Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?28523

Österreich

Grüne Bundesrätin bezeichnet Weihbischof Laun als "Hassprediger"

LGBTI-Aktivisten und Politiker sind empört über homo- und transphobe Aussagen des katholischen Würdenträgers.


Ewa Dziedzic kritisierte, dass die katholische Kirche zu den Nazi-Vergleichen von Weihbischof Laun schweigt

Eine Tirade des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun gegen Homo- und Transsexuelle sorgt in Österreich weiter für Kritik. LGBTI-Aktivisten nennen die Aussagen Launs "hetzerisch und menschenverachtend". Bundesrätin Ewa Dziedzic, die LGBTI-Sprecherin der österreichischen Grünen, bezeichnete Laun gar als "Hassprediger".

Laun hatte vergangene Woche in einem Text für das fundamentalistische Portal kath.net sexuelle und geschlechtliche Minderheiten als "gestört" bezeichnet (queer.de berichtete). Außerdem sei die "Gender-Ideologie" eine "Lüge des Teufels", die der 74-Jährige mit der Rassenlehre der Nationalsozialisten gleichsetzte.

"Hassprediger wie Weihbischof Laun haben im Laufe der Jahrzehnte viele verletzende und diskriminierende Äußerungen in Richtung Lesben, Schwulen und allen, die nicht in ihr Weltbild passen, getätigt", erklärte Dziedzic am Dienstag. Sie kritisierte, dass sich die verantwortlichen Entscheidungsträger der katholischen Kirche nicht von derartigen Aussagen distanzierten. "Besonders gläubige Menschen innerhalb der Community haben klare Worte vermisst", so Dziedzic. Die "Grünen Andersrum", die LGBTI-Arbeitsgemeinschaft innerhalb der Ökopartei, nannte das Menschenbild Launs "abstrus und bizarr".


Weihbischof Andreas Laun hält Homosexuelle für "gestört"

HOSI: Strafrechtliche Relevanz prüfen

Auch die LGBTI-Organisation HOSI Salzburg übte scharfe Kritik am Bischof. In einem am Montag veröffentlichten Offenen Brief erklärte der HOSI-Vorstand: "Der von Herrn Laun verfasste Text beinhaltet derart hetzerische und menschenrechtsverachtende Passagen und Vergleiche, dass eine strafrechtliche Relevanz zu prüfen ist."

Der Nazi-Vergleich sei nicht nur "bizarr und abscheulich", sondern eine "ungeheuerliche Respektlosigkeit, beispielsweise gegenüber den LGBTI-Personen, die im Nationalsozialismus verfolgt und getötet wurden". Die Vorstandsmitglieder forderten eine deutliche Entschuldigung.

Meisner klagte vor zehn Jahren gegen "Hassprediger"-Bezeichnung

In der Vergangenheit haben homophobe Bischöfe allergisch darauf reagiert, als Hassprediger bezeichnet zu werden. So klagte die Erzdiözese Köln 2007 gegen den Grünenpolitiker Volker Beck, nachdem er den Kardinal Joachim Meisner diesen Titel angehängt hatte (queer.de berichtete). Grund für die Kritik waren eine Predigt Meisners, in der er Homo-Partnerschaften als "im Kern verderblich" bezeichnet hatte.

Beck musste wegen seiner Äußerung selbst Kritik seiner Parteifreunde einstecken und durfte die Aussage nach einer einstweiligen Verfügung des Kölner Landgerichts zunächst nicht wiederholen (queer.de berichtete). Aufgrund einer Gegenklage zog der Kardinal seinen Antrag jedoch wieder zurück und übernahm die Kosten für beide Seiten, um einer gerichtlichen Niederlage zu entgehen. (dk)



#1 FinnAnonym
  • 28.03.2017, 15:00h
  • Das ist ja auch inhaltlich vollkommen richtig.

    Ein Kirchenfürst, der Hass predigt, ist nun mal ein Hassprediger. Das ist die Definition des Begriffs.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 RobinAnonym
  • 28.03.2017, 15:02h
  • Ich hoffe nur, dass Herr Laun noch die volle Gleichstellung (inkl. Eheöffnung und Volladoption) in Deutschland und Österreich erlebt...

    Der soll noch mitkriegen, dass seine Hetze nichts gebracht hat und dass er auf ganzer Linie gescheitert ist...
  • Antworten » | Direktlink »
#3 AlbrechtAnonym
  • 28.03.2017, 15:47h
  • Welche Leichen hat der Hassprediger Andreas Laun wohl in seinem Keller, von denen er mit seiner Hetze so verzweifelt ablenken will?!

    Vielleicht sollte man die mal ans Tageslicht holen...
  • Antworten » | Direktlink »
#4 Stop ReligionAnonym
  • 28.03.2017, 16:03h
  • JEDE Religion basiert im Kern auf Hass, Unterdrückung und Bevormundung. Anders kann Religion gar nicht funktionieren.

