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Wer hat mit wem Schluss gemacht?

AfD: Wir haben Mirko Welsch rausgeschmissen

Zwischen der AfD und dem schwulen Ex-Mitglied Mirko Welsch herrscht ein über Facebook ausgetragener Kleinkrieg. Welsch fordert den Verfassungsschutz auf, seine ehemaligen Parteifreunde zu beobachten.


Mirko Welsch und seine früheren Parteifreunde kabbeln sich auf sozialen Netzwerken fröhlich weiter

Der AfD-Kreisverband Saarbrücken hat via Facebook erklärt, dass der Kommunalpolitiker Mirko Welsch, der frühere Chef der Homosexuellen in der AfD, aus der Partei ausgeschlossen wurde und nicht freiwillig die rechte Partei verlassen habe. Welsch hatte vergangenen Donnerstag erklärt, dass er wegen der "Anbiederung" der AfD an "rechtsextreme und nationalistische Milieus" ausgetreten sei (queer.de berichtete).

Der Kreisverband sieht das aber ganz anders: "Aus gegebenem Anlass geben wir bekannt, dass Herr Mirko Welsch durch Urteil des Landesschiedsgerichts der AfD-Saarland vom 10.03.2017 aufgrund der mündlichen Verhandlung vom 17.02.2017 aus der Partei Alternative für Deutschland und ihren Untergliederungen ausgeschlossen und seiner Parteiämter enthoben wurde", so der Kreisvorsitzende Rudolf Müller am Montag. Gründe für den Ausschluss nannte er nicht.

Welsch widersprach der Erklärung seines ehemaligen Kreisverbandes umgehend: "Schließlich bin ich am 9. März ausgetreten. Also ist ein Ausschluss am 10. März Nonsens. Und so was will eine Partei der Rechtsstaatlichkeit sein?" Er drohte gleichzeitig Müller und anderen AfD-Funktionären mit einer Klage wegen Verleumdung.

Welsch vermutet "Retourkutsche"

Welsch äußerte auch die Vermutung, dass die Erklärung Müllers eine "Retourkutsche" für seine Forderung sei, die Landes-AfD vom Verfassungsschutz beobachten zu lassen. Dies hatte er auf seiner Facebook-Seite rund 20 Stunden vor der Erklärung des Kreisvorsitzenden gefordert. In diesem Eintrag hatte Welsch die saarländische und thüringische AfD als "blau lackierte NPD" bezeichnet. In einem am Montag veröffentlichten Interview mit stern.de kritisierte er auch die Annäherung der Bundes-AfD um Frauke Petry und Marcus Pretzell an Rechtsaußen.

Welsch hatte 2014 zu den Gründungsmitgliedern der innerparteilichen Vereinigung "Homosexuelle in der AfD" gehört und wurde später ihr Chef. Er galt allerdings nie als besonders interessiert an LGBTI-Rechten. So erklärte er während dieser Zeit, das Ziel der Vereinigung sei, die Vorwürfe gegen die AfD als homophobe Partei zu entkräften und sich von "links-grünen Schreihälsen" abzusetzen (queer.de berichtete). Er trug jahrelang die homophoben Forderungen seiner Partei mit und sprach sich etwa gegen Antidiskriminierungsgesetze und gegen Bildungspläne aus, in denen LGBTI erwähnt werden. Volker Beck wurde von Welsch als "Krebsgeschwür der Schwulenbewegung in Deutschland" beschimpft, der LSVD als "linksgrüne Parasiten" (queer.de berichtete). (dk)



