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Philippinen

"Weil wir Katholiken sind": Präsident Duterte lehnt Ehe-Öffnung ab

Im Wahlkampf hatte Rodrigo Duterte noch die Bibel kritisiert, weil darin Schwule und Lesben nicht erwähnt werden. Jetzt nennt er die Heilige Schrift als Grund, warum er gegen die Ehe für alle ist.


Präsident Rodrigo Duterte gewann sein Amt nach einem populistischen Wahlkampf ein halbes Jahr vor dem Sieg von Donald Trump

Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat am Sonntag Bestrebungen zur Ehe-Öffnung in seinem Land kritisiert. Bei einer Veranstaltung vor Exil-Philippinern in Myanmar begründete er laut Medienberichten die Ablehnung mit dem katholischen Glauben. Damit führt der frühere Bürgermeister von Davao-Stadt offenbar eine 180-Grad-Wende durch: Im vergangenen Jahr hatte er im Wahlkampf erklärt, er habe keinerlei Probleme mit der Ehe für alle.

Duterte begründete seine Ablehnung in Myanmar mit einer aktuellen Titelgeschichte des US-Nachrichtenmagazins "Time", in der es um die sich verändernde Definition von Geschlecht geht: "Das ist deren Kultur", sagte Duterte, der nicht weiter darauf einging, ob er sich nur auf Amerikaner oder generell auf den Westen berufe. "Das ist für diese Leute. Das kann nicht auf uns zutreffen, weil wir Katholiken sind". Außerdem gebe es auf den Philippinen Gesetze, wonach die Ehe nur zwischen Mann und Frau gestattet sei. Niemand habe das Recht, das zu ändern und damit "die tiefe Kluft zwischen Mann und Frau zuzuschütten."

Der Präsident behauptete ferner, dass er kein Problem mit Schwulen und Lesben habe. Immerhin seien zwei seiner Schwager und einige weitere Angehörige homosexuell. Aber man müsse trotzdem die Lehren der Bibel berücksichtigen.

Duterte beklagte einst "Fehler in der Bibel"

Im Wahlkampf hatte Duterte noch ganz anders geklungen. Im Januar 2016 hatte er etwa gesagt, dass es scheinbar einen "Fehler in der Bibel" in Bezug auf die Ehe gebe. Eigentlich müssten Ehen für "Adam, Eva und die Homosexuellen" möglich sein.

Als Präsident machte der Politiker, der wegen seiner populistischen Äußerungen berüchtigt ist, aber vergangenen Sommer auch mit einer homophoben Attacke gegen den damaligen US-Botschafter in seinem Land von sich reden: Das Staatsoberhaupt bezeichnete Philip Goldberg als "schwulen Hurensohn" (queer.de berichtete).

Über 80 Prozent der 100-Millionen Einwohner auf den Philippinen sind Katholiken. Laut Umfragen sprechen sich zudem mehr als zwei Drittel der Bevölkerung gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht aus. Dennoch hatte es wiederholt Anläufe im Parlament für die Ehe für alle gegeben, den ersten bereits 1999. Derzeit blockieren allerdings die Abgeordneten Gesetzesentwürfe, die LGBTI-Rechte ausweiten. Zu den Senatoren gehört auch der homophobe Boxer Manny Pacquiao, der in der Vergangenheit unter Verweis auf die Bibel die Todesstrafe für Homosexuelle gefordert hatte (queer.de berichtete).

Präsident Duterte wies in Myanmar auch scharfe Kritik von europäischen Politikern an seiner Menschenrechtspolitik zurück – mit gewohnt markigen Sprüchen. Das Europaparlament hatte vergangene Woche die "hohe Zahl" illegaler Tötungen im philippinischen Anti-Drogen-Kampf beklagt, weil Tausende mutmaßliche Dealer und Süchtige in den letzten zehn Monaten seit Dutertes Amtsantritt unter ungeklärten Umständen zu Tode kamen, davon viele in Polizeigewahrsam. Duterte hatte als Kandidat und Präsident jedoch stets betont, dass er Selbstjustiz gegen Dealer unterstütze. Die Europäer sollte sich "um ihre Sachen kümmern", forderte er nun. Weiter erklärte der 71-Jährige: "Warum wollt Ihr uns verarschen, verdammt noch mal?" (dk)



#1 ursus
  • 20.03.2017, 15:47h
  • katholische werte für fortgeschrittene:

    "Der seit dem 30. Juni 2016 als Präsident der Philippinen amtierende Rodrigo Duterte tat sich bereits im Wahlkampf mit populistischen Sprüchen hervor. Nun zieht er durch, was er angekündigt hat: Er hat die Öffentlichkeit dazu aufgerufen, alle umzubringen, von denen bekannt sei, dass sie Drogen gebrauchen. Bis Ende Januar 2017 sind dem Mordaufruf über 7000 Menschen zum Opfer gefallen, mindestens 2.500 von ihnen wurden von der Polizei getötet.

