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Drei Vorschläge zur Auswahl

Auch CSD Potsdam lässt online über Motto abstimmen

Die CSD-Organisatoren stellen drei Mottos zur Wahl – davon eines, mit dem an die 2001 verstorbene SPD-Politikerin Regine Hildebrandt erinnert wird.


Regine Hildebrandt bei einem Auftritt in der "NDR Talk Show" (1997)

Der CSD Potsdam sucht mit einer Online-Umfrage nach seinem diesjährigen Motto. Noch bis zum 13. April kann jeder online darüber abstimmen, welches von drei Vorschlägen den Zuschlag erhalten soll. Die Vorschläge lauten "Hass bringt dir nix!", "Trotz Unterschiede zum Miteinander – Chancengleichheit für alle!" und "Wir wollen Regine wiederhaben". Der Pride in der brandenburgischen Hauptstadt wird früher als an anderen Orten bereits vom 20. bis 30. April stattfinden.

Der Vorschlag "Hass bringt dir nix!" wurde von den Mitarbeitern von Katte e.V. eingereicht, der unter anderem HIV-Beratung betreibt. "Hass macht nur hässlich! Hass vernebelt dir deine Sinne für das Wichtige im Leben, den Sex und die Liebe!", begründeten die Aktivisten ihre Motto-Idee.

Die Arbeitsgemeinschaft SPDqueer Potsdam schlug als Motto "Wir wollen Regine wiederhaben" vor. Damit wollen die Aktivisten an die frühere brandenburgische Sozialministerin Regine Hildebrandt (1941-2001) erinnern, die oft als "Mutter Courage des Ostens" bezeichnet wurde. Sie war vor allem wegen ihrem volksnahen und unkonventionellen Auftretens beliebt. Mit dem Motto solle daran erinnert werden, "dass das soziale Engagement durch Brandenburger und Brandenburgerinnen auch immer einer vorbehaltlosen und lösungsorientierten Unterstützung durch Politik bedarf, ganz im Sinne der ersten Sozialministerin dieses Landes". Dabei zitierte die SPDqueer den Hildebrandt-Satz: "Sag mir nicht, wie es nicht geht, sondern sage mir, wie es geht!"

Als Vorschlag der CSD-Organisatoren kann auch für das Motto "Trotz Unterschiede zum Miteinander – Chancengleichheit für alle!" gestimmt werden. Dieses solle für ein "offenes und vielfältiges Potsdam" werben. "Wir stellen uns rassistischen und sexistischen sowie gewaltbereiten Bewegungen mit unseren Mitteln und Möglichkeiten entgegen und verbünden uns dabei mit allen gesellschaftlichen Kräften, die mit uns sind", so die Begründung.

Auch der CSD Mönchengladbach ließ bis Mittwochmittag über sein Motto abstimmen (queer.de berichtete). Das Ergebnis soll in den nächsten Tagen bekannt gegeben werden. Der Frankfurter CSD hatte online gar 85 Mottovorschläge zur Auswahl gestellt, aus denen dann die Finalisten ausgewählt werden sollten. Am Ende lag der Slogan "Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt" vorne (queer.de berichtete). (dk)



#1 SebiAnonym
  • 22.03.2017, 20:48h
  • Sorry, aber die finde ich alle drei schlecht:

    - "Hass bringt dir nix!"

    Es ist viel mehr. Hass bringt nicht nur "nix", sondern er schadet sogar. Dieser Spruch klingt, als könne man ruhig hassen, aber es würde halt nicht viel bringen. Dabei tötet Hass Menschen. So eine Verharmlosung ist wirklich gefährlich.

    - "Wir wollen Regine wiederhaben"

    Ich habe Regine Hildebrandt immer sehr geschätzt und auch ich vermisse sie bis heute. Aber der Wunsch, sie zurückzuhaben, ist doch nicht gerade als CSD-Motto geeignet. Da sollte es eher um konkretere Aussagen gehen - ganz konkret zu LGBTI-Themen.

    - "Trotz Unterschiede zum Miteinander Chancengleichheit für alle!"

    Es geht nicht nur um Chancengleichheit, sondern um Gleichstellung, angemessene Aufklärung an Schulen, Verbot von Konversionstherapien, etc. Das alles ist so viel mehr als nur der abgeleierte Begriff der "Chancengleichheit".

    Im übrigen will ich gar kein "Miteinander" mit allen. Es wird immer Homohasser geben, die uns nie akzeptieren werden und denen will und brauche ich mich nicht anzubiedern.

    Fazit:

    Manche wollen scheinbar besonders kreativ sein. Aber wenn man diskriminiert wird, ist es viel wichtiger, klare Aussagen zu machen. Z.B. ein Motto wie "100 % Gleichstellung - SOFORT" (das nicht ohne Grund an den gebrochenen SPD-Slogan erinnert), "Kein Aufschub für Grundrechte", o.ä.

    Das mag vielleicht weniger kreativ sein, ist aber inhaltlich die viel wichtigere Aussage. Erst recht in Zeiten, wo ein konservativer Rollback in vollem Gange ist.
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#2 Patroklos
  • 22.03.2017, 22:13h
  • Habe mich für das Motto "TROTZ UNTERSCHIEDE ZUM MITEINANDER - CHANCENGLEICHHEIT FÜR ALLE!" entschieden und bin auf das Ergebnis mal gespannt!
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#3 Berlin_Profil
  • 23.03.2017, 02:58hBerlin
  • Auch ich bin von den Vorschlägen leider sehr enttäuscht. Da für anderen CSDs ja teilweise sehr viele Vorschläge aufkamen, frage ich mich, wie nur diese unschönen Ideen hier zur Auswahl stehen können
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#4 ursus
  • 23.03.2017, 11:07h
  • "Trotz Unterschiede zum Miteinander"

    der kampf der potsdamer queeren gemeinde gilt offenbar auch dem genitiv.
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