#1 Rosa SoliAnonym
  • 14.03.2017, 15:35h
  • Wenn ich das einordnen müsste, dann würde ich vermuten, dass Welsch tatsächlich am 09.03. ausgetreten ist, aber nur weil er wusste, dass ihm der Rausschmiss am folgenden Tag drohte. Er wollte dem schlicht zuvorkommen. Das ist gesichtswahrender und passt besser zur Legende vom geläuterten konservativen Schwulen, der zu spät erkannt hat, in welch rechtsradikale Kreise er geraten ist. Die herzzerreißende Story war ohnehin wenig glaubwürdig und ist jetzt -im Wissen um den drohenden Rauswurf- noch weniger glaubhaft. Wir können uns alle eine Tüte Popcorn rausholen, denn vermutlich geht die Schmierenkomödie "Welsch vs. AfD" jetzt noch ein paar Tage weiter. Und dann wird es ruhig um Herrn Welsch. Sehr ruhig! Politisch ist der Mann Geschichte. Vielleicht kriegt er die 200 benötigten Unterschriften für eine Bundestagskandidatur als unabhängiger Kandidat sogar zusammen. Aber niemals wird er seinen Wahlkreis direkt holen und ins Parlament einziehen. Auf dem Ticket der AfD wäre das für ihn schon sehr, sehr schwierig geworden. Nun ist es so gut wie unmöglich. Seine "Karriereplanung" dürfte gerade ein jähes Ende gefunden haben. Gut so!
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#2 LorenProfil
  • 14.03.2017, 15:39hGreifswald
  • Wenn sich die Rechtsradikalen zerlegen, kann das für die gesellschaftliche Entwicklung kein Schaden sein.
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#3 Torsten IlgAnonym
  • 14.03.2017, 16:08h
  • Mein Gott wie peinlich ist diese ganze Schlammschlacht. Anständige Personen haben die AfD doch längst verlassen. Mit Prof. Lucke, Prof. Starbatty und Henkel.
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#4 stromboliProfil
  • 14.03.2017, 16:39hberlin
  • Antwort auf #2 von Loren
  • die üben sich in Bad Wiessee reloaded..
    lange nacht, ohne messer zu benutzen.

    Den nützlichen (?) homo abservierend so den schulterschluss zu höcke machend.
    Die reihen fest geschlossen!
    Und ilg säusselt da noch von vormals vernüftigen auf der flucht.

    Eine braune schimäre die uns da von den vormaligen erzählt wird...
    Naja, landen dann im nächsten brauen sumpf!
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#5 KMBonnProfil
  • 14.03.2017, 16:56hBonn
  • Es gibt doch seit einiger Zeit einen interessanten Trend bei den Umfragewerten der AfD. Die letzten drei Monate ging es im Politbarometer jeden Monat einen Prozentpunkt abwärts.
    Ein guter Trend! :-)
    Zwar kein Grund, um euphorisch zu werden, aber bis September können die Braunen es noch schaffen, sich selbst unter die 5%-Hürde zu schießen.
    Hat die FDP ja seinerzeit auch geschafft.
    Aus der Regierung heraus von satten 14% auf unter 5%.
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#6 Tommy0607Profil
  • 14.03.2017, 17:10hEtzbach
  • Rechtspopulisten "schieben" sich immer die Schuld zu : Und keiner will es gewesen sein! Das war so im 3. Reich des 20. JH. und das ist auch jetzt so . ALLE Rechtspopulisten sind nur menschenfeindlich , rassistisch , homophob , diskriminierend . Egal wie DIE sich nennen : Nazis bleiben Nazis !
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#7 Patroklos
  • 14.03.2017, 21:46h
  • Bis zu den Landtagswahlen im Saarland sind es noch knapp zwei Wochen und so wie es aussieht, wird die AfD wohl den Einzug schaffen. Man sollte in dieser Partei noch mehr Unfrieden stiften, damit sie am 26. März an der Fünfprozenthürde scheitert!
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#8 TheDad
  • 14.03.2017, 22:30h
  • Antwort auf #3 von Torsten Ilg
  • ""Anständige Personen haben die AfD doch längst verlassen. Mit Prof. Lucke, Prof. Starbatty und Henkel.""..

    Dann gehörst Du also auch zu den Unanständigen, denn Dein Austritt lag Wochen nach dem von Lucke und Henkel..
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#9 Miguel53deProfil
#10 Torsten IlgAnonym
  • 15.03.2017, 00:00h
  • Antwort auf #8 von TheDad
  • Mein Austritt kam knapp eine Woche nach dem Essener Parteitag. Wir haben intern abgeklärt was besser ist. Einige Liberale meinten, es sei besser eine neue eurokritische Partei mit Prof. Lucke zu gründen. Einige sind parteilos geblieben. Viele sind aber auch den Freien Wählergemeinschaften beigetreten, auch aufgrund der kommunalen Mandate und der damit verbundenen Verantwortung. Denn wenn wir diese Mandate aufgegeben hätten, wären vielerorts problematische AfD'ler nachgerückt, mit eindeutig rechtslastiger Verortung.
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