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"Schwuler Moment"

Malaysia: Filmstart von "Die Schöne und das Biest" abgesagt

In Malaysia wird der Musicalfilm vorerst nicht gezeigt, nachdem die Zensurbehörde einen Schnitt wegen eines "schwulen Moments" angeordnet hat.


LeFou (Josh Gad) ist der malaysischen Filmzensurbehörde zu schwul (Bild: Disney)

Zu Update springen: Disney schließt Herausschneiden des "schwulen Moments aus" (15. März, 12.20 Uhr)

Weltweit startet der Musicalfilm "Die Schöne und das Biest" diese Woche, allerdings nicht in Malaysia: Der Walt-Disney-Konzern hat den Filmstart offenbar im Streit um eine schwule Figur in dem mehrheitlich muslimischen Land abgesagt, diesen Schritt aber nicht offiziell begründet. Die Absage war am Montag bekannt geworden, nachdem zwei Kinoketten Kunden, die im Vorverkauf Karten für "Die Schöne und das Biest" erworben hatten, eine Erstattung anboten.

Abdul Halim Abdul Hamid, der Chef der dem Innenministerium unterstellten Filmzensurbehörde, zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP über den Rückzug des US-Filmkonzerns überrascht. Man habe den Film die Freigabe P13 erteilt; das bedeutet, dass unter 13-Jährige nur in Begleitung von Erziehungsberechtigten den Film sehen dürfen. Allerdings sei diese Freigabe an eine Schnittauflage gebunden gewesen. Die Produzenten müssten eine Szene mit einem "schwulen Moment" aus dem Film entfernen, so Abdul Halim. "Das ist nur eine kurze Szene, aber sie ist unangebracht, weil auch Kinder den Film sehen werden." Laut Abdul Halim habe Disney die Schnittauflage akzeptiert.

Regisseur Bill Condon hatte Anfang März erklärt, dass LeFou, der von Schauspieler Josh Gad dargestellte Kumpan vom Biest-Widersacher Gaston, in dem Film versuchen wird, mit seiner sexuellen Orientierung klar zu kommen (queer.de berichtete). Allerdings gibt es keine ausdrücklich Debatte um die Homosexualität von LeFou, sondern nur Andeutungen. Die einzige halbwegs eindeutige Szene zeigt LeFou für ein paar kurze Augenblicke beim Tanzen mit einem Mann.

Direktlink | Szene mit LeFou

Zuvor hatte es bereits in Russland Auseinandersetzungen um ein Verbot des Films gegeben. Dieses wurde mit Verweis auf das Homo-"Propangada"-Gesetz vom Duma-Abgeordneten Witali Milonow gefordert. Am Ende legten die russischen Zensoren ohne Schnittauflagen eine Altersfreigabe ab 16 Jahren fest (queer.de berichtete). In Deutschland gab die FSK "Die Schöne und das Biest" ab sechs Jahren frei. Der Film wird hierzulande am Donnerstag in den Kinos anlaufen.

Im Malaysia stehen auf gleichgeschlechtlichen Sex offiziell Haftstrafen von bis zu 20 Jahren und Auspeitschung – egal, ob einvernehmlicher Geschlechtsverkehr oder eine Vergewaltigung vorliegt. Wegen einvernehmlicher Homosexualität kommt es jedoch nur selten zu Verurteilungen. In der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur ist eine lebendige schwule Szene ansässig.

2010 hatte die malaysische Regierung erklärt, dass schwule Figuren in Filmen zugelassen werden könnten, allerdings nur, wenn sie am Ende des Filmes heterosexuell werden (queer.de berichtete). (dk)

 Update  15. März, 12.20 Uhr: Disney lehnt Schnittauflage ab
Der Walt-Disney-Konzern hat nach BBC-Angaben in einem kurzen Statement erklärt, dass man die Schnittauflage der Zensoren ablehne und daher den Kinostart in Malaysia auf unbestimmte Zeit verschoben habe. Weitere Angaben machte das Filmstudio nicht.



#1 SebiAnonym
  • 14.03.2017, 11:40h
  • Was für kranke Geister, die solche Ideen haben und ihre totalitären Ideen durchsetzen wollen...

    Manche Menschen sind eben schwul - get over it...

    Ich hoffe sehr, dass Disney das Zerschnippeln seines Films nicht zulässt. Dann sollte Malaysia eben komplett auf diesen Film verzichten müssen. Das müssen diese Schwachmaten dann ihrem Volk erklären, warum sie den Film nicht sehen dürfen...
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#2 Pascal GoskerAnonym
  • 14.03.2017, 14:37h
  • Da sieht man wieder mal, wozu religiöser Fanatismus führt.

    Religion ist das Krebsgeschwür der Menschheit.
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#3 LächerlichAnonym
  • 14.03.2017, 17:43h
  • Manche Leute leiden echt unter Größenwahn oder wie kommt man auf die Idee, anderen vorschreiben zu müssen, was sie sehen dürfen und was nicht.

    Die machen sich komplett lächerlich...
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#4 Patroklos
#5 RobinAnonym
  • 15.03.2017, 00:30h
  • Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern - die ältere heißt Inquisition.

    Letztlich ist Zensur die heimliche Empfehlung durch Verbot...
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#6 Homonklin44Profil
  • 15.03.2017, 03:37hTauroa Point
  • Es zeigt, dass Moslems genauso bescheuert sind wie unsere Vatikanchristen, wenn es zu solch einem überzeichneten Zinnober wegen einer Tanz-Szene mit 2 Männer kommt.

    Traurig.
    Wenn die könnten, würden sie die Wirklichkeit auch 'schneiden' oder neu verfilmen lassen.
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#7 RobinAnonym
  • 15.03.2017, 15:57h
  • Zum Update:
    Gut, dass Disney eine zensierte Version ablehnt. Dafür meinen größten Respekt an Disney. Danke.
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