    Freiheit, Vielfalt und Liebe sind für Religioten die größte Gefahr, da nur unglückliche, frustrierte Menschen ihr Glück bei irgendwelchen Heilspredigern suchen und sich von ihnen führen lassen.

    www.kirchenaustritt.de/

    www.giordano-bruno-stiftung.de/

    "Die beiden größten Gefahren für den Weltfrieden und den Fortbestand der Menschheit sind Waffenindustrie und Religion."
    (Albert Einstein)

    "Religion ist das Asyl der Dummen."
    (Spinoza)
  • Antworten » | Direktlink »
#5 ursus
  • 28.03.2017, 17:43h
  • Antwort auf #4 von Stop Religion
  • "JEDE Religion basiert im Kern auf Hass, Unterdrückung und Bevormundung. Anders kann Religion gar nicht funktionieren."

    seufz. ich sage dazu nichts mehr. vielleicht beim nächsten mal wieder...

    den kirchenaustritts-appell unterstütze ich trotzdem aus vollem herzen. ^^
  • Antworten » | Direktlink »
#6 SebiAnonym
  • 28.03.2017, 18:16h
  • Antwort auf #5 von ursus
  • Kirchenaustritt ist ein guter und notwendiger erster Schritt.

    Aber es muss auch endlich ein Ende der Staatsleistungen an die Kirchen geben.

    Denn zusätzlich zu den Kirchensteuern (die auch schon eine Unverschämtheit sind, denn die sollen ihre Mitgliedsbeiträge gefälligst selbst eintreiben und nicht zur Steuer machen), bekommen die zusätzlich auch noch mehrere hunder Millionen Euro pro Jahr aus allgemeinen Steuergeldern. Auch von Steuerzahlern, die gar nicht Mitglied der Kirche sind, die eine andere oder gar keine Religion haben. Auch unser Geld nehmen die gerne - so sehr die auch gegen uns hetzen, aber auf unser Geld sind die nicht fies.

    Der deutsche Staat finanziert diesen Pfaffen ihr Luxusleben und als Dankeschön stiften die Unfrieden und hetzen!!

    Das muss endlich ein Ende haben!
  • Antworten » | Direktlink »
#7 ursus
  • 28.03.2017, 18:37h
  • Antwort auf #6 von Sebi
  • "Aber es muss auch endlich ein Ende der Staatsleistungen an die Kirchen geben."

    auch da stimme ich dir vollkommen zu. das muss aber eben mal irgendeine regierung ernsthaft angehen, oder wenigstens eine opposition. ich sehe da leider wenig hoffnung:

    "Der Antrag der Linksfraktion auf Einsetzung einer Expertenkommission beim Bundesfinanzministerium zur Evaluierung der sogenannten historischen Staatsleistungen war am 9. März 2017 mit Stimmen von CDU/CSU und SPD im Bundestag abgelehnt worden. Die Abgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hatten sich der Stimme enthalten, obwohl die Partei laut einem Beschluss der Bundesdelegiertenkonferenz vom November 2016 fordert, 'unverzüglich' eine Expertenkommission einzusetzen, 'die eine Gesamtübersicht über die Staatsleistungen im Sinne des Artikels 138, Absatz 1 der Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 anfertigt und Vorschläge für eine entsprechende Ablösungs-Gesetzgebung unterbreitet.' "

    www.diesseits.de/perspektiven/nachrichten/deutschland/149022
    3600/staatsleistungen-noch-thema-bei-den-gruenen
  • Antworten » | Direktlink »
#8 JadugharProfil
  • 28.03.2017, 20:38hHamburg
  • Ich denke gerade an den von der protestantischen Kirche gefeierten Dominikanermönch und Bußprediger Girolamo Maria Francesco Matteo Savonarola, der über Florenz herrschte und vor etwa 500 Jahren von der katholischen Kirche verbrannt als Schismatiker verbrannt wurde.
    Er predigte gegen Homosexualität, Pornographie, weltliche Musikinstrumente und Noten, teure Möbel und Kleidungsstücke, weil er den Klerus und die reichen Schichten für verdorben und verkommen hielt. Die protestantische Kirche feiert ihn als einen Vorgänger und Märtyrer der Reformation.
    Er war einer der ersten großen Hetzer, der vom Volk bejubelt wurde!
    Der unchristliche möchtegernjüdische (alttestamentarisch) geprägte Weihbischof Laun zeigt ähnliche Wesenzüge, mit der Ausnahme, daß diesmal die katholische Kirche mitspielt.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 easykeyProfil
  • 28.03.2017, 20:49hLudwigsburg
  • Ich bin dringend dafür, die Meldeadressen solcher Herrschaften zu veröffentlichen, so dass alle Betroffenen Strafanzeigen erstatten können - und zwar gegen die jeweilige Person und nicht deren "Ämter".
  • Antworten » | Direktlink »
#10 goddamn liberalAnonym
  • 28.03.2017, 20:54h
  • Antwort auf #8 von Jadughar
  • www.youtube.com/watch?v=lLDGjdGHu60

    (Siehe ab 40:00)

    Savonarola hat eine weltweit aktive Nachfolgerin, die mit ihrer obsessiv-manischen Homophobie unfreiwillig/freiwillig durchaus in NS-Tradition steht.

    Sie zeigt eine wirklich verblüffende Gewissenlosigkeit angesichts der mörderischen Vernichtungstradition der Homophobie.

    Im Fall Laun sollte man die österreichische Gesetzgebung betrachten. Ich kenne sie nicht, ich bin da aber skeptisch. Noch skeptischer als beim deutschen Volksverhetzungsparagrafen.
  • Antworten » | Direktlink »