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Kritik von Video-Bloggern

LGBTI-Inhalte geblockt: Youtube verteidigt Jugendschutz-Filter

Das zum Google-Konzern gehörende Portal betreibt Schadensbegrenzung, nachdem ein Jugendschutz-Filter offenbar insbesondere LGBTI-Inhalte auf die Verbotsliste gesetzt hat.


Youtube beim CSD im irischen Dublin (Bild: Charles Hutchins / flickr)

Eine überarbeitete Jugendschutz-Software auf Youtube hat in den letzten Tagen zu Irritationen und Homophobie-Vorwürfen unter Video-Bloggern geführt. In der Kritik steht der "Restricted Mode" der Videoplattform, der potenziell jugendgefährdende Inhalte nicht anzeigt.

Dieser Blocker, der standardmäßig nicht aktiviert ist, aber von Nutzern – und von Netzwerk-Administratoren – eingeschaltet werden kann, filtere besonders Inhalte von homosexuellen Video-Bloggern heraus, so die Kritik. Auf Twitter war deshalb am Wochenende der Hashtag #YouTubeIsOverParty populär, mit dem der Blocker als homofeindliche Zensur kritisiert wurde. Homophobe Eltern könnten damit etwa verhindern, dass ihre Kinder mit LGBTI-Themen in Kontakt kommen.

Am Montagmorgen hat sich Youtube via Twitter zu den Vorwürfen geäußert und erklärt, dass man sehr stolz auf die "LGBTQ+-Stimmen" auf der Plattform sei. Der Blocker sei dafür da, "Erwachsenen-Material für einen sehr kleinen Teil der Nutzer" herauszufiltern. "LGBTQ+-Videos sind im 'Restricted-Modus' zugänglich, aber Videos, die sensible Themen behandeln, womöglich nicht." Man bedaure die "Verwirrung" und werde die Vorwürfe überprüfen.

Twitter / YTCreators

Mehrere Video-Blogger, die die Plattform nutzen, beschwerten sich, dass selbst eigentlich harmlose Themen von Youtube als offenbar jugendgefährdend eingestuft werden. Via Twitter erklärte etwa Tyler Oakley, der es auf acht Millionen Abonnenten bringt, dass sein Video "Acht schwarze LGBTQ+-Wegbereiter, die mich begeistern" vom Youtube-Filter geblockt wird, obwohl es in diesem Video keinerlei jugendgefährdende Inhalte gebe.

Twitter / tyleroakley

Zudem werden unter anderem Schminktipps für Transsexuelle geblockt, ebenso wie Musikvideos von Künstlern wie Taylor Swift, Katy Perry, Miley Cyrus und 5 Seconds of Summer. Selbst Videos für die "Asexual Awareness Week" sind in diesem Modus nicht mehr erreichbar. In sozialen Netzwerken kommentierten viele Nutzer, dass Youtube wohl seinen Algorithmus für den Blocker stark überarbeiten müsse.

Youtube gehört seit 2006 zum Konzern Google, der inzwischen Alphabet Inc. heißt. Google gilt als äußerst LGBTI-freundlich. In der Vergangenheit setzte sich die Mountain View (Kalifornien) ansässige Firma etwa für die Ehe-Öffnung ein. Die LGBTI-Organisation Human Rights Campaign nahm Google in seine Liste der "Best Places To Work" auf, weil der Konzern wert darauf lege, homosexuelle oder transgeschlechtliche Mitarbeiter gleich zu behandeln. (dk)



#1 RobinAnonym
  • 20.03.2017, 16:04h
  • Wundert mich gar nicht.

    Die ganzen High-Tech-Konzerne, egal ob Google, Facebook, Microsoft, Apple oder wie sie alle heißen, geben sich gerne sehr liberal und fortschrittlich, sind aber in ihrem Kern erzkonservativ und prüde.

    Hetze, Gewaltaufrufe, etc. sind für die angeblich "freie Rede" und "Meinungs-Pluralismus'". Aber küssende Männer, Erklärungen zu Safer-Sex oder gar ein nackter Körper sind für die gleich immer pfui und das wird dann immer aus angeblichen "Jugendschutz"-Gründen zensiert...

