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Tipps vom Außenministerium

Russland warnt Bürger: Seid im Ausland nicht homophob

In Russland selbst ist Homophobie dank des Homo-"Propaganda"-Gesetzes praktisch Staatsdoktrin, im Ausland sollen sich Russen aber möglichst nicht homophob verhalten, so das Außenministerium.


Die Moskauer Regierung warnt: Nicht überall darf man so homophob sein wie zu Hause (Bild: Dmitry Dzhus / flickr)

Das russische Außenministerium hat in den aktualisierten Reisehinweisen seine Bürger unter anderem davor gewarnt, sich in manchen Ländern homo- oder transphob zu äußern.

Generell heißt es in den Richtlinien, dass man die ausländische "Art zu leben" berücksichtigen sollte. Bei mehreren Ländern wurden LGBTI-Themen ausdrücklich angesprochen. So heißt es etwa bei Frankreich, es sei nicht ratsam, "Repräsentanten der LGBT-Community" mit Beschimpfungen oder herablassenden Gesten zu begegnen. In Spanien würden "öffentliche negative Äußerungen über Menschen nichttradtioneller sexueller Orientierung" nicht verstanden – deshalb solle man sie dort unterlassen.

Bitte keinen Herrenwitze

Für Kanada gibt es die Warnung, dass dort die gleichgeschlechtliche Ehe schon lange legal ist und es eine "Fixierung" auf Geschlechtergleichstellung gebe – daher solle man dort besser keine Herrenwitze erzählen. Auch in Österreich solle man laut den russischen Bürokraten keine Beleidigungen auf der Basis der sexuellen Orientierung einer Person aussprechen.

In weiteren Tipps empfiehlt das Außenministerium, im Ausland nicht zuviel Alkohol zu trinken, den Einheimischen "freundlich" entgegenzutreten und am besten keine beleidigenden Handgesten aus Hollywood-Filmen auszuprobieren. In Gegenden mit schwarzer Bevölkerung solle man zudem nicht die Worte "Nigger" oder "Nigga" verwenden.

Umgekehrt hat auch das deutsche Auswärtige Amt eine lange Liste von Reisehinweisen für Russland erlassen. Darin wird ausdrücklich auf die schwierige Lage sexueller Minderheiten hingewiesen – etwa auf gewalttätige Übergriffe, die niedrige Akzeptanz in der russischen Bevölkerung und das Gesetz gegen Homo-"Propaganda". (dk)



#1 umkehrschlussAnonym
  • 29.03.2017, 16:44h
  • gibt es keine warnhinweise für russen gibt, die nach deutschland reisen? das könnte dann ja wohl nur bedeuten, dass sie sich im land des rosa winkels ungeniert homophob aufführen dürfen, ohne mit konsequenzen rechnen zu müssen - auch dank figuren wie laurent, wiking77 und der ollen loreleyer.
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#2 wiking77
  • 29.03.2017, 17:28h
  • naja, so ist das Leben: Verkehrte Welten. In westlichen Demokratien werden Reisewarnungen herausgegeben, dass in autokratischen Staaten bzw. in homophoben Staaten Sex mit Männern böse enden kann; russland warnt dafür dass seine bürger sich nicht im Westen homophob verhalten. Immerhin erspart Russland damit seinen Bürgern Ärger im Westen und die Russen wissen sich als Gäste hier im Westen gut zu benehmen; wo ist das Problem?

    Warum macht Iran und Saudi-Arabien eigentlich nicht solche Hinweise? Das wäre doch auch sehr nett für alle - für die eigenen Bürger, aber auch für die Gastgeber im Westen.
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#3 JadugharProfil
  • 29.03.2017, 18:10hHamburg
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • Wahrscheinlich geht zu viel staatliche Gängelei auch nach hinten los. In Rußland hat staatliche Gängelei der Bevölkerung eine sehr lange Tradition. Genützt hat sie nicht viel. In Iran werden die Iraner schon extrem vom Klerus gegängelt und trotzdem tanzen viele Bewohner aus der Reihe, was sich darin zeigt, daß viele Leute dann am Baukran baumeln.
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#4 JadugharProfil
#5 orchidellaProfil
  • 29.03.2017, 23:47hPaderborn
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • die Russen wissen sich als Gäste hier im Westen gut zu benehmen; wo ist das Problem?

