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Klare Positionierung vermisst

Claudia Stamm verlässt die Grünen

Die ehemalige queerpolitische Sprecherin der bayerischen Landtagsfraktion will nun eine neue Partei gründen.


Claudia Stamm ist seit April 2009 Mitglied des Bayerischen Landtags (Bild: hajuestaudt.de)

Paukenschlag bei den bayerischen Grünen: Die Landtagsabgeordnete Claudia Stamm hat am Mittwoch überraschend ihren Austritt aus Partei und Fraktion erklärt. Die langjährige, sehr engagierte queerpolitische Sprecherin gehörte zum linken Flügel der Ökopartei.

"Es ist kein Geheimnis, dass ich in den letzten Jahren oft nicht mit dem Kurs oder der Positionierung der Landes-, Bundesländer- oder Bundesgrünen übereingestimmt habe", erklärte Stamm in einer Pressemitteilung, ohne konkrete Punkte zu benennen. "Diesen Kurs habe ich immer wieder versucht durch Anträge, öffentliche Diskussionsbeiträge oder in Gesprächen zu korrigieren. Ich habe lange mit mir gerungen, doch mir fehlt oftmals eine klare Positionierung der Grünen. Ein Kurs, der so schwammig ist – mit dem kann ich nicht mitgehen."

Zuletzt engagierte sich die 46-Jährige für die Aufnahme von LGBTI-Akzeptanz in die bayerischen Sexualkunderichtlinien (queer.de berichtete). Im vergangenen Oktober initiierte sie als Reaktion auf die homophoben Äußerungen des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer einen Parteitagsbeschluss, in dem "Abgrenzungen gegenüber Menschen, die nicht zur Mehrheit gehören", verurteilt werden (queer.de berichtete).

Ihr Mandat will Claudia Stamm behalten

Stamm will nun zusammen mit Mitstreitern unter dem Arbeitstitel "Zeit zu handeln" eine neue Partei gründen: "Bayern fehlt eine Kraft, die klar und deutlich für ihre Positionen, ihre Werte einsteht. Der Schritt fällt mir nicht leicht, und es ist kein Schritt, der leicht sein wird. Ich weiß aber, es muss sein." Mit an Bord ist u.a. der Münchner Queeraktivist Werner Gaßner, der ebenfalls sein grünes Parteibuch zurückgab und sein Amt als Co-Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Schwulenpolitik niederlegte.

Ein Schwerpunkt der neuen Partei soll der Einsatz für gesellschaftliche Vielfalt sein, heißt es auf der Homepage zeitzuhandeln-bayern.de: "Demokratie geht nur geschlechtergerecht und Menschenrechte sind anzuerkennen unabhängig von wirtschaftlicher und sozialem Status, Geschlecht und körperlicher Konstitution, sexueller Identität und Orientierung oder Herkunft."

Claudia Stamm, deren Mutter Barbara für die CSU ebenfalls Landtag sitzt und zugleich Landtagspräsidentin ist, will ihr Mandat bis zum Ende der Legislaturperiode als fraktionsloses Mitglied weiter ausüben. (cw)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 22.03.2017, 11:40h
  • Ein mutiger Schritt!

    Es ist erstaunlich, dass Palmer mit den gleichen Hetz-Begriffen wie die AFD, Kuby, Beverfoerde u. Co. ('Homo-Lobby') um sich schmeißen kann, und dabei doch irgendwie als ein bissel konservativer harmloser 'Realo' durchgeht.

    Ein grünes Parteibuch ist aber kein Heiligenschein und es entschuldigt nichts!
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#2 LorenProfil
#3 rondocAnonym
  • 22.03.2017, 12:11h
  • ....endlich bringt eine/r/s den MUT ZU HANDELN auf und geht aus dieser Partei.
    Es wird viel Mut brauchen und sicher viel Zuspruch erhalten.
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#4 LarryMullenJrAnonym
#5 wiking77
  • 22.03.2017, 13:44h
  • bewahrheitet sich halt... die Claudia ähm, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.
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#6 BuntUndSchönAnonym
  • 22.03.2017, 16:13h
  • Wow, das ist sehr cool ;-) Solche Leute brauchen wir dringend in der Politik und auch in unserer Gesellschaft. Ich drücke ihr die Daumen, dass sie viiiiiel erreichen kann und wird.
    Und ist die perfekte Opposition für die CDU in Germany.
    Daumen hoch ;-)
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#7 MaxChAnonym
#8 goddamn liberalAnonym
#9 Patroklos
  • 22.03.2017, 23:55h
  • Schade, daß Frau Stamm die Grünen verläßt! Gab es denn keine Möglichkeit, sie davon abzuhalten?
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#10 Dont_talk_aboutProfil
  • 23.03.2017, 02:39hFrankfurt
  • Neue Partei gründen, um rot-rot-grün noch zu verhindern. 1 % würde vielleicht schon reichen. Die Idee gefällt mir. Aber da hatte sicher auch die Mutter ihr Hände mit ihm Spiel
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