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Wahlvorschlag

CDU Hessen will Homo-Hasser in den Bundestag schicken

Der Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer wirbt für die "Heilung" von Lesben und Schwulen und warnt vor LGBTI-"Lobbyisten" an Schulen – demnächst wohl auch in Berlin.


Hans-Jürgen Irmer ist seit 1990 mit Unterbrechungen Mitglied des Hessischen Landtags. Nach scharfer Kritik an seinen homophoben Äußerungen trat er im Januar 2015 als bildungspolitischer Sprecher und stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion zurück (Bild: CDU-Fraktion Hessen)

Erika Steinbach wird dem nächsten Bundestag nicht mehr angehören – doch die CDU Hessen sorgt für einen noch homophoberen Ersatz. Der derzeitige Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Irmer soll mit dem aussichtsreichen Listenplatz 17 versorgt werden.

Den entsprechenden Vorschlag des Wahlvorbereitungsausschusses präsentierte der Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz, am Dienstag in Wiesbaden. Er wird am 6. Mai auf dem Landesparteitag zur Abstimmung gestellt – in der Regel gibt es keine Änderungen. Derzeit ist die hessische Union mit 21 Abgeordneten im Bundestag vertreten.

Von seiner Partei wurde Irmer zuvor bereits als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Lahn-Dill nominiert. Vor vier Jahren gewann dort die CDU-Kandidatin Sibylle Pfeiffer mit 48,1 Prozent der Erststimmen und mit großem Abstand vor der SPD-Politikerin Dagmar Schmidt, die 34,5 Prozent erhielt.

Irmer: "Homosexualität ist nicht normal"

Hans-Jürgen Irmer sorgt in Hessen seit Jahren mit homofeindlichen Ausfällen immer wieder für Schlagzeilen. So hetzte er etwa 2004 in dem von ihm herausgegeben monatlichen Anzeigenblatt "Wetzlar-Kurier" gegen einen örtlichen schwulen Lehrer, nur weil dieser ein Profil bei Gayromeo hatte und sich damit "prostituiert" habe (queer.de berichtete). Angesichts "dieser Kenntnisse" forderte Irmer zugleich vom Sozialministerium, "Hilfestellungen" anzubieten und zu fördern für Menschen, "die unter ihrer Homosexualität leiden und die gerne davon loskommen möchten". Homosexualität sei "nicht angeboren" und deshalb "veränderbar".

2014 sorgte Irmer bundesweit für Aufregung, als er als schulpolitischer Sprecher seiner Fraktion erklärte: "Homosexualität ist nicht normal. Wäre sie es, hätte der Herrgott das mit der Fortpflanzung anders geregelt" (queer.de berichtete). Später ruderte er zurück, musste aber nach scharfer Kritik von seinen Ämtern zurücktreten (queer.de berichtete).

Zuletzt attackierte Irmer im vergangenen November den Lehrplan der schwarz-grünen Landesregierung zur Sexualerziehung, der zu Lasten der heterosexuellen Ehe und Familie gehe und homosexuellen "Lobbyistengruppen" Tür und Tor öffne (queer.de berichtete).

SPD wirft CDU "Anbiederung an die AfD" vor

Die SPD kritisierte die Nominierung Irmers. Sie sei ein Beleg, "dass sich in der hessischen CDU inhaltsleere Hetze gegen Minderheiten, Rechtspopulismus und Anbiederung an die AfD auszahlen", erklärte Generalsekretärin Nancy Faeser gegenüber der "Frankfurter Rundschau". CDU-Generalsekretär Pentz meinte dagegen, die Vorschlagsliste spiegele "das Bild der modernen Volkspartei CDU wider, mit jungen und mit erfahrenen Politikern".

Derweil steht auch der frühere hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Martin Hohmann, der durch homofeindliche Äußerungen bekannt wurde und nach seiner "Tätervolk"-Rede aus Fraktion und Partei flog, vor einer möglichen Rückkehr in den Bundestag: Die hessische AfD stellte ihn bereits im November auf dem aussichtsreichen Listenplatz vier auf (queer.de berichtete). (mize)



#1 Paulus47Anonym
  • 22.03.2017, 07:52h
  • Also den Austritt von Erika Steinbach und Hedwig von Beverfoerde aus der CDU habe ich sehr begrüßt.

