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Premiere am St. Pauli Theater

Wenn man das Coming-out einfach vergisst

Das Theaterstück "4.000 Tage" handelt von einem Schwulen mit Amnesie, der sich nur an die homophobe Mutter, nicht aber an den Lebenspartner erinnern kann.


Gustav Peter Wöhler, Judy Winter und Boris Aljinovic spielen die Hauptrollen in der deutschsprachigen Erstaufführung von "4.000 Tage" (Bild: Jim Rakete)

Seit drei Wochen liegt Michael (Boris Aljinovic) wegen eines Blutgerinnsels in seinem Gehirn im Koma. An seinem Krankenbett wachen bei Tag und bei Nacht abwechselnd und manchmal auch gleichzeitig seine Mutter Carol (Judy Winter) und sein Lebenspartner Paul (Gustav Peter Wöhler). Sie verbindet eine abgrundtiefe gegenseitige Abneigung zueinander, denn Carol hat ihrem Sohn nie verziehen, dass er schwul ist – und sieht in Paul den "Schuldigen".

Als Michael erwacht, fehlen ihm elf Jahre seiner Erinnerung. Es sind genau die elf Jahre, die er mit Paul zusammengelebt hat – 4.000 Tage. Paul versucht nun mit allen Mitteln, Michael an die gemeinsame Zeit zu erinnern, während Carol dies als Zeichen des Himmels sieht für ihren Sohn, einen "normalen" Neustart seines Lebens zu machen. Erbittert kämpfen beide um die Deutungshoheit über diese "verlorene" Zeit.

Wie wichtig sind Erinnerungen?


Die Schauspieler bei der Probe (Bild: Oliver Fantitsch)

Aber wie geht Michael mit seiner Amnesie um? In kurzen, schnellen Dialogen geht es dem erfolgreichen englischen Autor Peter Quilter in seinem Stück "4.000 Tage" um Fragen wie: Wie kann man in der Gegenwart leben ohne die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen – die persönlichen und die gesellschaftlich-politischen? Wie wichtig sind Erinnerungen überhaupt? Woran erinnern wir uns und warum? Wäre es grundsätzlich wünschenswert, manchmal eine Reset-Taste drücken zu können?

"4.000 Tage" hatte im Januar 2016 im Park Theatre in London seine von Presse und Publikum viel beachtete Uraufführung. "Eine clevere Idee und ein bewegendes Stück", schrieb die "Daily Mail". Peter Quilter ist einer der erfolgreichsten Autoren des "Well-made-play", dessen Stücke in 27 Sprachen übersetzt wurden. (cw/pm)

Infos zum Stück

4.000 Tage. Theaterstück von Peter Quilter. Deutschsprachige Erstaufführung. Deutsch von Max Faber. Mit: Boris Aljinovic, Judy Winter, Gustav Peter Wöhler. Regie: Ulrich Waller. Bühne: Wilfried Minks. Kostüme: Ilse Welter. Premiere: Dienstag, 28. März 2017. Weitere Spielzeiten: 30.3.-2.4., 4.-9.4., 11.-16.4., 18.-21.4. und 24.4. Beginn: 19:30 Uhr, sonntags 18 Uhr (am 16.4. um 19:30 Uhr). Spielort: St. Pauli Theater, Spielbudenplatz 29-30, 20359 Hamburg. Tickets: (040) 47 11 06 66


#1 Patroklos
  • 28.03.2017, 11:17h
  • Eine hochkarätige Besetzung mit einem ehemaligen Tatortkommissar in einer schwulen Rolle. Da darf man gespannt sein, ob das auch irgendwann mal verfilmt wird. Es wäre nicht das erste Theaterstück, dem so etwas widerfährt.
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