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Hintergründe unklar

Istanbul: Bekannte Trans-Aktivistin an Flughafen festgenommen

Kivilcim Arat, Kämpferin für LGBTI- und Frauenrechte, wollte zu einer Konferenz nach Deutschland.


Freunde und Aktivisten sorgen sich um Kivilcim Arat (Bild: Twitter)

Am Flughafen Istanbul-Atatürk ist am Freitagnachmittag die in der Türkei bekannte Trans-Aktivistin Kivilcim Arat festgenommen worden. Medienberichten zufolge wollte sie zu einer Frauenrechtskonferenz nach Deutschland reisen.

Zunächst gab es keine Hintergründe zur Festnahme der Aktivistin der Istanbul LGBTI Solidarity Association. "Unsere Freundin und Mitstreiterin ist eine Menschenrechtsverteidigerin und inzwischen gibt es eine massive Welle von Festnahmen von Menschenrechtsverteidigern", kommentierte ihre Kollegin Zelal Demir in einer ersten Reaktion gegenüber "kaos gl". "Wir fordern die sofortige Freilassung. Der Kampf um Rechte kann nicht durch die Polizei behindert werden."

Später berichtete Arats Anwalt, er habe mit der Aktivistin sprechen können und zunächst eine Einzelunterbringung erstreiten können – die Polizei habe sie zunächst zusammen mit mehreren Männern einsperren wollen. Die genauen Festnahmegründe seien noch unklar – angeblich gehe es um eine fehlende Aussage gegenüber der Staatsanwaltschaft, wozu man aber keine weiteren Informationen habe. Zu einer Aussage könne es frühestens am Samstagmorgen kommen.

Mutiger Einsatz beim Trans-Pride


Arat im letzten Sommer beim Trans-Pride in Istanbul

Bilder von Kivilcim Arat waren erst im letzten Sommer um die Welt gegangen, als sie beim vorab verbotenen Trans-Pride in Istanbul zur Eröffnung eine Presseerklärung verlas – die Polizei löste die Veranstaltung auf und ging mit Gummigeschossen und Tränengas gegen die Teilnehmer vor (queer.de berichtete). Die Szenen wiederholten sich eine Woche später beim ebenfalls vorab verbotenen CSD (queer.de berichtete).

Das Vorgehen der Erdogan-Regierung gegen die politisch aktive LGBTI-Community hatte sich in den letzten Jahren verschärft – noch bevor sie nach dem gescheiterten Putsch massiv gegen Menschenrechtsaktivisten, Oppositionelle und Journalisten vorging (der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel, dessen Verhaftung seit Wochen Schlagzeilen macht, hatte übrigens für "Welt" und "taz" auch wohlwollend und ausführlich über die Pride-Bewegung in der Türkei berichtet).

Unter den in den letzten Monaten Festgenommen fanden sich auch einige Politiker und Bürgerrechtler, die LGBTI-Rechte unterstützten. Im Januar war zudem der schwule Designer Barbaros Sansal bei der Einreise festgenommen worden, nach regime-kritischen Tönen und weiteren ausfälligen Bemerkungen in sozialen Netzwerken (queer.de berichtete). Er wurde Anfang März freigelassen. Auch die LGBTI-Aktivisten Ugur Büber und Levent Piskin waren wegen zusätzlicher regimekritischer Aktivitäten vorübergehend festgenommen worden. (nb)

 Update  18.3., 14.25h: Aktivistin freigelassen
Kivilcim Arat wurde am Samstag freigelassen, nachdem sie eine Aussage zu einem laufenden Verfahren gegen sie machte. Weitere Details dazu sind bislang vage.



#1 schwarzerkater
  • 18.03.2017, 07:22h
  • Wieder mal eine deutliches Zeichen, dass sich die Türkei auf dem Weg in eine muslimische Diktatur befindet. (Und das ganz ohne Mithilfe deutscher Katholiken, lieber User aus Hannover.)
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#2 AntiFantiProfil
  • 18.03.2017, 07:40hBerlin
  • finde es unfassbar dass dort die eigenen staatsbürger einfach mal so eingesperrt werden können u. dass die U-haft bist zu 5 jahre dauern kann, ohne jegliche begründung
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#3 schwarzerkater
#4 TheDadProfil
  • 18.03.2017, 11:09hHannover
  • Antwort auf #1 von schwarzerkater
  • Wie kommst du auf diesen Unsinn ?

    Der Umbau des politischen Systems in der Türkei durch den Autokraten Erdogan braucht keine Unterstützung der "Katholiken"..

    Allerdings hat man aus deren Kreisen ebenso wie aus anderen in der Türkei vertretenen "Religionen" bislang nur sehr wenige Statements vernehmen können, die sich offensiv gegen die Errichtung einer solchen autokratischen Diktatur wenden..

