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Negative Reaktionen in Hollywood

Amber Heards Coming-out führte zu Warnungen vor dem Karriere-Ende

Die US-Schauspielerin war überrascht, dass ihre sexuelle Orientierung eine solche große Rolle in Hollywood spielte.


Amber Heard (hier bei einem Fernsehinterview) ist seit 2004 in Hollywood aktiv

  • 27. März 2017, 16:35h, Noch kein Kommentar

Amber Heard hat bei einer LGBTI-Veranstaltung in New York City ihre Probleme nach ihrem Coming-out als Bisexuelle vor rund sechseinhalb Jahren beschrieben. In Hollywood sei sie als Schauspielerin von Beratern, Produzenten und Regisseuren gewarnt worden, dass die Offenheit ihre Karriere beenden könnte, sagte die 30-Jährige am Donnerstag auf dem vom britischen "Economist" veranstalteten Businesstreffen "Pride & Prejudice".

Im Dezember 2010 hatte Heard für Aufregung gesorgt, als sie anlässlich einer Gala der LGBTI-Organsisation GLAAD ihre damalige Partnerin vorstellte, die Fotografin Tasya van Ree (queer.de berichtete). Das Paar trennte sich 2012, danach datete Heard den Schauspieler Johnny Depp. Die beiden heirateten 2015, ließen sich aber im Januar 2017 scheiden.

Heard sagte, dass sie die Reaktion auf ihr Coming-out damals überrascht habe, da sie ihre sexuelle Orientierung nie wirklich versteckt habe. "Wenn ich einen Kommentar über mein Coming-out höre, finde ich das lustig, weil ich nie wirklich 'in' (dem Schrank) war", so die Schauspielerin, die in den Nullerjahren mit Filmen wie "The Fighters" und "Zombieland" bekannt wurde und 2015 viel Lob für ihre Rolle in "The Danish Girl" erhielt. "Ich war ja immer out. Ich war eine Aktivistin und bin zu Protestkundgebungen gegangen. Ich habe mich geweigert, meine Partnerin nicht mitzubringen", so Heard. Aber bevor ihre sexuelle Orientierung in den Medien thematisiert worden sei, sei sie eben nie zum Thema gefragt worden.

Etikett "Lesbe" aufgedrückt

Nach ihrem Coming-out sei ihr dann ein Etikett aufgedrückt worden, beschwerte sich Heard: "Ich habe mich als Person nie danach definiert, mit wem ich gerade ausgegangen bin", sagte sie. "Also habe ich beobachtet, wie aus der Schauspielerin Amber Heard die geoutete Lesbe Amber Heard wurde."

Viele Hollywood-Insider hätten sie damals vor negativen Auswirkungen ihrer Offenheit gewarnt, die bis zum Karriere-Ende führen könnten – und tatsächlich sei sie nach ihrem Coming-out weniger nachgefragt worden: "Das war eine schwere Zeit", so Heard. Manche Regisseure seien nicht sicher gewesen, ob sie in einem romantischen Film glaubhaft die heterosexuelle weibliche Hauptrolle spielen könnte. "Ich habe dann meine Augen gerollt und gesagt: 'Ich zeig dir, wie ich das tue.' Und dann hab ich es getan." (cw)