    Es wäre schön, wenn Hans-Jürgen Irmer und Birgit Kelle dies auch machen würde, denn diese zwei "fallen" mir als erste beide verbliebenen CDU-Mitglieder ein, die dort am rechten Rand der CDU sind und eigentlich in der CDU nichts mehr "verloren" haben. Beide Personen vertreten eher Positionen, mit der sie zur AfD gehören.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 22.03.2017, 08:40h
  • Antwort auf #1 von Paulus47
  • "Es wäre schön, wenn Hans-Jürgen Irmer und Birgit Kelle dies auch machen würde"

    Herr Irmer ist jetzt für den Bundestag nominiert, und wird wohl kaum austreten.

    Wie Herr Irmer dachte auch Auschwitz-Kommandant Höss über 'Homo-Heilung' nach.

    Die NSDAP war auch eine Volkspartei.

    Soviel zur Bürgerlichkeit der CDU.
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#3 Patroklos
  • 22.03.2017, 09:00h
  • Dann kann man nur hoffe, daß Herr Irmer seinen Einzug in den Bundestag über das Direktmandat bzw. die Landesliste klar verfehlt und er uns bitte erspart bleibt!
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#4 LorenProfil
  • 22.03.2017, 09:04hGreifswald
  • Antwort auf #2 von goddamn liberal
  • Ob früher Dregger ("Stahlhelm-Fraktion") oder Koch, ob Steinbach oder Irmer, die hessische CDU hatte schon immer ein Faible für diejenigen, denen die Bürgerrechte am Allerwertesten vorbeigehen und für die Hetze gegen diejenigen, die nicht ihrem Bild von "Bürgerlichkeit" entsprechen, zum politischen "Markenkern" gehören.
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#6 SebiAnonym
#7 ClaasAnonym
  • 22.03.2017, 09:42h
  • Irmer: "Homosexualität ist nicht normal"

    Und auf welche wissenschaftliche Studie begründet er seine Aussage? Oder macht er es wie immer bei der CDU: einfach mal irgendwas unbewiesen behaupten, in der Hoffnung, dass der ein oder andere das schon glauben wird.
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#8 MarekAnonym
  • 22.03.2017, 09:44h
  • Wenn eine Partei so jemanden aufstellt, muss ich davon ausgehen, dass sie dessen Meinungen teilen.

    Die CDU muss weg! Punkt.
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#9 MarekAnonym
  • 22.03.2017, 09:59h
  • Antwort auf #1 von Paulus47
  • Da fallen mir aber noch Dutzende weitere Beispiele ein. Es sind nur nicht alle so bekannt wie diese Fälle, aber das macht sie nicht weniger gefährlich.

    Im übrigen:
    wieso auf Austritte warten? Man könnte Menschen mit solchen Positionen auch ausschließen, wenn sie den Parteiidealen widersprechen.

    Aber das tun sie eben nicht, denn die Homophobie gehört zum Markenkern der Union.

    (Das unterscheidet die Union auch z.B. von den Konservative in Großbritannien, in den Niederlanden, in den skandinavischen Ländern, in Kanada, etc. Dort sind die Konservativen längst viel weiter und wissen, dass Grundrechte, Liebe und Freiheit nicht konservativen Werten widersprechen.)
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#10 habemus_plemplem
  • 22.03.2017, 10:04h
  • Als "Entsorgung nach oben" (Manager-Magazin-Sprech) ist das von der CDU wohl nicht gedacht. Dafür nutzt man ja eher die EU-Institutionen. Bei der CDU firmiert sowas wahrscheinlich unter "das konservative Profil schärfen".

    Besser wäre es ja, man würde den Typ so weit wie möglich auf die Hinterbank verweisen! Und ihn v.a. von Bildungsthemen fernhalten.

    Aber was red' ich...!
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