    Wie steht es dort eigentlich mit Deinem "Engagement" ?

    Sprichst auch Du mit Dir bekannten oder befreundeten Menschen türkischer und kurdischer Herkunft über die Auswirkungen des geplanten Referendums ?

    Und über die Folgen die es hat, wenn Menschen die ihren Lebensmittelpunkt in der BRD gewählt haben, und auch längst dazu entschlossen sind hier für immer leben zu wollen, aber gleichzeitig in der Türkei für das Referendum stimmen werden ?

    Dann nämlich entscheiden im Ausland lebende Menschen für ihre Mitbürger in der Heimat, daß diese in einer Diktatur leben müssen, in der sie selbst nicht leben wollen..

    Ich denke es stünde uns "Einheimische" Gut an, diesen Menschen eine solche Folge vor Augen zu führen..
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#5 FinnAnonym
  • 18.03.2017, 11:15h
  • Bei der Türkei wundert mich gar nichts mehr.

    Und unsere schwarz-rote Bundesregierung kriecht dem Sultan weiter in den Arsch, weil sie Angst haben, er könnte ihre Flüchtlingsbilanz versauen.

    Union und SPD kuschen nicht nur vor dem, sondern sehen bei Menschenrechtsverletzungen weg. Und sie liefern ihm Waffen, die er gegen seine eigenen Bürger, die sich nicht unterwerfen, einsetzt.

    Wieso erlaubt man in Deutschland überhaupt noch Wahlkampfauftritte ausländischer Politiker, die uns nicht nur als Nazis beschimpfen, sondern die hier für die Abschaffung der Demokratie werben?! Das sollte generell verboten sein!!
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#6 SebiAnonym
  • 18.03.2017, 11:47h
  • >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
    Das Vorgehen der Erdogan-Regierung gegen die politisch aktive LGBTI-Community hatte sich in den letzten Jahren verschärft noch bevor sie nach dem gescheiterten Putsch massiv gegen Menschenrechtsaktivisten, Oppositionelle und Journalisten vorging
    <<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<

    Und dennoch ist dieser Unrechtsstaat für unsere schwarz-rote Bundesregierung ein "sicheres Herkunftsland". Und viele GLBTI-Flüchtlinge, die eigentlich in die EU wollten, werden aufgrund dieses schmutzigen Deals jetzt in der Türkei festgehalten, wo es ihnen auch nicht besser geht als in ihren Herkunftsländern.
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#7 LorenProfil
#8 SebiAnonym
  • 18.03.2017, 12:17h
  • Antwort auf #7 von Loren
  • Sie taucht nicht in dieser Liste auf, wird aber von Union und SPD so bezeichnet.

    Anders ließe sich ja auch der Flüchtlingsdeal nicht begründen. Denn wenn man das nicht als sicheren Staat ansehen würde, könnte man ja da nicht gegen Bezahlung die Flüchtlinge "parken".

    Bei der von Dir genannten Liste geht es dagegen um die Staaten, wo Flüchtlinge wieder zurückgeschickt werden sollen. Das ist ja etwas komplett anderes...
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#9 Tommy0607Profil
  • 18.03.2017, 12:20hEtzbach
  • Hoffentlich kommt sie gut raus , aus diesen "Diktatoren-Reich " .
    Denn momentan spielt sich der Herr E. auf wie ein rechtpopulistischer Diktator .
    Und es ist schade für die dortigen Landsleute , dass sie nicht verstehen wollen , wie dieser Diktator regiert . Denn Diktatoren kennen keine Menschlichkeit !
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#10 ClaasAnonym
  • 18.03.2017, 12:23h
  • Antwort auf #3 von schwarzerkater
  • Ja, es gibt auch bei den in Deutschland und anderen EU-Staaten lebenden Türken genug glühende Erdogan-Verehrer.

    Aber wie verwirrt deren Gedanken sind, sieht man ja oft genug an ihren Äußerungen. Letztens wurde im Fernsehen eine hier lebende Türkin interviewt, die auf einer Pro-Erdogan-Demo war.

    Da hat sie allen Ernstes gesagt, dass Erdogan so toll sei und dass es in der Türkei viel besser sei als hier im faschistischen Deutschland.

    Dann frage ich mich:
    wenn die Türkei so viel besser ist als Deutschland, wieso lebt sie dann in Deutschland und nicht in der Türkei?

    Und dieselbe Frage stelle ich allen anderen auch, die Erdogan so toll und die Türkei so viel besser als Deutschland finden. Wieso leben die dann alle hier und nicht in der Türkei? Es wird doch niemand gezwungen, hier zu leben...

    Oder ist es hier vielleicht doch freier, wirtschaftlich besser, etc.?
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