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Ab 18 Jahre

Russland: "Power Rangers" wegen Coming-out nicht jugendfrei

Erneut macht man sich in Russland Sorgen, dass eine homosexuelle Hollywood-Figur die Jugend verderben könnte.


Anders als in der TV-Serie Trini (ganz rechts) im Kino eine Freundin (Bild: Studiocanal)

Die russische Verleihfirma WDSSPR hat am Freitag angekündigt, dass der US-Superheldenfilm "Power Rangers" zwischen St. Petersburg und Wladiwostok erst ab 18 Jahren freigegeben wird. Grund ist, dass im Film mit Trini (dargestellt von Becky G) eine lesbische Figur vorkomme und sich mehrere Duma-Abgeordnete über den Film beschwert hätten, weil dieser Homo-"Propaganda" beinhalte.

Der Abgeordnete Witali Milonow hatte sogar gefordert, dass der Film verboten wird. "Wenn die faschistische Ideologie in unserem Land verboten ist, dann müssen auch Filme von Leuten wie [Regisseur] Dean Israelite verboten werden", so Milonow im Interview mit Tsargrad-TV. In dem Gespräch bezeichnete der St. Petersburger Politiker der Putin-Partei "Einiges Russland" den südafrikanischen Regisseur außerdem einen "Dreckskerl".

In Deutschland läuft "Power Rangers" bereits seit vergangenem Donnerstag mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren. In der FSK-Begründung wurde für den eingeschränkten Zugang nicht die Homosexualität einer der Figuren angeführt, sondern "einzelne bedrohliche Szenen und Gewaltdarstellungen". Ferner befand die FSK: "Aufgrund der positiven Grundhaltung des Films mit seiner Betonung von Werten wie Freundschaft und Zusammenhalt sowie der Auflösung der Konflikte können 12-Jährige den Film ohne Überforderung verarbeiten."

Direktlink | Deutscher Trailer für "Power Rangers"

Aus der russischen Politik kamen vor wenigen Wochen bereits Forderungen nach einem Verbot des Disney-Musicalfilms "Die Schöne und das Biest", weil darin die Homosexualität von LeFou (Josh Gad) angedeutet wird. Am Ende wurde der Film aber am 16 Jahren freigegeben (queer.de berichtete).

In den USA und Kanada konnte "Power Rangers" am Premierenwochenende 40,5 Millionen Dollar einspielen. Die mehr als 100 Millionen Dollar teure Produktion lag damit deutlich hinter dem Film "Die Schöne und das Biest", der in der zweiten Woche nochmals Tickets im Wert von 88 Millionen Dollar verkaufen konnte und damit allein in Nordamerika über 300 Millionen Dollar eingespielt hat. In Deutschland stieg "Power Rangers" in der Kino-Hitparade nur auf Platz fünf ein. (dk)



#1 AlbrechtAnonym
  • 27.03.2017, 16:03h
  • Russland gibt sich immer mehr der Lächerlichkeit preis.

    Und diese Klemm-Schwuchtel Milonow hat so panische Angst davor, mit der eigenen Homosexualität konfrontiert zu werden, dass er nicht mal den Gedanken daran ertragen kann.
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#2 David ZAnonym
  • 27.03.2017, 16:28h
  • Die Russen werden immer bekloppter.

    Dieser Staat driftet immer mehr in den Faschismus ab und Rede- und Denkverbote kommen bei solch totalitärer Gesinnung immer als erstes...
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#3 PierreAnonym
  • 27.03.2017, 16:30h
  • Was kommt als nächstes?

    Ein Verbot von Batman & Robin, Sherlock Holmes & Dr. Watson oder Ernie & Bert?

    Wäre es nicht so traurig und für die LGBTI in Russland so schlimm, könnte man sich über solche Lächerlichkeiten, die dem Wahnsinn immer ähnlicher werden, nur noch amüsieren.
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#4 TheDadProfil
  • 27.03.2017, 21:07hHannover
  • Kuck an..
    Zuerst "Die Schöne und das Biest", und nun noch "Power Rangers"..

    Das Film-Angebot der Kinos in Russland wird sich zukünftig immer weiter ausdünnen..
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#5 Patroklos
  • 27.03.2017, 22:06h
  • Mal sehen, wann Malaysia die gleiche unsinnige Entscheidung wie Rußland treffen wird! Das wird in der Regel nicht mehr lange auf sich warten lassen!
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#6 MarleneBerlinProfil
  • 27.03.2017, 22:30hBerlin
  • Gerade eine Diktatur wie Russland wo Folter an der Tagesordnung ist und alle besoffen sind, regt sich über Schwule auf. Was für ein Russland von vor 100 Jahren. Dolly Duster.
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#8 Homonklin44Profil
  • 28.03.2017, 08:44hTauroa Point
  • Russland zieht es vor, sich vor der wirklichen Welt zu verschränken. Dass sich Strukturen mit faschistischen Zügen über die Wirklichkeit mit Bezeichnungen wie "faschistische Ideologie" auslassen, ist schon bald bezeichnend für die notorische Weigerung, die Vollständigkeit etwa der menschlichen Natur anzuerkennen, und sich an selektive Ausgrenzung zu klammern.

    Dasssich die russische Kultur dadurch selbst isoliert, ist die Folge.
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#9 Power RangerAnonym
  • 28.03.2017, 12:33h
  • Vor allem handelt es sich nicht einmal um ein richtiges Coming-Out, sondern nur um eine Andeutung. Trini (gelber Power Ranger) verneint, sie hätte "Jungs-Probleme" und liegt sich mitunter deswegen mit ihren Konformitäts-liebenden Eltern in den Haaren. Lächerlich und traurig, daraus so ein Thema machen zu müssen...
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