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Streit um "Familienfreundlichkeit"

Kürzungen beim CSD Dresden abgemildert

Nach Protesten bewilligte der Kulturausschuss 1.000 Euro mehr – doch unter Rot-Grün-Rot gibt's insgesamt deutlich weniger Fördermittel als unter der früheren bürgerlichen Mehrheit.


Die Dresdner Kulturverwaltung stufte den CSD als weder breitenwirksam noch familienfreundlich ein (Bild: CSD Dresden e.V.)

Kleiner Erfolg für den CSD Dresden: Der Kulturausschuss hat die geplante Kürzung der Fördermittel aus dem städtischen Topf für Großveranstaltungen teilweise zurückgenommen.

Während der CSD-Verein im vergangenen Jahr noch 3.000 Euro erhielt, sah der Entwurf von Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) für 2017 nur noch 1.000 Euro vor (queer.de berichtete) – genauso viel wie für das Dorffest 775 Jahre Wilschdorf. Auf Antrag von SPD-Stadträtin Dana Frohwieser wurde dieser Betrag nun auf 2.000 Euro verdoppelt. Im Gegenzug bekommen die Silvesterfeier und das Palais Sommer jeweils 500 Euro weniger.

"Dresden ist tolerant, vielfältig und bunt. Und deshalb fördert Dresden ehrenamtliches Engagement wie den CSD", erklärte Frohwieser gegenüber den "Dresdner Neuesten Nachrichten".

Kulturverwaltung gab CSD nur vier von zwölf Punkten

Auf Unverständnis war im Vorfeld vor allem die schlechte Bewertung des CSD mit nur vier von maximal zwölf Punkten gestoßen. Die Kulturverwaltung hatte alle Veranstaltungen, die sich um Fördermittel beworben hatten, nach den sechs Kriterien überregionale Bedeutung, Tourismusförderung, Breitenwirksamkeit/Familienfreundlichkeit, Förderung regionaler Identität, Bereicherung im öffentlichen Raum und Kontinuität untersucht (PDF). "Eine überregionale Ausstrahlung des CSD Dresden ist nur beim Festumzug erkennbar. Die Teilnehmerzahl am Umzug hat keine touristische Relevanz", hieß es in der Bewertung. "Nicht vorhanden" seien Breitenwirksamkeit/Familienfreundlichkeit sowie eine Förderung regionaler Identität.

"Wir möchten uns bei den Stadträt_innen im Kulturausschuss bedanken, welche mit den 4 Punkten für den CSD nicht einverstanden sind", freute sich der CSD-Verein auf seiner Facebookseite über die Teil-Rücknahme der Kürzung. Gegenüber den "Dresdner Neuesten Nachrichten" wies Vereinschef Roland Zenker jedoch darauf hin, dass der Christopher Street Day unter der früheren bürgerlichen Mehrheit mit 19.000 Euro gefördert worden sei, Rot-Grün-Rot stelle dagegen – zusammen mit Mitteln aus anderen Töpfen – insgesamt nur 12.500 Euro zur Verfügung.

Der CSD Dresden findet in diesem Jahr vom 22. Mai bis 4. Juni statt. Höhepunkte sind das politische Straßenfest auf dem Altmarkt vom 26. bis 28. Mai sowie die Demonstration am 27. Mai. (cw)



#1 stromboliProfil
  • 30.03.2017, 09:13hberlin
  • verflucht noch mal ...
    Ist die dresdener linke wirklich so borniert und zugenagelt , das sie sich zu einen solchen affront gegenüber der idee des csd hinreisen lässt!

    Ist die pegidahochburg eigentlich nur noch pegidagenormt ?

    Ist es einer linken nicht möglich, gerade die vielfalt & divergenz des csd zur braunen antiwerbung für diese gebeutelte stadt hervorzuhebn.. ja zu fördern, was der stadt&staatssäckel hierzu übrig hat.

    Was heißt denn hier eigentlich " familienfreundlichkeit" als herausragend förderungswürdig?
    Sind alle nicht familiär erfassbaren nun bürger zweiter klasse.. förderungsunwürdig.

