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Kritik von queerblick e.V.

Youtube blockiert auch deutsche Aufklärungsvideos

Der Dortmunder Verein queerblick e.V. beklagt, dass der Youtube-Jugendschutzfilter über 98 Prozent seiner Videos blockiert.


(Bild: queerblick e.V. hält die Jugendschutzeinstellungen von Youtube für willkürlich)

Der neue Jugendschutz-Modus der Videoplattform Youtube verhindert nach Ansicht des Videoprojekts queerblick e.V., dass sich Jugendliche altersgerechte Aufklärungsvideos anschauen könnten. Der Dortmunder Verein hatte seine eigenen Videos auf der Plattform unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Nur sieben von 462 Videos auf dem Youtube-Kanal der Gruppe seien im "eingeschränkten Modus" sichtbar.

"Dabei richtet sich unser Angebot gezielt an Jugendliche, die wir beim Entdecken ihrer sexuellen und geschlechtlichen Identität und beim Coming-out unterstützen wollen", kritisierte der Vereinsvorsitzende Paul Klammer. Mit solchen willkürlichen Filtereinstellungen mache Youtube ein anerkanntes Jugendhilfeangebot zunichte. "Sie gaukeln Jugendlichen eine Welt vor, in der Homo-, Bi- und Transsexualität nicht existieren", so Klammer.

Die Auswirkungen der Überarbeitung des Jugendschutzfilters waren in den vergangenen Tage vor allem von LGBTI-Videobloggern in den USA kritisiert worden, da der "Restricted Mode" wie eine homofeindliche Zensur wirke (queer.de berichtete). Youtube, das zum Google-Konzern gehört, reagierte darauf mit dem Versprechen, den Modus zu überprüfen. Allerdings verteidigte das Unternehmen den Blocker, der standardmäßig ausgeschaltet ist, aber von Nutzern oder Netzwerkadministratoren aktiviert werden kann. Er sei dazu da, "Erwachsenen-Material für einen sehr kleinen Teil der Nutzer" herauszufiltern. "LGBTQ+-Videos sind im 'Restricted-Modus' zugänglich, aber Videos, die sensible Themen behandeln, womöglich nicht."

Laut queerblick e.V. wird aber weit mehr geblockt als nur "sensible Themen". Dazu gehörten etwa Porträts von jungen queeren Personen, die im Rahmen des mehrfach preisgekrönten Projekts "queer durch Deutschland" erstellt wurden. "Diese authentischen Erzählungen von jungen Schwulen, Lesben und Bisexuellen könnten anderen jungen Menschen als Vorbilder dienen, wenn sie vor ihrem Coming-out stehen", erklärte Klammer. "Stattdessen werden sie versteckt. Das schützt keinen einzigen Jugendlichen, sondern verstärkt nur die Stigmatisierung."

Direktlink | Harmlose Videos wie dieses sind dem Youtube-Algorithmus zu heiß.

Der Verein queerblick bietet seit 2009 Jugendhilfearbeit mit dem Schwerpunkt auf junge schwule, lesbische, bisexuelle und transgeschlechtliche Jugendliche und junge Erwachsene. Unter professioneller Anleitung können Teilnehmende bis 27 Jahre Videos und Kurzfilme über Themen erstellen, die sie in ihrem Alltag bewegen. Für seine Arbeit wurde der Verein mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Jugenddemokratiepreis, dem JugendKulturPreis NRW und dem Heinz-Westphal-Preis des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Bundesjugendrings.

Automatisch arbeitende Jugendschutzprogramme und Filtersysteme sorgen immer wieder Empörung, weil oft LGBTI-Inhalte als vermeintlich sexuell geblockt werden. So ist auch queer.de in manchen Netzwerken von Firmen, Landtagen oder Restaurants nicht aufrufbar. (pm/dk)



#1 myysteryAnonym
  • 23.03.2017, 14:25h
  • LGBT = Sex = Jugendgefährdend.

    Der Programmierer des Filters und in Folge auch YouTube sind wohl glühende Anhänger der "Demo für alle".

    Ziemlich blöd, wenn man sich sonst immer als Vorreiter für gleiche Rechte selbst feiert. Aber bei Apple ist das ja nicht anders.
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#2 AlbrechtAnonym
  • 23.03.2017, 14:42h
  • Es ist skandalös, wie YouTube immer wieder Videos mit LGBTI-Inhalten, Aufklärungsvideos, etc. sperrt.

    Aber homo- und transphobe Hetze ist für YouTube und deren Eigner Google kein Problem. Da wird selbst nach Beschwerden nicht reagiert und es passiert höchstens mal was, wenn die Medien darüber berichten und der Image-Schaden zu groß wird.
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#3 seb1983
#4 stromboliProfil
#5 BlödsinnAnonym
#6 schwarzerkater
  • 23.03.2017, 19:01h
  • die bundesregierung muss sich endlich mal darum kümmern, dass im internet das deutsche recht und gesetz gilt, wenn die anbieter ihr produkt den deutschen kunden zugänglich machen. youtube ist ja keine wohlfahrtsorganisation, sondern ein konzern, der umsatz macht.
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#7 Danny89Anonym
  • 23.03.2017, 19:16h
  • Das ist ein Skandal!!!!!! Seit wann gibt es hier Homo-Propaganda Gesetze??? Unfassbar....

    Aber wenn es nackte Brüste zu sehen gibt, da macht keiner was... Wir leben in einer freien Welt und solange keine Bareback-Hardcore Pornos gezeigt werden, sondern normale, aufklärende Filmchen, wie z.B. queerblick oder anyway.tv das macht, ist es einfach eine Frechheit!

    Selbst wenn man youtube anschreibt, kommt keine Reaktion... Diese Spinner verdienen eine saftige Geldstrafe!
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#8 seb1983
#9 andreAnonym
  • 23.03.2017, 21:43h
  • Antwort auf #8 von seb1983
  • Ja reichlich. Mußt nur schaun nach "Das erste mal" oder nach "Das erste mal, wie geht das wohl" das ist ganz witzig. Dort wird gesagt "Hengste stehen immer hinter der Stute, bei der Paarung". Bald totgelacht.
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#10 SebiAnonym