    Duterte vergleicht sich selbst gerne mit Adolf Hitler: "Hitler hat drei Millionen Juden massakriert. Hier sind drei Millionen Drogenabhängige. Ich würde sie gerne umbringen", sagte er öffentlich in seiner Heimatstadt. Nur so sei das Problem mit den "kriminellen" Drogengebraucher_innen auf den Philippinen zu lösen - es gelte, die nächste Generation vor dem Verderben zu bewahren."

    magazin.hiv/2017/02/23/stoppt-die-morde-an-drogengebraucher_
    innen/
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#2 RobinAnonym
  • 20.03.2017, 16:00h
  • """""""""""""""""""""""""""""""""""""""
    "Weil wir Katholiken sind": Präsident Duterte lehnt Ehe-Öffnung ab
    """""""""""""""""""""""""""""""""""""""

    Mit anderen Worten:
    Katholiken sind gegen Menschenrechte.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 wiking77
#4 Paulus47Anonym
  • 20.03.2017, 18:03h
  • Antwort auf #2 von Robin
  • "Mit anderen Worten:
    Katholiken sind gegen Menschenrechte."

    Stimmt natürlich nicht: es gibt mittlerweile eine ganze Reihe katholisch gepräger Länder auf der Welt, in denen die Ehe für alle oder zumindest ein standesamtliches Lebenspartnerschaft ermöglicht wurde:

    * Katholisch geprägte Länder mit Ehe für alle:
    Spanien, Portugal, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Argentinien, Uruguay, Brasilien, Kolumbien und Mexiko

    * Katholisch geprgäte Länder mit Lebenspartnerschaftsinstitut:
    Malta, Andorra, Ecuador, Chile, Österreich, Ungarn ("gemischt") , Slowenien, Kroatien und das katholische Kernland Italien

    * Katholisch geprägte Länder ohne Anerkennung:
    Polen, Litauen, Monacco, San Marino, Philippinen, Osttimor, Peru, Venezuela, Bolivien, Paraguay, Guyana, Suriname, Kuba, eine Reihe karibischer Inselstaaten, mittelamerikanische Staaten, Angola, Mosambik, Demokratische Republik Kongo, Volksrepublik Kongo, Gabun, weitere afrikanische Staaten ("südlich der Sahara") und Vatikanstaat.
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#5 YannickAnonym
  • 20.03.2017, 18:48h
  • Antwort auf #4 von Paulus47
  • "Stimmt natürlich nicht: es gibt mittlerweile eine ganze Reihe katholisch gepräger Länder auf der Welt, in denen die Ehe für alle oder zumindest ein standesamtliches Lebenspartnerschaft ermöglicht wurde"

    Das ist aber nicht den Katholen zu verdanken, sondern denen, die das GEGEN den Widerstand der Katholen durchgesetzt haben.
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#6 Religioten-WatchAnonym
  • 20.03.2017, 19:04h
  • Weil es Kakoliken sind, so so. Ein Anruf von Bergoglio mit dem Hinweis, dass Schwulenhass unkatholisch ist und gleiche Rechte gewährt werden müssen, würde also genügen.

    Kennt jemand einen guten Stimmenimitator?
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#7 ursus
#8 Paulus47Anonym
  • 20.03.2017, 19:38h
  • Antwort auf #5 von Yannick
  • @Yannick
    "Das ist aber nicht den Katholen zu verdanken, sondern denen, die das GEGEN den Widerstand der Katholen durchgesetzt haben."

    --> Sicherlich haben dort gerade Personen in diesen Ländern einen maßgeblichen Anteil, die eher politisch gesehen dem linken, liberalen, grünen und sozialdemokratischen Spektrum zuzuordnen sind.

    Aber viele Katholiken heutzutage -egal ob in Spanien, in Frankreich, in Brasilien, usw. - teilen überhaupt nicht mehr in Sexualmoralfragen, in bezug auf Ehe für alle, in bezug auf die Frauenordination, in bezug auf das Pflichtzölibat der Priester, usw. die vorgegebene Haltung des Vatikans. Die im Vatikanstaat vorgegebene Haltung des Katechismus wird von einer ganz ganz großen Mehrheit der katholischen Laien nicht geteilt; gleichwohl definieren sich auch diese großen Mehrheiten weiterhin als Katholiken: sie feiern Ostern, Weihnachten, Pfingsten, usw. lassen Ihre Kinder taufen und zur Firmung gehen, aber sie sind längst nicht in allen Punkten mit der Vatikanlehre einverstanden.
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#9 MarekAnonym
  • 20.03.2017, 19:55h
  • Antwort auf #8 von Paulus47
  • -------------------------------------------
    Aber viele Katholiken heutzutage [...] teilen überhaupt nicht mehr in Sexualmoralfragen, in bezug auf Ehe für alle, [...] die vorgegebene Haltung des Vatikans.
    ----------------------------------------------

    Und wieso unterstützen sie dann mit ihrer Mitgliedschaft in diesem unchristlichen Verein deren Machenschaften sowohl ideologisch (denn die Kirche betont immer, wieviele Menschen sie vertritt) als auch finanziell ?

    Selbst wenn einem seine Religion wichtig ist, braucht man doch nicht Mitglied irgendeiner Kirche zu sein, um seinen christlichen Glauben leben zu können... Würden die austreten und die Kirchensteuer lieber bedürftigen Menschen geben statt dem Billiarden-Konzern Katholische Kirche, wäre das weitaus christlicher.

    Oder wie mir mal jemand sagte:
    "Ich bin aus der Kirche ausgetreten, gerade WEIL ich Christ bin. Ich konnte deren Machenschaften nicht mehr mit meinem Glauben vereinbaren."

    Aber solange die da Mitglied sind, müssen sie sich im Klaren sein, dass sie deren Positionen ideologisch und finanziell unterstützen. Und dann brauchen die nicht so scheinheilig mit Ausreden zu kommen a la "Ich bin zwar da Mitglied, teile deren Positionen aber auch nicht."
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#10 Katholiban-WatchAnonym