Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28411

Video-Galerie

Eurovision 2017: Das sind (fast) alle Teilnehmer

Von einem kitschigen wie homophoben Sänger über ein Jodel-Rap-Duett bis hin zur queeren Club-Nummer ist beim ESC in Kiew eine vielfältige Auswahl vertreten.


Francesco Gabbani und Affe (Italien), Isaiah Firebrace (Australien), Slavko Kalezic (Montenegro) und Julija Samoilowa (Russland)

Rund sieben Wochen vor Beginn der ersten Proben stehen seit Montag alle Beiträge des diesjährigen Eurovision Song Contest fest, der im Mai unter dem Motto "Celebrate Diversity" in Kiew abgehalten wird. Zur EBU-Frist zur Einreichung der Beiträge hat Armenien noch kein Video veröffentlicht, alle übrigen haben wir in einer Video-Galerie zusammengestellt.

Insgesamt nehmen 42 halbwegs europäische Länder und zum dritten Mal Australien teil. Portugal und Rumänien kehren nach einem Jahr Pause zu dem Wettbewerb zurück, während Bosnien-Herzegowina diesmal aus finanziellen Gründen absagte.


In diesem Moment wurde im letzten Jahr klar, dass der ESC in die Ukraine und ganz bestimmt nicht nach Russland zieht

Bis zuletzt hatte es Gerüchte gegeben, dass auch Russland nicht teilnehmen werde – im letzten Jahr hatte der Vertreter des Landes, Sergei Lasarew, zwar das Televoting gewonnen, die Jury-Stimmen versetzen ihn aber deutlich hinter die ukrainische Gewinnerin Jamala auf den dritten Platz. Das sorgte bis zuletzt selbst aus der Politik für Forderungen, die Teilnahme abzusagen.

Kurz vor der Deadline stellte der russische Channel One als diesjähriger ESC-Partner dann aber doch einen Beitrag vor, mitten in den Hauptnachrichten am Sonntag: Mit der fast komplett gelähmten Julia Samoilowa wird nach der Polin Monika Kuszynska 2015 zum zweiten Mal eine Rollstuhlfahrerin auf der ESC-Bühne vertreten sein. Für einige Fans Ausdruck der im ESC-Motto eingeforderten Vielfalt und sicher ein Zeichen nach innen und außen, für andere aber auch Zynismus: Buh-Rufe gen Russland dürften so schwer fallen.

Viele Balladen, viel Mittelmaß, aber auch Spaß und Qualität

Insgesamt ist der neue ESC-Jahrgang sehr durch Balladen geprägt und hinterlässt durch allerlei Mittelmaß bei Fans und Wettbüros noch recht unklare Favoriten für die ersten und letzten Plätze – Deutschland mit Vertreterin Levina schwankt zwischen den Plätzen 25 und 30 bei 43 Ländern; im Finale, wofür es bereits qualifiziert ist, treten 26 Länder an.

Mit einem Gewinn rechnet man am ehesten bei dem Italiener Francesco Gabbani, der mit einer Person im Affenkostüm auf die Bühne geht. Der Song könnte dennoch zu klassisch italienisch sein, um ganz Europa zu überzeugen. Weitere frühe Favoriten sind Belgien mit zeitgemäßen Elektro-Pop, der Schwede Robin Bengtsson, der unter einem sehr einprägsamen Club-Song auf einem Laufband schreitet, oder der Portugiese Salvador Sobral, der ganz auf ein aus der Zeit gefallenes Liebeslied setzt.


Portugals Salvador könnte der Überraschungs-Sieger werden, während alles auf Italien starrt. Der Zottel entstammt einer alten portugiesischen Adelsfamilie und ist über Umwege mit dem Haus Oldenburg verwandt – aufmerksame queer.de-Leser wissen, was das bedeutet

Wie erwähnt gibt es viele klassische bis zeitgemäße Balladen und sonstwie ruhige Nummern, Ralph Siegel ist für San Marino auch mal wieder am Start. Dazu gesellt sich der ein oder anderen Elektro- oder Rocksong oder, im Falle Rumäniens, ein Duett aus Rap und Gejodel. Eine Krachnummer für die Homo-Disco kommt aus Montenegro: Slavko Kalezic singt halbnackt und zopfschwingend über blasende Raumschiffe und verlangt: "Come in to me from within", so könne man in der Sünde eins sein (queer.de berichtete).

Kroatischer Sänger wegen Homophobie in Kritik

Der allergrößte Camp-Kitsch kommt allerdings, laut Zagreb Pride, vom "größten Homophoben im kroatischen Showbiz": Jacques Houdek singt in allen ihm zur Verfügung stehenden Tonlagen – und das sind eine Menge – eine Disney-artige Schnulze. Der an "meinen Freund" gerichtete Song, seine Träume auszuleben, wird überschattet von früheren Aussagen des Sängers, gleichgeschlechtliche Partnerschaften seien "krank". Schwule und Lesben dürften nicht gleichgestellt werden, weil das zu Sodom und Gomorra führe. Das wird in Kiew von der angereisten Fan- und Journalistenschar sicher noch einmal thematisiert werden.