    Wie gesagt: betrifft nicht nur Google, sondern auch all die anderen.
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#2 AlexAnonym
  • 20.03.2017, 16:34h
  • Halte ich eher für einen Kollateralschaden der Automatisierung von Einstufungen. Also einen Fehler im Algorithmus bzw. der Programmierung.

    Böse Absicht kann man erst unterstellen, wenn Google auf die Beschwerden hin nicht entsprechend handelt.
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#3 MarekAnonym
  • 20.03.2017, 20:02h
  • Antwort auf #2 von Alex
  • Aber Google handelt eben nicht auf Beschwerden. Sondern die handeln erst dann, wenn es medial große Aufmerksamkeit erlangt und der Image-Schaden zu groß wird.

    Und daran merkt man, dass es nicht um die Sache geht, sondern nur um das eigene Image und damit verbunden die eigenen Profite.
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#4 AlexAnonym
  • 20.03.2017, 22:22h
  • Antwort auf #3 von Marek
  • "Ein paar Tage" sind jetzt nicht die Welt. Ist ja nicht so, dass da jemand versucht haben könnte, das Thema auszusitzen oder kleinzureden - dazu ist das Thema viel zu schnell explodiert. Wer sich mit google und youtube ein wenig beschäftigt, merkt schnell, dass eine Responsezeit von unter einer Woche eher die Ausnahme ist.

    Nene, man soll nicht auf das Schema verfallen, alles das mit Bosheit begründen zu wollen, was mit Dummheit ebenfalls zu erklären ist.

    Man wird sehen, was Google dahingehend unternehmen wird. Mit Nachbesserungen ist zu rechnen. Wir müssen nur den Druck aufrecht erhalten.
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#5 SebiAnonym
  • 21.03.2017, 08:35h
  • Antwort auf #4 von Alex
  • 1.
    Die Reaktion ist aber immer nur "ein paar Tage", wenn der mediale Druck und damit der Image-Schaden zu groß wird. Melde mal privat etwas, was nicht in den Medien erscheint und Du wirst weder nach Tagen noch Wochen noch Monaten eine Reaktion erleben.

    2.
    Was ist mit rassistischen und homophoben Inhalten, die stehen bleiben? Ist das auch nur ein Fehler im Algorithmus oder lässt man die bewusst stehen (wieder solange die mediale Aufmerksamkeit nicht zu groß wird). weil man auch an diesen Videos Geld verdient?
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#6 Benno 84Anonym
#7 UnstreitigAnonym
  • 21.03.2017, 13:22h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Den Konzernen ist das im Grunde scheissegal.
    Ihr Handeln und Nichtstun ist der panischen
    Prüderie bei gleichzeitigiger Abgestumpftheit gegenüber
    Gewalt in der (amerikanischen?) Gesellschaft geschuldet.
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#8 Pascal GoskerAnonym
  • 21.03.2017, 15:11h
  • Bei diesen ganzen prüden US-Konzernen fällt mir immer ein Zitat eines unehrenhaft entlassenen, schwulen US-Soldaten ein:

    "Man hat mir einen Orden verlieren, weil ich fünf Menschen getötet habe und mich entlassen, weil ich einen Menschen liebe."
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#9 BuntUndSchönAnonym
  • 25.03.2017, 12:03h
  • Es ist ne Frechheit, immer diesen Jugendschutz zu erwähnen, um etwas abzulehnen oder etwas zuzulassen, was gegen Homosexuelle ist.
    Bisher hab ich noch nie gehört, dass jemand von der LSBTTIQ ein Kind oder einen Jugendlichen sexuell belästigt hätte.

    Übrigens haben Jugendliche heutzutage einen viel aufgeschlosseneren Freundeskreis, in dem es vielfältige Leute gibt, auch Homosexuelle.

    Vielleicht müssen Jugendliche von Äußerungen und von einem Verhalten geschützt werden, das ihnen eine Welt vortäuscht, die es gar nicht gibt...??
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