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Eingeschritten statt weggesehen

Diese beiden Männer halfen einer überfallenen Transperson

Die Berliner Polizei bedankte sich bei zwei mutigen Zeugen einer transphoben Gewalttat, die dazwischengingen und einen der mutmaßlichen Täter festhielten.


Andreas Sydow, Leiter der Berliner Polizeidirektion 3 (Mitte), bedankte sich bei den beiden Helfern mit Einkaufsgutscheinen und einer Urkunde (Bild: Polizei Berlin)

Für ihre Zivilcourage wurden in Berlin Anfang des Monats zwei junge Männer ausgezeichnet. Sie wurden im vergangenen September zufällig Zeuge eines Überfalls auf eine Transperson, gingen mutig dazwischen und stellten einen der mutmaßlichen Täter.

Der Vorfall ereignete sich am Abend des 27. September 2016 im Kleinen Tiergarten im Stadtteil Moabit (queer.de berichtete). Die 33 Jahre alte Transperson wurde nach bisherigen Erkenntnissen von drei Jugendlichen zunächst wegen ihres Aussehens beleidigt, ins Gesicht geschlagen und an den Haaren gezogen. Als sie zu Boden ging, wurde sie weiter attackiert. Schließlich entriss ihr einer der Jungen die Handtasche.

"Unsere beiden geehrten Zeugen liefen an dem Tag zufällig an der Stelle entlang, sahen Tritte auf die Geschlagene, eilten zu Hilfe und forderten die Beteiligten auf, aufzuhören", würdigte das Social-Media-Team der Berliner Polizei die beiden Helfer auf Facebook. "Zwei der Jugendlichen seien daher zunächst mit der Beute geflüchtet. Auch der Dritte, ein 17-jähriger Tatverdächtiger, versuchte zu flüchten, wurde jedoch durch unsere Zeugen verfolgt und bis zum Eintreffen unseres hinzugerufenen Streifenteams festgehalten."

Vor Ort konnten die Beamten später auch die anderen beiden Jugendlichen mit der geklauten Tasche schnappen. Die überfallene Transperson erlitt Verletzungen und musste sich in ärztliche Behandlung geben.

Andreas Sydow, der Leiter der Berliner Polizeidirektion 3, lud die beiden Helfer am 6. März in das Polizeipräsidium ein, um sich persönlich für ihren beherzten Einsatz zu bedanken. Er überreichte ihnen Einkaufsgutscheine und eine Urkunde. (mize)



#2 FinnAnonym
  • 26.03.2017, 12:39h
  • Leider ist in der heutigen Zeit Zivilcourage sehr selten geworden.

    Umso dankbarer muss man Menschen wie diesen beiden Helden sein, die in solchen Fällen dazwischengehen, den Opfern helfen und die Täter stellen...

    DANKE...
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#3 hugo1970Profil
  • 26.03.2017, 13:08hPyrbaum
  • Vielen lieben dank an alle nicht Queers, die zu uns stehen und uns sogar verteidigen!!! Seit ein Vorbild für die gesamte Menschheit und zeigt, das es besser ist einer anderen Person zu helfen, statt Sie zu erniedrigen!!!
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#4 JustusAnonym
#5 Patroklos
  • 26.03.2017, 13:26h
  • An diesen beiden Männern sollten sich alle einmal ein Beispiel nehmen, denn für viele ist der Begriff "Zivilcourage" immer noch ein Fremdwort und das ist sehr traurig!
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#6 TheDad
  • 26.03.2017, 13:32h
  • Wie man dem Bild entnehmen kann haben beide Männer die sich durch ihre mutige Zivilcourage einsetzen einen "sichtbaren Migrationshintergrund"..
    Das kann man dann auch mal herausstellen..
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#7 goddamn liberalAnonym
#8 Roman1Anonym
#10 Vater
  • 26.03.2017, 15:32h
  • Super! Trotz den unschönen Hintergrundes ist das wirklich mal eine gute Meldung.
    Auch wenn die beiden Helfer das hier nicht lesen werden, lasse ich dennoch meine Dankbarkeit für dieses Eingreifen nicht unerwähnt.

    Die Info über den Migrationshintergrund finde ich übrigens nicht unwichtig.

    Natürlich spielt das für das Opfer des Überfalles keine Rolle und sollte in einer optimalen Welt grundsätzlich keine Rolle spielen.

    In einer optimalen Welt wären auch keine öffentlichen Coming Outs notwendig.

    Leider leben wir aber nicht in einer solchen Welt.

