarisch instruiertes Theaterstück scheint das nicht zu sein.
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#6 Religioten-WatchAnonym
  • 13.03.2017, 12:44h
  • Antwort auf #5 von Homonklin44
  • Ja, aber jede Nennung und Darstellung, auch solch eine Auseinandersetzung wie in dem im Artikel genannten Stück, spielt Religioten und Leuten wie Lars in die Hände.

    Wenn am Ende nämlich rüberkommt "Das eingebildete magische Wesen hat dich auch als Schwuler lieb", ist das für die kindliche Entwicklung eines klaren Verstandes kontraproduktiv.
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#7 Homonklin44Profil
  • 13.03.2017, 13:11hTauroa Point
  • Antwort auf #6 von Religioten-Watch
  • ""Wenn am Ende nämlich rüberkommt "Das eingebildete magische Wesen hat dich auch als Schwuler lieb", ist das für die kindliche Entwicklung eines klaren Verstandes kontraproduktiv.""

    Verstehe, was Du meinst. Allerdings müsste doch dann der Satz " Der Osterhase / Schlumpf/Vampir Lestat/Herr der Schildkröten...hat dich auch als Schwulen lieb" dieselbe Verwirrung und Irrung hervorrufen.
    Und damit wäre "The Wizard of Oz" und "Urmel aus dem Eis" zusammen mit vielen wundervollen Theater-Versionen nicht mehr aufführbar.
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#8 Religioten-WatchAnonym
  • 13.03.2017, 14:35h
  • Antwort auf #7 von Homonklin44
  • Also wirklich, das ist natürlich grober Unfug von dir.

    Die Schlümpfe und das Urmeli betreiben keine Weltreligionen, die Menschen entrechten, noch haben sie im Gegensatz zu Muslimen, Christen und ähnlichem jemals irgendjemanden verfolgt. Also echt jetzt mal, ein wenig mehr Niveau darf man von dir wohl schon erwarten.
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#9 gatopardo
  • 13.03.2017, 15:04h
  • Antwort auf #2 von Religioten-Watch
  • Politisch korrekt ist nur, wenn´s um christliche Religioten geht, die man ruhig niedermachen darf. Es stört mich aber zunehmend, dass auch die Linken, zu denen ich mich zählen will, für den Islam, Moscheen und betende Muslime so enorm viel Verständnis aufbringen.
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#10 LarsAnonym
  • 13.03.2017, 15:31h
  • Antwort auf #6 von Religioten-Watch
  • Religiosität auf den Glauben an ein eingebildetes Wesen zu reduzieren, halte ich für schwierig. Es gibt auch in diesem Gebiet nicht schwarz und weiß. Wer bei klarem Verstand ist, der weiß aber, dass in vielen außereuropäischen Kulturkreisen Religion eine große Rolle spielt - egal ob sie gelebt oder abgelehnt wird und dass vor allem auch psychische Vorgänge in eine religiösen Sprache eingekleidet werden. Um auch aus der Sicht als Atheist zu verstehehen, was die Leute damit meinen, und was sie vielleicht manchmal nur in religiösen Metaphern ausdrücken (können) sind Offenheit im Dialog und auch interkulturelle Kompetenz wichtig. Wenn ein Mensch wie Nasser trotz heftiger Widerstände zu seiner Sexualitiät gefunden hat, dann nehme ich ihm ab, dass er auch in Bezug zu seiner Spiritualität weiß, was er will, wie er ihr Ausdruck verleiht und was sich für ihn gut und richtig anfühlt.
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