Jacques Houdek gibt gerne mit seiner überlegenen Heterosexualität an

Wie viele Fans nach Kiew reisen, ist dabei noch unklar: In den letzten Monaten hatte es mehrfach die Sorge gegeben, der ESC könnte verschoben werden oder gar ganz ausfallen. Mehrfach lagen die Vorbereitungen hinter den eigenen Zeitvorgaben oder denen der EBU, zwischenzeitlich traten fast alle Verantwortlichen zurück. Inzwischen hat man sich Christer Björkman, Produzent des schwedischen Vorentscheids sowie des ESC 2013 und 2016, zur Verstärkung geholt. Das Finale findet am 13. Mai statt, die beiden Vorrunden sind für den 9. und 11. Mai angesetzt.

teaserbild
(42 Videos) Alle Videos der Teilnehmer des Grand Prix am 13. Mai aus dem International Exhibition Centre in Kiew samt Anmerkungen.



#1 RobinAnonym
  • 13.03.2017, 21:23h
  • "Kroatischer Sänger wegen Homophobie in Kritik"

    "gleichgeschlechtliche Partnerschaften seien "krank". Schwule und Lesben dürften nicht gleichgestellt werden, weil das zu Sodom und Gomorra führe."

    Ich sage mal so:
    bei einem Event wie dem ESC homophobe Meinungen zu vertreten, zeugt nicht gerade von einer intelligenten Strategie.

    Ich hoffe, dass die Journalisten immer und immer wieder über die wahre Gesinnung dieses Typen berichten werden.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 Patroklos
#3 andreAnonym
  • 14.03.2017, 07:07h
  • Klemmschwester.
    " Die sogenannten Bären, oft stämmige schwule Männer mit starker Körperbehaarung, leiden im Vergleich öfter unter einem niedrigen Selbstbewusstsein". (Männer Mai 2016)
  • Antworten » | Direktlink »
#4 34tefrreAnonym
#5 RobinAnonym
#6 Mylo_1971Anonym
  • 14.03.2017, 10:29h
  • Dieser Contest wird jedes Jahr immer gruseliger. Ist das jetzt "Anglovision" ?????

    Zwei Beiträge finde ich dennoch herausragend: Belgien und Portugal, Finnland und Italien gehen auch noch.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 EhrlichAnonym
#8 7tz8gg7Anonym
  • 14.03.2017, 18:29h
  • "Deutschland mit Vertreterin Levina schwankt zwischen den Plätzen 25 und 30 bei 43 Ländern."

    Falsch, Platz 37.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 ArminKPAnonym
  • 14.03.2017, 19:37h
  • Man merkt, dass die Redaktion den belgischen Song nicht mag. Zitate:

    "Anfang vernuschelt"

    "wirkt wie Titelmusik für winterliche Skandinavien-Krimis"

    "Richtig catchy ist [der belgische Song] 'City Lights' nicht"

    "Die Wettbüros sehen das, in einem schwierig einzuschätzenden Jahrgang, weit vorne."

    Tja, liebe queer.de-Redaktion, die Wettbüros sehen den Song von Belgien ganz weit vorn, derzeit auf Platz 2, weil soviele Menschen den Song sehr mögen (ich gehör dazu) und weil soviele Menschen denken, dass der Song gewinnen könnte, und deswegen soviel Geld auf den Sieg von Belgien setzen. Die Wettbüros passen die Quoten auch der Nachfrage an. So einfach ist das.

    Ich denke zwar, dass Italien die größeren Siegchancen hat (die Leute stehen halt auf affige Ablenkung vom Song), aber wünsche mir, dass Belgien gewinnt, weil der Song ansich einfach wirklich richtig gut ist. Natürlich kommt es auch auf die Live-Performance an, aber darauf kommt es beim ESC sowieso immer an. Wer weiß, vielleicht ist der belgische Song live sogar noch besser. Muss nicht, Kann aber sein.

    Wer den belgischen Song noch nicht kennt, kann sich ja sein eigenes Urteil bilden und ihn sich einfach mal anhören:

    www.youtube.com/watch?v=xbomdE81_mA
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Patroklos
  • 14.03.2017, 21:52h
  • Antwort auf #9 von ArminKP
  • Ich kenne den belgischen Song und der ist total überbewertet! Die große Zeit des Elektropop war in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit Bands wie Depeche Mode, Alphaville und Tears for Fears und da kommt der diesjährige Song unseres Nachbarlandes sehr altbacken rüber. Außerdem ist das von der Künstlerin lustlos heruntergesungen und Wettquoten können sich bis zur Austragung im Mai noch deutlich ändern. Bestes Beispiel ist zur Zeit Rußland: seit Erhebung der Wettquoten lag das Land auf dem dritten Platz und als vorgestern der diesjährige Beitrag veröffentlich wurde, geht es nun stetig nach unten, aktuell der zehnte Platz, Tendenz weiter fallend.
  • Antworten » | Direktlink »