    Wir leben in einer Welt der Vorurteile, in der schwulen Flüchtlingen ganz allgemein und oberflächlich Homophobie unterstellt wird (weil Muslime ja allesamt homophob seien und deshalb bei uns unerwünscht sind) UND vor dem IS geflohene Menschen unter Generalverdacht gestellt werden, Islamisten zu sein.

    In unserer Welt gibt jeder (unangenehm) auffällig gewordene Migrant den Rassisten Futter und stärkt Parteien wie die AfD. Auffallen tun halt immer die Auffälligen. Genau deshalb gelingt es auch Minderheiten unter den Migranten immer wieder, massive Ressentiments gegen alle Migranten zu fördern. Die große Mehrheit unter ihnen lebt nämlich ganz normal ihr Leben und bleibt unter dem Radar.
    Genau das ist auch ein Grund, weshalb ich es für so wichtig halte, dass auch solche Positivmeldungen mit in der Waagschale landen.

    ---

    Was Zivilcourage angeht, so kann auch ich nur dringend dazu aufrufen.
    Es gibt durchaus viele Situationen, in denen man wirklich etwas tun kann, ohne sich selbst kopflos in Gefahr zu bringen.

    Ich selber bin vor einigen Jahren mal in eine Situation gekommen, in der ich einer jungen Frau helfen konnte.

    Passiert ist das an einem frühen Abend (ca. 19.00 Uhr) im Januar. Es hat leicht geschneit und ging die mittelgroße Hauptstraße lang, um noch eine Kleinigkeit einzukaufen. Fast alle Läden auf beiden Seiten der Straße waren bereits geschlossen und dunkel. Vereinzelt stapfte hier oder da eine einzelne Person durch den Schnee...
    500 Meter vor dem ebenfalls an der Straße gelegenen Lebensmitteldiscounter bekam ich mit, wie zwei jüngere Männer eine Frau auf der anderen Straßenseite belästigten.
    Die Straße war breit und der Schnee dämpfte die Geräusche. Autos waren weit und breit nicht in Sicht und beide Männer wollten die Frau offenbar gegen ihren Willen mitnehmen. Sie rief immer wieder um Hilfe....
    Vielleicht 30 Meter vor mir lief eine junge Frau, die einmal kurz über die Straße sah und ohne Unterbrechung weiterlief. Ein kleines Stück vor ihr lief ein junger Mann, der ebenfalls weiterging und von der Situation definitiv Notiz genommen hat.
    Ein Stück hinter mir befand sich ebenfalls ein Fußgänger...

    Ich war ziemlich fassungslos, dass niemand eingegriffen hat.

    Kurz und bündig: ich schnappte mir kurzerhand die vor mir laufende Frau und bat sie, kurz einmal stehenzubleiben, da auf der anderen Straßenseite jemand Hilfe braucht. Ich habe sehr laut gerufen und damit auch den Typen vor ihr zum Umdrehen gebracht.
    Mittlerweile war der Mann hinter mir bei uns. Das ganze dauerte keine 30 Sekunden.
    Gemeinsam sind wir über die Straße und haben die Männer in die Flucht geschlagen. Wir sind dann auch geblieben, bis die Polizei eingetroffen ist.

    Ich könnte sagen, dass ich mich nicht selber loben will. Tatsächlich war ich hinterher aber sehr zufrieden mit mir - gerade weil ich nicht einfach weitergegangen bin.

    Viele Leute reagieren sofort, wenn einer die Initiative ergreift. Will man seine eigenen Chancen erhöhen und sich nicht selber in unnötige Gefahr bringen, dann schnappt man sich (wenn möglich) mehrere Leute und greift dann gemeinsam ein.

    Natürlich gibt es nicht immer andere Helfer UND niemand gewinnt, indem man sich allein einer Überzahl von Schlägern entgegen stellt (obwohl man dann immer noch die Polizei rufen kann).
    Gerade in den Situationen, in denen mehrere Zeugen einfach nicht eingreifen kann man diese aber kurzerhand einbinden, indem man sie um Hilfe bittet.

    Das ist nämlich oft der einzige Knackpunkt: die Leute kommen nicht auf die Idee, andere um Hilfe zu bitten, wollen sich selber aber nicht alleine in Gefahr bringen. Ist man zu zweit, helfen die Leute sehr bereitwillig. Ist man bereits zu Dritt, schließen sich schlagartig andere Menschen an.

    Ich kenne auch ähnliche Berichte aus meinem Umfeld.

    Im Zweifelsfall also immer andere Menschen einbinden!

    Amen ;-)
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