    Satire? Die von russischen Gästen in Hotels, an Pools und in Bars an den Tag gelegten Gepflogenheiten - Rüpeleien am Buffet, laute Wodka-Orgien in der Lobby und morgendliche Liegenannexion mit anschließender Dauerbeschallung - sprechen da eine andere Sprache. Okay, man soll nicht pauschalieren und in Baden-Baden geht es gedämpfter zu als in Billigdestinationen wie Antalya oder Hurghada.
    Was mir merkwürdig erscheint: die russische Staatsführung und die sie stützenden Oligarchen attackieren den angeblich so »dekadenten Westen« (»Gayropa«) und dessen liberalen, rechtsstaatlichen Ideen, lassen sich aber
    nicht davon abhalten, ihre Ferien in ihren Zweitvillen an der Côte dAzur, in Aspen oder an der Costa Smeralda zu verbringen, ihren Nachwuchs zur Erziehung in Schweizer Inter
    nate und dann zum Studium nach Stanford oder Princeton zu schicken, während die Gatinnen es sich beim X-mas Shopping in NYC gut gehen oder von schweizer oder deutschen Schönheitschiurgen aufhübschen zu lassen, statt brav patrotisch Urlaub auf der Krim oder in Sotchi zu machen.
    Noch merkwürdiger finde ich allerdings das übergroße Verständnis, welche das
    auf Militarismus, Nationalismus und Intoleranz gegründete Putin-Regime bei Teilen der deutschen Volksparteien finset.
    Erst vorgestern forderte Gabriel wieder mal in rauter Eintracht mit dem Kreml, Lösungen für die internationalen Probleme gemeinsam mit Moskau zu suchen. Hier soll also der Brandstifter (Ukraine, Syrien) den Feuermann spielen. Wörtlich sagte Gabriel: Wir können uns nun mal Nachbarn nicht aussuchen. Mal abgesehen avon, dass schon Chamberlain solche Appeasementparolen gegenüber Nazideutschland ausgegeben hat, sollte Gabriel mal sie tatsächlichen Nachbarn (Polen, baltische Staaten, Ukraine) befragen, wie die ständigen Erpressungs- und Einschüchterungsversuche des übergriffigen, sich zum neuen Weltpolizisten aufplusternden Herrn Putin so finden.
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#6 lucdfProfil
  • 30.03.2017, 10:31hköln
  • Merken die Russen langsam, dass ihr Land rückständig ist? Da ist fast ein keiner , dezenter, minimaler Unterton von Schuldbekenntnis. ;-)
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#7 wiking77
  • 30.03.2017, 11:27h
  • warum diese "Warnung" so gehypt wird verstehe ich nicht, es ist schlicht und einfach eine Handreichung an die eigenen Staatsbürger nach dem Motto:

    When in Rome, do as the Romans do!

    Genauso wie die wohlmeinende Hinweise, dass auch deutsche Touristen bei Eintritt in Moscheen in Saudi-Arabien (falls sie dort überhaupt reingelassen werden) die Schuhe auszuziehen hätten.
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#8 userer
  • 30.03.2017, 11:43h
  • Antwort auf #2 von wiking77
  • Ihr plumper Versuch, eine Reisewarnung die sexuelle Identität betreffend mit einer Reisewarnung, ideologischen Hass auszuleben, gleichzusetzen, ist sogar für Ihre Verhältnisse widerlich.
    Aber so sind sie, Kremltrolle wie Sie.
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#9 LorenProfil
  • 30.03.2017, 11:55hGreifswald
  • Der russische Staat warnt seine Bürger, sich im toleranteren Ausland so aufzuführen, wie er es selbst in Russland für richtig hält und propagiert.
    Und verweist damit (wohl unfreiwillig) auf den mentalen Graben zwischen sich und freiheitlich orientierten Ländern.
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#10 LGBH0TTNZProfil
  • 30.03.2017, 13:16hSchwerte
  • Es ist zumindest ein kleiner Fortschritt, dass das offizielle Russland merkt, dass die eigenen Positionen nicht überall geteilt werden, und dass Macho-Gehabe und Homophobie nicht mehr überall salonfähig sind. Russland merkt, dass es das "dekadente" Europa auf die Dauer braucht und möchte auch durchaus gerne, dass die wegen der Krim erfolgten Sanktionen aufgehoben werden. Kraftmeierei ist eben nicht alles. Vielleicht fängt man an, sich anderer Formen des Umgangs zu besinnen und rudert ein Stück zurück. Ich hoffe es zumindest. Hierbei sei angemerkt, dass die Homophobie in Osteuropa nicht allein der staatlichen Politik, sondern vor allem klerikalen Einflüssen geschuldet ist.
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