    "Breiten - wirkung"...
    Laufen nicht beim csd einmal im jahr genau so viele auf der strasse wie bei den monatlichen pegidaumzügen..; ist also pegida hier das maß dresdener breitenwirkung?
    Gerade die stadt, deren anteil an homophoben und rechtsgerichteten bürgern offensichtlich hinreichend internationale breitenwirkung erlangt hat, dass man sogar reisewarnungen für farbige - colored people ausgibt...
    UNd diese stadt fragt nach familienfreundlichkeit und breitenwirkung.
    Kürzt da die mittel, wo gegenmeinung artikuliert&gelebt wird, die die bürgerliche gesellschaft ansonsten nur noch mühsam mit "gegendemos zu übertünschen in der lage ist...

    Statt dem braunen elend ihrer stadt endlich ein ende zu bereiten, zahlt der steuerzahler noch die polizeilichen folgekosten solcher pegida-hassumzüge.

    Legitimiert durch "linkes" zutun, nun auch noch indirekt deren agenda der nationalen familienidee von besorgte eltern/bürgerschaften im pegidauniversum in den vordergrund gestellt wird..
    Wann folgt eine zuleistung für die nächste demo der besorgten eltern ..?

    Strunz dumm!
    Kein wunder bei soviel dummheit, der wähler die offenkundige ansage des familiengedöns als "alternative" afd wählt.. die sind genau so dumm, aber wenigstens einschätzbar.

    Mein rat an die dresdener homos-sympatisantenInnen und mitläuferInnen:
    Macht einen trauerzug draus als protest gegen eure stadt, gegen eure gewählten politschranzen.

    Alles&alle in schwarz mit flor!

    Macht sichtbar was unübersichtbar wird:
    Die totengräberei eurer emanzipation durch die institutionen und einem gegen rechts unfähigen, handlungsgestörten staat.
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#2 WissarionowitschAnonym
#3 Einmal mehrAnonym
  • 30.03.2017, 14:51h
  • Antwort auf #1 von stromboli
  • zeigt sich:

    Wer nicht über die Grundlage von sexueller, sexistischer, rassistischer usw. Unterdrückung und des sich überall wieder breitmachenden Faschismus - den weltweit in einer historischen, eigengesetzlichen Krise steckenden Kapitalismus - reden will und dem keine konkrete, soziale und demokratische, d. h. sozialistische, Alternative gegenüberstellt, ist nicht "links". Und betreibt letztlich selbst die allgemeine Rechtsverschiebung mit.

    Überall dort, wo "Die Linke" mitregiert, betreibt sie dieselbe kapitalistische Politik und erhält die Klassengesellschaft und ihre zentralen Säulen, wo sie nur kann.

    Diese Gesellschaft braucht eine tatsächlich linke, klar antikapitalistische und sozialistische Alternative!
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#4 stromboliProfil
  • 30.03.2017, 15:27hberlin
  • Antwort auf #3 von Einmal mehr
  • meine rede!
    Nun bin ich ja nicht blauäugig und hab die "linke" wenn , dann immer nur als nützliches mittel zum zweck betrachtet.. aber schon im kleinsten verfällt sie in "sozialdemokratie".

    Ja, es ist dringend geboten, jenseits dieser gruppierungen wieder eine linke ausserparlamentarische opposition zu schaffen.
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#5 stromboliProfil
#6 LorenProfil
  • 30.03.2017, 15:49hGreifswald
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • "linke ausserparlamentarische opposition" ist m.E. nötig angesichts der im Parlament vertretenen Alternativen, überhaupt angesichts sich links verortender Karrierepolitiker dort (inklusive einer Frau Wagenknecht, die Unrecht in der Türkei empört und in Russland relativiert). Wortgeklingel ohne kritikablen Inhalt wie in #3 (immer wiederkehrend) brauche ich allerdings nicht. Da halte ich Vorsicht für geboten, da ich nicht geschichtsvergessen bin.
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